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1 BvR 1522/12 KI-generiert

Constitutional right to be heard: No claim to oral expert interrogation or mandatory specific written questions under Art. 103(1) GG

Geschäftsnummer 1 BvR 1522/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court declined to hear the constitutional complaint, leaving the lower court's decision in force and ruling that the complainant had no prospect of success. The dispute concerned whether the refusal of a social court to hold a mandatory oral hearing with a judicial expert violated the constitutional right to be heard, specifically regarding the form and requirements for requesting such an interrogation. The Court held that while Article 103(1) of the German Basic Law guarantees the right to be heard, it does not confer an absolute right to an oral hearing or an unconditional right to orally interrogate experts; courts may constitutionally prioritize written submissions and may impose the same specific content requirements on requests for oral expert examination as they do for written ones, provided such requests do not merely repeat written arguments but offer additional value. Since the complainant failed to provide concrete questions and objections as required, the lower court's assessment was deemed constitutionally unobjectionable.

Legislator-Regeste

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Art 103 Abs 1 GG, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional right to be heard: No claim to oral expert interrogation or mandatory specific written questions under Art. 103(1) GG: The dispute concerned whether the refusal of a social court to hold a mandatory oral hearing with a judicial expert violated the constitutional right to be heard, specifically regarding the form and requirements for requesting such an interrogation. The Court held that while Article 103(1) of the German Basic Law guarantees the right to be heard, it does not confer an absolute right to an oral hearing or an unconditional right to orally interrogate experts; courts may constitutionally prioritize written submissions and may impose the same specific content requirements on requests for oral expert examination as they do for written ones, provided such requests do not merely repeat written arguments but offer additional value. Since the complainant failed to provide concrete questions and objections as required, the lower court's assessment was deemed constitutionally unobjectionable.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör mündliches Verfahren verfassungsmässige Anforderung Prozessrecht Verteidigungsrechte Verfassungsbeschwerde im Ausland

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG

Basis for declining to hear the constitutional complaint due to lack of prospects for success.

§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Provision allowing the court to omit further detailed reasoning in its decision.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Anforderungen des Art 103 Abs 1 GG an die Form der Anhörung eines gerichtlichen Sachverständigen sowie an die Beantragung einer mündlichen Sachverständigenbefragung

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG

nicht vorliegen. Sie hat keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, weil sie jedenfalls unbegründet ist.

Zwar umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör aus Art. 103 Abs. 1 GG grundsätzlich auch die ergänzende Anhörung von gerichtlichen

Sachverständigen (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 17. Januar 2012 - 1 BvR 2728/10 -, juris, Rn.

13). Art. 103 Abs. 1 GG verlangt jedoch nicht, einem Antrag auf mündliche Anhörung der Sachverständigen ausnahmslos Folge

zu leisten, selbst wenn der Antrag rechtzeitig und nicht missbräuchlich gestellt ist (BVerfG, a.a.O., Rn. 15). Da Art. 103

Abs. 1 GG keinen Anspruch auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung enthält (vgl. BVerfGE 60, 175 ; 89, 381 ;

112, 185 m.w.N.), besteht auch kein verfassungsrechtlicher Anspruch, das einfachrechtlich geregelte Fragerecht gegenüber

Sachverständigen und Zeugen in jedem Fall mündlich auszuüben (vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 17.

Januar 2012 - 1 BvR 2728/10 -, juris, Rn. 15 m.w.N.). Es ist verfassungsrechtlich daher jedenfalls nicht zu beanstanden, wenn

die Fachgerichte die Beteiligten vorrangig darauf verweisen, Fragen und Einwendungen schriftlich vorzutragen, um Sachverständige

oder sachverständige Zeugen damit zu konfrontieren. Die gegebenenfalls anschließende mündliche Befragung kann möglicherweise

aber dann geboten sein, wenn sie sich nicht in der Wiederholung schriftlicher Äußerungen erschöpft, sondern darüber hinaus

einen Mehrwert hat. Auch in diesem Fall ist es verfassungsrechtlich jedoch unbedenklich, wenn die Fachgerichte an die Beantragung

mündlicher Sachverständigenbefragungen nicht weniger Anforderungen stellen als an eine schriftliche Befragung, die die Benennung

konkreter Fragen und Einwendungen voraussetzt. Gegen die Einschätzung des Landessozialgerichts, dass es hieran im vorliegenden

Fall gefehlt habe, ist verfassungsrechtlich nichts zu erinnern.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.