Missed constitutional complaint deadline: Non-notice to former counsel and legal error regarding start of time limit
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, denying the applicants reinstatement to their former procedural status; the decision upheld the lower court's prior procedural dismissal. The dispute concerned the missed one-month filing deadline for a constitutional complaint against a Federal Administrative Court decision, with the applicants arguing they were not at fault for missing the deadline because they erroneously believed the period began upon their direct knowledge of the decision, rather than upon notification to their former legal counsel. Relying on § 93(1) and (2) of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the deadline expired on January 7, 2013, while the complaint was filed on January 13, 2013. The Court ruled that a legal misunderstanding regarding the timing of service to a previous representative does not constitute a lack of fault necessary for reinstatement, as a diligent complainant would have anticipated the notification to counsel as the trigger for the deadline and sought immediate legal advice to clarify the correct start date.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG, § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG; Missed constitutional complaint deadline: Non-notice to former counsel and legal error regarding start of time limit: The dispute concerned the missed one-month filing deadline for a constitutional complaint against a Federal Administrative Court decision, with the applicants arguing they were not at fault for missing the deadline because they erroneously believed the period began upon their direct knowledge of the decision, rather than upon notification to their former legal counsel. Relying on § 93(1) and (2) of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the deadline expired on January 7, 2013, while the complaint was filed on January 13, 2013. The Court ruled that a legal misunderstanding regarding the timing of service to a previous representative does not constitute a lack of fault necessary for reinstatement, as a diligent complainant would have anticipated the notification to counsel as the trigger for the deadline and sought immediate legal advice to clarify the correct start date.
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KI-generiertThe provision cited as the basis for not accepting the constitutional complaint for decision due to non-fulfillment of the requirements for admissibility.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Wegen Nichteinhaltung der Frist des § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG unzulässige Verfassungsbeschwerde – Rechtsirrtum als Grund für Fristversäumung bei der Beurteilung eines Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand regelmäßig unbeachtlich
[GRUENDE]
Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen nach § 93a Abs. 2 BVerfGG hierfür
(vgl. dazu BVerfGE 90, 22 ) nicht vorliegen.
1. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Beschwerdeführer die Frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG zur Erhebung
der Verfassungsbeschwerde nicht eingehalten haben. Für den Fristbeginn ist gemäß § 93 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG auf die Zustellung
oder formlose Mitteilung der Entscheidung und damit im vorliegenden Fall auf die Bekanntgabe des mit der Verfassungsbeschwerde
angegriffenen Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts am 6. Dezember 2012 an die damaligen Prozessbevollmächtigten der Beschwerdeführer
abzustellen (vgl. nur BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 9. April 2008 - 2 BvR 454/08 -, juris Rn. 2).
Die Frist endete infolgedessen, da der 6. Januar 2013 ein Sonntag war, mit Ablauf des 7. Januar 2013. Die Verfassungsbeschwerde
ging beim Bundesverfassungsgericht erstmals per Fax am 13. Januar 2013 ein.
2. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gemäß § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG ist den Beschwerdeführern nicht zu gewähren. Denn
sie waren nicht ohne Verschulden verhindert, die Frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG einzuhalten.
Zur Begründung ihres Wiedereinsetzungsantrages tragen die Beschwerdeführer vor, sie hätten nicht gewusst, dass der Zugang
der Entscheidung bei ihren damaligen Prozessbevollmächtigten ausschlaggebend für die Monatsfrist sei; sie verweisen insoweit
auch auf § 93 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG.
Ein Rechtsirrtum, wie ihn die Beschwerdeführer damit geltend machen, rechtfertigt nur in Ausnahmefällen die Annahme fehlenden
Verschuldens (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 27. September 2002 - 2 BvR 855/02 -, juris Rn. 6).
Ein solcher liegt hier nicht vor. Von einem sorgfältigen Beschwerdeführer wäre zu erwarten gewesen, dass er den Zeitpunkt
der Bekanntgabe an seinen (ehemaligen) Prozessbevollmächtigten jedenfalls auch als maßgeblichen Zeitpunkt für den Fristbeginn
in Betracht gezogen und dann Rechtsrat, insbesondere eines Rechtsanwaltes eingeholt hätte. Es ist weder vorgetragen worden
noch wäre es glaubhaft, dass die Beschwerdeführer nicht kurzfristig eine Klärung hinsichtlich des zutreffenden Fristbeginns
hätten erreichen können.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.