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1 BvR 2003/11 ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20111130.1bvr200311 KI-generiert

Constitutional requirement for unanimity of all panel members in issuing preliminary warnings on appeal prospects under § 522 ZPO

Geschäftsnummer 1 BvR 2003/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint, leaving the lower court's order dismissing the appellant's civil appeal in force. The dispute concerned a procedural challenge to a decision by an Oberlandesgericht that rejected an appeal as unfounded under § 522 of the Code of Civil Procedure (ZPO), where the appellant argued that the mandatory warning regarding the lack of prospects of success was constitutionally deficient because it was issued by only two of the three judges on the panel. The Court held that the constitutional rights to effective legal protection and equal access to the courts do not require the warning under § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO to be issued by all members of the panel that later decides the case; the decisive legal basis affirmed that the constitutionality of the dismissal mechanism relies on the mandatory unanimity of the final decision, the absence of need for revision, and the actual lack of success prospects, not the composition of the panel during the warning phase.

Legislator-Regeste

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§ 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § 93a Abs. 2 BVerfGG, § 522 ZPO, § 522 Abs. 2 ZPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional requirement for unanimity of all panel members in issuing preliminary warnings on appeal prospects under § 522 ZPO: The dispute concerned a procedural challenge to a decision by an Oberlandesgericht that rejected an appeal as unfounded under § 522 of the Code of Civil Procedure (ZPO), where the appellant argued that the mandatory warning regarding the lack of prospects of success was constitutionally deficient because it was issued by only two of the three judges on the panel. The Court held that the constitutional rights to effective legal protection and equal access to the courts do not require the warning under § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO to be issued by all members of the panel that later decides the case; the decisive legal basis affirmed that the constitutionality of the dismissal mechanism relies on the mandatory unanimity of the final decision, the absence of need for revision, and the actual lack of success prospects, not the composition of the panel during the warning phase.

Schlagwörter

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verfassungsmässige Anforderung Vorabentscheidungsverfahren Vorentscheid Zivilprozessordnung Verfahrensrechte Kündigungsschutz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG

Cited as the legal basis for not accepting the constitutional complaint for decision.

§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Cited as the basis for omitting a detailed reasoning in the decision.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Grundrechte auf effektiven Rechtsschutz und gleichen Zugang zu Gericht erfordern nicht, dass Hinweis gem § 522 Abs 2 S 2 ZPO von allen Mitgliedern des Spruchkörpers erteilt wird

[GRUENDE]

I. Die Verfassungsbeschwerde betrifft einen Beschluss, mit dem das Oberlandesgericht gemäß § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO a.F. eine

Berufung des Beschwerdeführers zurückgewiesen hat. Der Beschwerdeführer wendet sich unter anderem dagegen, dass der dem Beschluss

vorangegangene Hinweis auf die mangelnde Erfolgsaussicht der Berufung gemäß § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO a.F. nach Beratung von

nur zwei der drei zur Entscheidung berufenen Senatsmitglieder, nämlich dem Vorsitzenden und der Berichterstatterin, erteilt

worden ist.

II. Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen dafür nicht vorliegen (§ 93a Abs.

2 BVerfGG).

Die Annahme der Verfassungsbeschwerde ist insbesondere nicht zur Durchsetzung der Grundrechte und grundrechtsgleichen Rechte

des Beschwerdeführers angezeigt. Anhaltspunkte dafür, dass die angegriffene Entscheidung gegen die als verletzt gerügten verfassungsmäßigen

Rechte des Beschwerdeführers verstoßen könnte, sind auf der Grundlage des Vorbringens der Verfassungsbeschwerde nicht ersichtlich.

Die Zurückweisung einer Berufung nach § 522 ZPO a.F. durch einstimmigen Beschluss verletzt den Anspruch auf wirkungsvollen

Rechtsschutz, wenn die Verfahrenswahl auf einer schlechterdings nicht vertretbaren Auslegung und Anwendung des § 522 Abs.

2 ZPO beruht (vgl. BVerfGK 11, 235 ) und so einer Partei den Zugang zu einer durch die Zivilprozessordnung grundsätzlich

eröffneten Instanz in unzumutbarer, aus Sachgründen nicht mehr zu rechtfertigender Weise erschwert wird (vgl. BVerfGK 5, 189

; 12, 341 ).

Das war vorliegend nicht der Fall. Zu den verfahrensrechtlichen Sicherungen, von denen die Verfassungsmäßigkeit des § 522

Abs. 2 und Abs. 3 ZPO a.F. im Hinblick auf die Grundrechte auf effektiven Rechtsschutz und gleichen Zugang zu den Gerichten

abhängt, gehört neben der Übereinstimmung von Ausgangs- und Berufungsgericht, der obligatorischen Einstimmigkeit des Spruchkörpers

des Berufungsgerichts über die fehlende Erfolgsaussicht sowie das Fehlen eines Bedürfnisses revisionsgerichtlicher Klärung

auch, dass die Berufung ohne Aussicht auf Erfolg ist (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 18. Juli

2011 - 1 BvR 1618/10 -, juris, Rn. 13; BVerfGK 14, 8 ; 14, 118 ; 14, 316 ). Aus verfassungsrechtlicher Sicht

nicht erforderlich ist hingegen, dass bereits der Hinweis gemäß § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO von allen an der späteren Entscheidung

beteiligten Richtern erteilt wird. Eine Beeinträchtigung der verfassungsmäßigen Rechte des Beschwerdeführers ist weder dargelegt

noch erkennbar.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.