Constitutional complaint over breach of right to be heard due to non-transmission of opposing party statements, dismissed for lack of procedural subsidiarity.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint for decision, rendering it inadmissible due to the applicant's failure to exhaust procedural remedies, although the court acknowledged that the lower courts had violated the right to be heard by failing to transmit opposing party statements. The dispute involved a procedural challenge regarding the omission of the right to be heard (Audiatur) in prior instances, where the complainant alleged that the Landgericht and Oberlandesgericht failed to forward the opposing side's written submissions before issuing certain orders. While the Court confirmed that Article 103(1) of the Basic Law guarantees a fundamental right to comment on all significant arguments, including those of the opposing party, regardless of whether such comments would have influenced the outcome, the complaint was barred under § 90(2) of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG) because the complainant did not invoke the material subsidiarity principle by failing to utilize available procedural avenues in the specialized courts to remedy the alleged constitutional violation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt 103 Abs 1 GG, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 90 Abs. 2 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint over breach of right to be heard due to non-transmission of opposing party statements, dismissed for lack of procedural subsidiarity: The dispute involved a procedural challenge regarding the omission of the right to be heard (Audiatur) in prior instances, where the complainant alleged that the Landgericht and Oberlandesgericht failed to forward the opposing side's written submissions before issuing certain orders. While the Court confirmed that Article 103(1) of the Basic Law guarantees a fundamental right to comment on all significant arguments, including those of the opposing party, regardless of whether such comments would have influenced the outcome, the complaint was barred under § 90(2) of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG) because the complainant did not invoke the material subsidiarity principle by failing to utilize available procedural avenues in the specialized courts to remedy the alleged constitutional violation.
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KI-generiertBasis for not accepting the constitutional complaint for decision due to lack of prospects of success and inadmissibility.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Art 103 Abs 1 GG (rechtliches Gehör) verleiht Prozessparteien Anspruch auf Äußerungsmöglichkeit zu Stellungnahmen der Gegenseite - Gehörsverletzung bei unterlassener gerichtlicher Übermittlung gegnerischen Parteivortrags - hier jedoch Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde wegen Subsidiarität
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde wird gemäß § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie keine Aussicht auf Erfolg hat (vgl. BVerfGE 90, 22 ). Sie ist unzulässig.
1. Zwar haben das Landgericht und das Oberlandesgericht das Recht des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) verletzt, indem sie ihm die Stellungnahmen der Gegenseite jeweils nicht vor Zugang der unter 1. b), 1. c), 2. c) und 3. b) rubrizierten Beschlüsse übermittelt haben.
Art. 103 Abs. 1 gewährt jedem Verfahrensbeteiligten die grundsätzliche Möglichkeit, sich im Verfahren in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht zu äußern (vgl. BVerfGE 19, 32 ; 49, 325 ; BVerfGK 7, 438 ). Die Gelegenheit zur Äußerung muss grundsätzlich zu jedem dem Gericht unterbreiteten Vortrag eingeräumt werden, der für die Entscheidung erheblich ist (vgl. BVerfGE 19, 32 ; 49, 325 ; 89, 381 ; BVerfGK 7, 438 ). Dazu gehören Stellungnahmen der Gegenseite (vgl. BVerfGK 7, 438 ; BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 15. November 2010 - 2 BvR 1183/09 -, juris, Rn. 22 und vom 21. März 2011 - 2 BvR 301/11 -, juris, Rn. 2).
Dies gilt - auch wenn der Gehörsverstoß nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Aufhebung der ergangenen Entscheidung nur unter der Voraussetzung führt, dass sie auf dem Verstoß beruht (vgl. BVerfGE 7, 239 ; 13, 132 ; 52, 131 ; 89, 381 ) - grundsätzlich unabhängig davon, ob unter den gegebenen Umständen von der Möglichkeit auszugehen ist, dass eine etwaige Äußerung Einfluss auf das Entscheidungsergebnis gewinnt oder nicht. Denn der grundrechtliche Anspruch auf rechtliches Gehör dient nicht nur der Gewährleistung sachrichtiger Entscheidungen, sondern auch der Wahrung der Subjektstellung der Beteiligten im gerichtlichen Verfahren (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 6. Juni 2011 - 2 BvR 2076/08 -, juris, Rn. 3 m.w.N.).
2. Indes hat der Beschwerdeführer insoweit den Grundsatz der materiellen Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde (§ 90 Abs. 2 BVerfGG), der verlangt, dass Beschwerdeführer alle nach Lage der Dinge zur Verfügung stehenden prozessualen Möglichkeiten ergreifen, um die geltend gemachte Grundrechtsverletzung schon im fachgerichtlichen Verfahren zu verhindern oder zu beseitigen, nicht gewahrt (vgl. BVerfGE 107, 395 ; 112, 50 ; 134, 106 ).
3. Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.