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1 BvR 2614/12 ECLI:DE:BVerfG:2013:rk20130417.1bvr261412 KI-generiert

Limits on expropriation under a final project approval where public interest no longer justifies the taking

Geschäftsnummer 1 BvR 2614/12
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, leaving the lower administrative court’s rejection of interim relief in force. The case involved a property owner challenging the denial of an injunction to cancel a 2005 project approval decision for the Stuttgart 21 rail infrastructure, arguing that subsequent changes to the legal or factual landscape rendered the associated expropriation no longer in the public interest, in violation of property rights, equality, and legal remedy guarantees. The Court held that while the lower court correctly recognized that a constitutionally protected property interest can prevent the ordering of expropriation for a valid project approval if it no longer serves the public interest, the lower court was not constitutionally required to bypass established administrative law principles for overturning final, binding project approvals; the assessment of whether such exceptions applied was a matter of factual evaluation and ordinary law interpretation, not subject to broad constitutional review.

Legislator-Regeste

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Art. 103 Abs. 1 GG, § 93a Abs. 2 BVerfGG, Art. 14 GG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Limits on expropriation under a final project approval where public interest no longer justifies the taking: The case involved a property owner challenging the denial of an injunction to cancel a 2005 project approval decision for the Stuttgart 21 rail infrastructure, arguing that subsequent changes to the legal or factual landscape rendered the associated expropriation no longer in the public interest, in violation of property rights, equality, and legal remedy guarantees. The Court held that while the lower court correctly recognized that a constitutionally protected property interest can prevent the ordering of expropriation for a valid project approval if it no longer serves the public interest, the lower court was not constitutionally required to bypass established administrative law principles for overturning final, binding project approvals; the assessment of whether such exceptions applied was a matter of factual evaluation and ordinary law interpretation, not subject to broad constitutional review.

Schlagwörter

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Gegenstand der Enteignung verfassungsmässige Schranken öffentliches Eigentum Eigentumsbeschränkung Subrogation des Gemeinwesens Enteignungsberechtigung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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1 BvR 1698/04
September 2007 - 1 BvR 1698/04
BVerfGE 38, 175
13 sowie für den Fall der Rückenteignung BVerfGE 38, 175 ).
BVerfGE 18, 85
BVerfGE 18, 85 ; stRspr).
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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Aufhebung eines Planfeststellungsbeschlusses nur nach Maßgabe der anerkannten Grundsätze für die Überwindung rechtskräftig bestätigter Planfeststellungsbeschlüsse - Grenzen der Anordnung einer Enteignung zur Verwirklichung eines planfestgestellten Vorhabens auch bei rechtskräftiger Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses mit enteignungsrechtlicher Vorwirkung

[GRUENDE]

Die mit einem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung verbundene Verfassungsbeschwerde betrifft die Sicherung eines

vom Beschwerdeführer geltend gemachten Anspruchs auf Aufhebung eines Planfeststellungsbeschlusses zur Realisierung des Vorhabens

"Stuttgart 21".

1. Der Beschwerdeführer ist Eigentümer einer Wohnung in einem Gebäude in Stuttgart, dessen Abbruch der Planfeststellungsbeschluss

des Eisenbahn-Bundesamts vom 28. Januar 2005 über die "Talquerung mit neuem Hauptbahnhof" als notwendige Folgemaßnahme vorsieht.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss hat der Beschwerdeführer erfolglos geklagt (vgl. Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg,

Urteil vom 6. April 2006 - 5 S 848/05 -, juris).

Im Mai 2012 beantragte der Beschwerdeführer beim Eisenbahn-Bundesamt die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses. Im Juni

2012 stellte er zur Sicherung des geltend gemachten Anspruchs einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes. Diesen

lehnte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit Beschluss vom 13. August 2012 (5 S 1200/12, juris) ab. Hiergegen richtet

sich die Verfassungsbeschwerde.

Mit seiner Verfassungsbeschwerde rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung seiner Rechte aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1, Art. 14

Abs. 1 Satz 1, Abs. 3, Art. 3 Abs. 1 und Art. 103 Abs. 1 GG.

2. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen nach § 93a Abs. 2 BVerfGG hierfür

nicht vorliegen.

Der Verwaltungsgerichtshof hat nicht verkannt, dass der verfassungsrechtlich garantierte Schutz des Eigentums (Art. 14 GG)

es trotz Rechtskraft eines Urteils über die Klage gegen einen Planfeststellungsbeschluss, der enteignungsrechtliche Vorwirkung

entfaltet, verbietet, eine Enteignung zur Verwirklichung des mit dem Planfeststellungsbeschluss zugelassenen Vorhabens anzuordnen,

wenn feststeht, dass diese Enteignung aufgrund nachträglich eingetretener Änderungen der Sach- oder Rechtslage nicht mehr

dem Gemeinwohl dienen würde (vgl. dazu BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 19. September 2007 - 1 BvR 1698/04

-, juris Rn. 13 sowie für den Fall der Rückenteignung BVerfGE 38, 175 ). Dass der Verwaltungsgerichtshof die begehrte

Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses nur nach Maßgabe der in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung anerkannten

Grundsätze für die Überwindung rechtskräftig bestätigter Planfeststellungsbeschlüsse zulässt, ist von Verfassungs wegen nicht

zu beanstanden. Ob die Voraussetzungen für eine solche Aufhebung im konkreten Fall vorlagen, ist in erster Linie eine Frage

der Würdigung des Sachverhalts und der Auslegung und Anwendung des einfachen Rechts, die nur in engen Grenzen verfassungsgerichtlicher

Kontrolle zugänglich sind (vgl. BVerfGE 18, 85 ; stRspr). Für eine Verletzung spezifischen Verfassungsrechts ist hier

nichts ersichtlich.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.