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2 BvR 1956/13 ECLI:DE:BVerfG:2014:rk20141203.2bvr195613 KI-generiert

Retention of prisoner correspondence under BayStVollzG and constitutional limits on restricting inmate communication

Geschäftsnummer 2 BvR 1956/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court (BVerfG) issued a non-acceptance decision, denying the constitutional complaint for lack of legal necessity due to the loss of the applicant's need for legal protection, thereby leaving the challenged lower court rulings in force. The dispute concerned a prisoner's challenge to the administrative retention of incoming correspondence addressed to him, raising issues of prisoner rights and censorship. The Court clarified that restrictions on the freedom of communication for prisoners, protected under Article 2(1) and Article 1(1) of the German Basic Law and implemented via Article 31 of the Bavian Prison Act, are permissible under Article 34(1) No. 1 BayStVollzG only if there are concrete indications of a real danger to the treatment mandate; such measures must strictly adhere to the principle of proportionality, with greater weight given to the prisoner's personality development when the assumed danger is less specific.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 1 Abs. 1 GG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Retention of prisoner correspondence under BayStVollzG and constitutional limits on restricting inmate communication: The dispute concerned a prisoner's challenge to the administrative retention of incoming correspondence addressed to him, raising issues of prisoner rights and censorship. The Court clarified that restrictions on the freedom of communication for prisoners, protected under Article 2(1) and Article 1(1) of the German Basic Law and implemented via Article 31 of the Bavian Prison Act, are permissible under Article 34(1) No. 1 BayStVollzG only if there are concrete indications of a real danger to the treatment mandate; such measures must strictly adhere to the principle of proportionality, with greater weight given to the prisoner's personality development when the assumed danger is less specific.

Schlagwörter

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Gefangener Retentionsrecht verfassungsmässige Schranken Persönlichkeitsschutz Anfechtung von Verwaltungsverfügungen Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 56, 99
BVerfGE 56, 99 ; 106, 210 ; 119, 309 ).
2 BvR 2651/94
Juni 1995 - 2 BvR 2651/94, juris; vgl.
BVerfGE 41, 329
BVerfGE 57, 170
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG

Main ground for the non-acceptance of the constitutional complaint due to lack of fundamental constitutional significance and lack of necessity for the enforcement of fundamental rights.

§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Procedural basis for omitting a further detailed justification in the decision.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Wegfall des Rechtsschutzbedürfnisses - Zu den verfassungsrechtlichen Vorgaben bzgl des Anhaltens von an Strafgefangene gerichtete Schreiben (§ 31 StVollzG; Art 34 StVollz BY)

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, da ihr keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zukommt und dies zur Durchsetzung der Grundrechte des Beschwerdeführers nicht angezeigt ist (vgl. § 93a Abs. 2 BVerfGG). Das Rechtsschutzbedürfnis des Beschwerdeführers ist entfallen (vgl. BVerfGE 56, 99 ; 106, 210 ; 119, 309 ).

Indes lassen die mit der Verfassungsbeschwerde angegriffenen Entscheidungen besorgen, dass der Bedeutung und Tragweite der Grundrechte des Beschwerdeführers nicht hinreichend Rechnung getragen worden ist. Die verfassungsrechtlichen Maßstäbe für die Zulässigkeit von Beschränkungen eingehender Schreiben, die an Strafgefangene gerichtet sind, ergeben sich aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG (BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 29. Juni 1995 - 2 BvR 2651/94, juris; vgl. auch BVerfGE 41, 329 ). Dem Gefangenen steht grundsätzlich die verfassungsrechtlich geschützte Freiheit zu, mit Personen außerhalb der Anstalt zu kommunizieren.

Der bayerische Gesetzgeber hat das Recht auf Schriftwechsel einfachgesetzlich in Art. 31 Abs. 1 BayStVollzG normiert. Beschränkungen dieses Rechts dürfen nur nach Maßgabe der Art. 31 ff. BayStVollzG vorgenommen werden. So kann gemäß Art. 34 Abs. 1 Nr. 1 BayStVollzG ein an einen Gefangenen gerichtetes Schreiben angehalten werden, wenn die Aushändigung an den Gefangenen die Erfüllung des Behandlungsauftrags im Sinne des Art. 2 Satz 2 BayStVollzG gefährden würde. Als Eingriff in die grundrechtlich gewährleistete Freiheit des Gefangenen setzt dies indes konkrete Anhaltspunkte für eine reale Gefährdung des Behandlungserfolgs voraus (vgl. BVerfG, Beschluss der 2.

Kammer des Zweiten Senats vom 29. Juni 1995 - 2 BvR 2651/94, juris). Außerdem ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten, wobei der Persönlichkeitsentfaltung des Gefangenen umso größeres Gewicht zukommt, je weniger konkret im Einzelfall die anzunehmende Gefährdung ist (BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 29. Juni 1995 - 2 BvR 2651/94, juris; vgl. auch BVerfGE 57, 170 ).

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.