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1 BvR 539/13 ECLI:DE:BVerfG:2013:rk20130325.1bvr053913 KI-generiert

Missed constitutional complaint deadline: Non-notice to former counsel and legal error regarding start of time limit

Geschäftsnummer 1 BvR 539/13
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, denying the applicants reinstatement to their former procedural status; the decision upheld the lower court's prior procedural dismissal. The dispute concerned the missed one-month filing deadline for a constitutional complaint against a Federal Administrative Court decision, with the applicants arguing they were not at fault for missing the deadline because they erroneously believed the period began upon their direct knowledge of the decision, rather than upon notification to their former legal counsel. Relying on § 93(1) and (2) of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the deadline expired on January 7, 2013, while the complaint was filed on January 13, 2013. The Court ruled that a legal misunderstanding regarding the timing of service to a previous representative does not constitute a lack of fault necessary for reinstatement, as a diligent complainant would have anticipated the notification to counsel as the trigger for the deadline and sought immediate legal advice to clarify the correct start date.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG, § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, § 93 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG; Missed constitutional complaint deadline: Non-notice to former counsel and legal error regarding start of time limit: The dispute concerned the missed one-month filing deadline for a constitutional complaint against a Federal Administrative Court decision, with the applicants arguing they were not at fault for missing the deadline because they erroneously believed the period began upon their direct knowledge of the decision, rather than upon notification to their former legal counsel. Relying on § 93(1) and (2) of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the deadline expired on January 7, 2013, while the complaint was filed on January 13, 2013. The Court ruled that a legal misunderstanding regarding the timing of service to a previous representative does not constitute a lack of fault necessary for reinstatement, as a diligent complainant would have anticipated the notification to counsel as the trigger for the deadline and sought immediate legal advice to clarify the correct start date.

Schlagwörter

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gesetzliche Verfahrensfrist Vorherige Verwaltungsbeschwerde Anwaltsverschulden verfassungsmässige Schranken Verfassungsbeschwerde im Ausland Eröffnung des Entscheids

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 90, 22
dazu BVerfGE 90, 22 ) nicht vorliegen.
2 BvR 454/08
April 2008 - 2 BvR 454/08 -, juris Rn.
2 BvR 855/02
September 2002 - 2 BvR 855/02 -, juris Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG

The provision cited as the basis for not accepting the constitutional complaint for decision due to non-fulfillment of the requirements for admissibility.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Wegen Nichteinhaltung der Frist des § 93 Abs 1 S 1 BVerfGG unzulässige Verfassungsbeschwerde – Rechtsirrtum als Grund für Fristversäumung bei der Beurteilung eines Antrags auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand regelmäßig unbeachtlich

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen nach § 93a Abs. 2 BVerfGG hierfür

(vgl. dazu BVerfGE 90, 22 ) nicht vorliegen.

1. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil die Beschwerdeführer die Frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG zur Erhebung

der Verfassungsbeschwerde nicht eingehalten haben. Für den Fristbeginn ist gemäß § 93 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG auf die Zustellung

oder formlose Mitteilung der Entscheidung und damit im vorliegenden Fall auf die Bekanntgabe des mit der Verfassungsbeschwerde

angegriffenen Beschlusses des Bundesverwaltungsgerichts am 6. Dezember 2012 an die damaligen Prozessbevollmächtigten der Beschwerdeführer

abzustellen (vgl. nur BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 9. April 2008 - 2 BvR 454/08 -, juris Rn. 2).

Die Frist endete infolgedessen, da der 6. Januar 2013 ein Sonntag war, mit Ablauf des 7. Januar 2013. Die Verfassungsbeschwerde

ging beim Bundesverfassungsgericht erstmals per Fax am 13. Januar 2013 ein.

2. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gemäß § 93 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG ist den Beschwerdeführern nicht zu gewähren. Denn

sie waren nicht ohne Verschulden verhindert, die Frist des § 93 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG einzuhalten.

Zur Begründung ihres Wiedereinsetzungsantrages tragen die Beschwerdeführer vor, sie hätten nicht gewusst, dass der Zugang

der Entscheidung bei ihren damaligen Prozessbevollmächtigten ausschlaggebend für die Monatsfrist sei; sie verweisen insoweit

auch auf § 93 Abs. 1 Satz 4 BVerfGG.

Ein Rechtsirrtum, wie ihn die Beschwerdeführer damit geltend machen, rechtfertigt nur in Ausnahmefällen die Annahme fehlenden

Verschuldens (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 27. September 2002 - 2 BvR 855/02 -, juris Rn. 6).

Ein solcher liegt hier nicht vor. Von einem sorgfältigen Beschwerdeführer wäre zu erwarten gewesen, dass er den Zeitpunkt

der Bekanntgabe an seinen (ehemaligen) Prozessbevollmächtigten jedenfalls auch als maßgeblichen Zeitpunkt für den Fristbeginn

in Betracht gezogen und dann Rechtsrat, insbesondere eines Rechtsanwaltes eingeholt hätte. Es ist weder vorgetragen worden

noch wäre es glaubhaft, dass die Beschwerdeführer nicht kurzfristig eine Klärung hinsichtlich des zutreffenden Fristbeginns

hätten erreichen können.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.