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2 BvR 2330/13 ECLI:DE:BVerfG:2014:rk20140108.2bvr233013 KI-generiert

Prison enforcement appeal: appellate review of hearing rights requires consideration of non-decision-related submissions; constitutional complaint inadmissible due to missed deadline

Geschäftsnummer 2 BvR 2330/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court rejected the applicant's motion for reinstatement of the deadline and refused to accept the constitutional complaint for decision, leaving the challenged ruling from the Higher Regional Court of 22 October 2012 in force. The dispute arose from the dismissal of a prisoner's legal appeal (Rechtsbeschwerde) under § 116 StVollzG, where the applicant had challenged the Prison Enforcement Chamber's failure to process a pending declaratory action request (Fortsetzungsfeststellungsantrag) and its denial of that request's existence; the applicant argued that the appellate court erroneously refused to consider this "non-decision-related" (beschlussfremd) evidence. While the Constitutional Court found the lower court's legal view manifestly untenable—holding that effective legal protection against violations of the right to be heard (Gehörsverstoß) in prison proceedings requires appellate courts to examine submissions not reflected in the contested decision—the Court ultimately dismissed the case on procedural grounds, citing the applicant's failure to adhere to the constitutional complaint filing deadline and the lack of valid grounds for reinstatement.

Legislator-Regeste

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Prison enforcement appeal: appellate review of hearing rights requires consideration of non-decision-related submissions; constitutional complaint inadmissible due to missed deadline: Die Verfassungsbeschwerde kann jedoch nicht zur Entscheidung angenommen werden, weil sie unzulässig ist. Die Beschwerdeführerin hat die Verfassungsbeschwerdefrist versäumt, die schon mit dem Zugang des angegriffenen Beschlusses vom 22. Oktober 2012 zu laufen begann. Insoweit hat sie auch Wiedereinsetzungsgründe nicht geltend gemacht, so dass ihr Wiedereinsetzungsantrag abzulehnen ist.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Verletzung von Verfahrensrechten Vollstreckungsentscheid Gefangener hängiges Verfahren Feststellungsklage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Volltext

Nichtannahme einer mangels Fristwahrung unzulässigen Verfassungsbeschwerde: Effektiver Rechtsschutz im Rechtsbeschwerdeverfahren gem § 116 StVollzG gegen Gehörsverstöße der Strafvollstreckungskammer erfordert auch Feststellungen zu "beschlussfremdem" Vorbringen des Rechtsschutzsuchenden

[TENOR]

Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wird abgelehnt.

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

1. Zwar ist der Beschluss vom 22. Oktober 2012, mit dem das Oberlandesgericht die Rechtsbeschwerde der Beschwerdeführerin verworfen hat, in einer wesentlichen Hinsicht nicht nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin hatte mit der Rechtsbeschwerde gerügt, sie habe vor der Strafvollstreckungskammer einen Fortsetzungsfeststellungsantrag gestellt, den die Kammer zu Unrecht nicht bearbeitet und dessen Existenz sie zu Unrecht verneint habe. Der Sache nach war damit ein Gehörsverstoß der Strafvollstreckungskammer hinsichtlich des - nach dem Vortrag der Beschwerdeführerin gestellten - Fortsetzungsfeststellungsantrags gerügt. Zu dieser Rüge hat das Oberlandesgericht angenommen, soweit der Gefangene - damals noch männlichen Vornamens -, "beschlussfremd" vortrage, er habe einen Fortsetzungsfeststellungsantrag gestellt gehabt, dürfe der Senat als Rechtsbeschwerdegericht diesen Umstand nicht berücksichtigen; bei behaupteten Tatsachen, die sich nicht in den Feststellungen der angefochtenen Entscheidung widerspiegelten, sei es dem Rechtsbeschwerdegericht verwehrt, diese zu berücksichtigen. Diese Rechtsauffassung ist schon deshalb offenkundig unhaltbar, weil sie sich nicht mit der allgemein anerkannten Aufgabe des Rechtsbeschwerdegerichts verträgt, effektiven Rechtsschutz gegen etwaige Gehörsverstoße der Strafvollstreckungskammer zu gewähren (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 24. Juli 2008 - 2 BvR610/08 -, juris, Rn. 5; Arloth, StVollzG, 3. Aufl. 2011, § 116 Rn. 3, m. zahlr. w. N.), was typischerweise Feststellungen zu "beschlussfremdem", nämlich im angegriffenen Beschluss nicht wiedergegebenem Vorbringen des Rechtsschutzsuchenden erfordert.

2. Die Verfassungsbeschwerde kann jedoch nicht zur Entscheidung angenommen werden, weil sie unzulässig ist. Die Beschwerdeführerin hat die Verfassungsbeschwerdefrist versäumt, die schon mit dem Zugang des angegriffenen Beschlusses vom 22. Oktober 2012 zu laufen begann. Insoweit hat sie auch Wiedereinsetzungsgründe nicht geltend gemacht, so dass ihr Wiedereinsetzungsantrag abzulehnen ist.

3. Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.