Unrevocability of minor’s adoption upon majority of adoptee and legislative discretion in family law
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to admit the constitutional complaint, effectively ruling in favor of the lower court's legal interpretation and upholding the BGH's judgment that the non-dissolubility of a minor’s adoption after the adoptee reaches majority is constitutionally valid. The dispute concerned whether the statutory prohibition on dissolving an adoption of a minor after the adoptee becomes an adult violated fundamental rights regarding personal identity and family law attribution. The Court held that the legislature possessed a broad margin of discretion in structuring family law to promote the permanent integration of adopted children through status equality with biological children, and that the inability to sever the parental-child bond upon majority did not exceed this permissible scope, noting that related burdens could be mitigated through changes to name, support, and inheritance rights, while the distinct rule allowing dissolution of adoptions without the effects of a minor’s adoption remained consistent due to their lesser legal impact. Key legal bases included the legislative discretion in family law design under the Basic Law, § 1763 (1) and § 1771 sentence 1 of the German Civil Code (BGB), and the mitigation mechanisms provided by § 3 of the Name Change Act (NamÄndG), § 1611 BGB, and § 2339 BGB.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a BVerfGG, § 1763 Abs. 1 BGB, § 1771 Satz 1 BGB, § 1611 BGB, § 2339 BGB, § 1742 BGB; Unrevocability of minor’s adoption upon majority of adoptee and legislative discretion in family law: The dispute concerned whether the statutory prohibition on dissolving an adoption of a minor after the adoptee becomes an adult violated fundamental rights regarding personal identity and family law attribution. The Court held that the legislature possessed a broad margin of discretion in structuring family law to promote the permanent integration of adopted children through status equality with biological children, and that the inability to sever the parental-child bond upon majority did not exceed this permissible scope, noting that related burdens could be mitigated through changes to name, support, and inheritance rights, while the distinct rule allowing dissolution of adoptions without the effects of a minor’s adoption remained consistent due to their lesser legal impact. Key legal bases included the legislative discretion in family law design under the Basic Law, § 1763 (1) and § 1771 sentence 1 of the German Civil Code (BGB), and the mitigation mechanisms provided by § 3 of the Name Change Act (NamÄndG), § 1611 BGB, and § 2339 BGB.
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KI-generiertProcedural basis for the decision not to admit the constitutional complaint for adjudication due to lack of prospect of success.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Unaufhebbarkeit der Minderjährigenadoption nach Eintritt der Volljährigkeit der adoptierten Person verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden
[TENOR]
1. Der Beschwerdeführerin wird für das Verfassungsbeschwerdeverfahren Prozesskostenhilfe ohne Ratenzahlung bewilligt und Rechtsanwalt M… beigeordnet.
2. Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde wird gemäß § 93a BVerfGG nicht zur Entscheidung angenommen. Sie hat keine Aussicht auf Erfolg, weil die angegriffene Entscheidung des Bundesgerichtshofs, wonach weder § 1763 Abs. 1 BGB noch § 1771 Satz 1 BGB die Aufhebung einer Minderjährigenadoption nach Eintritt der Volljährigkeit der angenommenen Person zulassen, verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden ist. Dies gilt auch für die Einschätzung des Bundesgerichtshofs, dass diese Rechtslage mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
Die Kammer verkennt nicht, dass die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten betroffen ist. Die familienrechtliche Zuordnung im Rahmen eines Eltern-Kind-Verhältnisses mag für das Verständnis und die Entfaltung der eigenen Individualität in bestimmten Situationen ähnliche Bedeutung gewinnen wie etwa die biologische Abstammung (vgl. BVerfGE 79, 256 ), der Personenstand (vgl. BVerfGE 128, 109 ) oder auch der rechtlich zugewiesene Name (vgl. BVerfGE 78, 38 ). Sofern mit der Unaufhebbarkeit der Annahme Belastungen für die Angenommenen verbunden sind, werden diese durch die Möglichkeit der Durchtrennung des namensrechtlichen Bandes (§ 3 NamÄndG) sowie der Abwehr unerwünschter unterhaltsrechtlicher (§ 1611 BGB) und erbrechtlicher (§ 2339 BGB) Folgen gemildert.
Dass der Gesetzgeber nicht darüber hinaus auch die Aufhebung der Adoption minderjährig Angenommener nach Eintritt der Volljährigkeit vorgesehen hat, liegt noch im Gestaltungsspielraum, welcher dem Gesetzgeber bei der rechtlichen Ausgestaltung der Familie zukommt (vgl. BVerfGE 133, 59 ). Der Gesetzgeber hat bei dieser Ausgestaltung des Adoptionsrechts konsequent die verfassungsrechtlich legitime Zielsetzung verfolgt, die dauerhafte Integration angenommener Kinder in die aufnehmende Familie durch vollständige Angleichung des rechtlichen Status leiblicher und angenommener Kinder zu fördern (BTDrucks 7/3061, S. 1). Von einer Durchbrechung dieser Gleichstellung hat er auch hinsichtlich der Aufhebbarkeit des Eltern-Kind-Verhältnisses gezielt abgesehen (a.a.O., S. 27). Dass demgegenüber eine Volljährigenadoption aufgelöst werden kann, wenn sie nicht mit den Wirkungen der Minderjährigenadoption erfolgte (§ 1771 Satz 1 BGB), ist konsequent, weil die oder der Angenommene hier wegen der schwachen Adoptionswirkungen von vornherein rechtlich nicht in gleichem Maße in die Familie aufgenommen wird wie bei der Minderjährigenadoption. Plausibel ist auch, dass die Adoption Minderjähriger in besonderen Situationen aufgelöst werden kann, solange die oder der Angenommene minderjährig ist (§ 1763 Abs. 1 BGB), weil angesichts der Unzulässigkeit einer sogenannten Kettenadoption (§ 1742 BGB) nur so die Möglichkeit besteht, dass das minderjährige Kind, das der elterlichen Pflege und Erziehung bedarf, durch erneute Adoption geeignete Eltern erhält.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.