Constitutional complaint against Anwaltgericht judgment: Inadmissibility for lack of substantiation and imposition of abuse fee under § 34 Abs. 2 BVerfGG
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court rejected the constitutional complaint as inadmissible and imposed a €500 misuse fee on the complainant, who is represented by counsel. The dispute concerned a challenge to a final decision by the Federal Bar Court, where the complainant alleged a violation of judicial independence under Article 101(1) sentence 2 of the German Basic Law, claiming the case was decided exclusively by lawyers. The Court found the complaint lacked the required substantive reasoning under Section 23(1) sentence 2 and Section 92 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), noting that the lower courts were actually composed of mixed professional judges and lawyers. Applying Section 34(2) BVerfGG, the Court determined that the filing constituted an abuse of the right to petition because it was manifestly unfounded and entirely lacking in substance, a failure for which the complainant's legal representation bears responsibility, thereby justifying the penalty fee to deter future meritless filings that hinder the court's operations.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 92 BVerfGG, § 34 Abs. 2 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG, § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG; Constitutional complaint against Anwaltgericht judgment: Inadmissibility for lack of substantiation and imposition of abuse fee under § 34 Abs. 2 BVerfGG: The dispute concerned a challenge to a final decision by the Federal Bar Court, where the complainant alleged a violation of judicial independence under Article 101(1) sentence 2 of the German Basic Law, claiming the case was decided exclusively by lawyers. The Court found the complaint lacked the required substantive reasoning under Section 23(1) sentence 2 and Section 92 of the Federal Constitutional Court Act (BVerfGG), noting that the lower courts were actually composed of mixed professional judges and lawyers. Applying Section 34(2) BVerfGG, the Court determined that the filing constituted an abuse of the right to petition because it was manifestly unfounded and entirely lacking in substance, a failure for which the complainant's legal representation bears responsibility, thereby justifying the penalty fee to deter future meritless filings that hinder the court's operations.
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KI-generiertCited in the first order to establish the non-acceptance of the constitutional complaint for decision.
Cited as the specific legal basis for declaring the complaint inadmissible due to lack of required substantiation.
Cited in the fourth order to justify the omission of a further detailed explanation of the decision.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Auferlegung einer Missbrauchsgebühr iHv 500 Euro bei Einlegung einer völlig substanzlosen Verfassungsbeschwerde
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG liegen nicht vor. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil sie nicht entsprechend den Anforderungen aus § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG begründet ist.
Nach § 34 Abs. 2 BVerfGG kann das Bundesverfassungsgericht eine Gebühr bis zu 2.600 € auferlegen, wenn die Einlegung der Verfassungsbeschwerde einen Missbrauch darstellt. Ein Missbrauch liegt vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung deshalb von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (vgl. etwa BVerfGK 6, 219; 10, 94 ), etwa weil die Verfassungsbeschwerde völlig ohne Substanz ist (vgl. BVerfGK 10, 94 ). Das Bundesverfassungsgericht muss es nicht hinnehmen, an der Erfüllung seiner Aufgaben durch erkennbar substanzlose Verfassungsbeschwerden gehindert zu werden, wodurch anderen Bürgern der ihnen zukommende Grundrechtsschutz nur verzögert gewährt werden kann (vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94 ).
Von einem Rechtsanwalt - als Bevollmächtigtem wie auch in eigener Sache - ist zu erwarten, dass er sich mit der verfassungsrechtlichen Materie und der hierzu ergangenen Rechtsprechung sowie den Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Verfassungsbeschwerde auseinandersetzt, die Erfolgsaussichten des Rechtsbehelfs eingehend abwägt und sich den Ergebnissen seiner Prüfung entsprechend verhält (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 29. Mai 1996 - 2 BvR 725/96 -, juris; Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 19. Februar 2009 - 2 BvR 191/09 -, juris;
Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 24. August 2010 - 1 BvR 1584/10 -, juris). Unterlässt er dies in vorwerfbarer Weise und kommt es hierdurch zur Einlegung einer völlig substanzlosen Verfassungsbeschwerde, setzt sich der Rechtsanwalt der Gefahr einer Gebührenbelastung nach § 34 Abs. 2 BVerfGG aus.
Hätte sich der Beschwerdeführer in gebotener Weise mit den Zulässigkeitsvoraussetzungen befasst, wäre ihm nicht verborgen geblieben, dass die Verfassungsbeschwerde mangels hinreichender Substantiierung (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG) für jedermann ersichtlich unzulässig ist. Dennoch hat er erneut eine völlig substanzlose Verfassungsbeschwerde eingelegt. Zu den gerügten Grundrechten - mit Ausnahme des Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG - fehlen jegliche Ausführungen. Ungeachtet der zweifelhaften verfassungsrechtlichen Relevanz gehen die Darlegungen des Beschwerdeführers zu Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG bereits in tatsächlicher Hinsicht fehl. Entgegen seinem Vortrag hat im vorliegenden Verfahren bereits kein ausschließlich mit Anwälten besetztes Anwaltsgericht abschließend entschieden, sondern aufgrund der eingelegten Rechtsmittel die mit Berufsrichtern und Rechtsanwälten besetzten Senate des Anwaltsgerichtshofs und des Bundesgerichtshofs (vgl. § 104 Satz 2 und § 106 Abs. 2 Satz 1 der Bundesrechtsanwaltsordnung ).
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.