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2 BvR 94/11 ECLI:DE:BVerfG:2011:rk20110131.2bvr009411 KI-generiert

Constitutional complaint against Therapy Placement Act dismissed for lack of personal standing and insufficient substantiation of equality challenge

Geschäftsnummer 2 BvR 94/11
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint as inadmissible, ruling in favor of the state by denying the petitioner’s request for immediate release from preventive detention. The case involved a challenge against the Therapy and Placement Act (ThUG), which the petitioner argued violated the equality clause (Article 3(1) of the Basic Law) by establishing a separate therapeutic placement regime for new offenders while keeping him and other "old case" detainees in preventive detention under prison-like conditions. The Court held that the complaint failed to meet substantiation requirements because the petitioner was not personally affected by the ThUG due to the prohibition on retroactive aggravation of preventive detention; furthermore, the petitioner did not substantiate that excluding him from the Act’s scope constituted a specific disadvantage compared to those covered by it, nor did he challenge the specific conditions of his detention, which would require judicial review in specialized courts rather than a constitutional complaint.

Legislator-Regeste

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Art 3 Abs 1 GG, § 90 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint against Therapy Placement Act dismissed for lack of personal standing and insufficient substantiation of equality challenge: The case involved a challenge against the Therapy and Placement Act (ThUG), which the petitioner argued violated the equality clause (Article 3(1) of the Basic Law) by establishing a separate therapeutic placement regime for new offenders while keeping him and other "old case" detainees in preventive detention under prison-like conditions. The Court held that the complaint failed to meet substantiation requirements because the petitioner was not personally affected by the ThUG due to the prohibition on retroactive aggravation of preventive detention; furthermore, the petitioner did not substantiate that excluding him from the Act’s scope constituted a specific disadvantage compared to those covered by it, nor did he challenge the specific conditions of his detention, which would require judicial review in specialized courts rather than a constitutional complaint.

Schlagwörter

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Haftentlassung verfassungsmässige Rechtsgleichheit fehlende Legitimation Normenkontrolle ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Fall des Ausschlusses

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 29, 268
ausgenommen ist (BVerfGE 29, 268 ).
BVerfGE 109, 133
anzubieten (vgl. BVerfGE 109, 133 ).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 90 BVerfGG

Procedural provision cited to determine that the complaint is inadmissible because it does not meet the requirements of subsidiarity.

§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Procedural provision authorizing the court to dispense with a further reasoning in the order.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Zur Vereinbarkeit des Gesetzes zur Therapierung und Unterbringung psychisch gestörter Gewalttäter (juris: ThUG) mit Art 3 Abs 1 GG - hier: Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde wegen mangelnder Selbstbetroffenheit des Beschwerdeführers sowie unzureichender Substantiierung

[GRUENDE]

I. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen das Gesetz zur Neuordnung des Rechts der Sicherungsverwahrung und zu begleitenden Regelungen,

insbesondere gegen das als Art. 5 erlassene Gesetz zur Therapierung und Unterbringung psychisch gestörter Gewalttäter (ThUG)

(BGBl I 2010, S. 2300 ). Er befindet sich derzeit in Sicherungsverwahrung, die im Jahre 2003 zusammen mit seiner Verurteilung

zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren angeordnet wurde. Er ist der Auffassung, dass das Therapieunterbringungsgesetz unter

anderem gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstoße. Ihm und anderen Sicherungsverwahrten würde die Freiheit weiterhin unter Gefängnisbedingungen

entzogen, während nach dem Therapieunterbringungsgesetz untergebrachte Personen in geeigneten geschlossenen Einrichtungen

unter Bedingungen leben würden, die klar von der Freiheitsstrafe abgegrenzt seien. Der Beschwerdeführer beantragt seine sofortige

Freilassung aus der Sicherungsverwahrung.

II. Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil sie den Subsidiaritätsanforderungen nicht genügt (§ 90 BVerfGG). Der Beschwerdeführer

ist durch das Therapieunterbringungsgesetz nicht selbst betroffen.

Nach § 1 Abs. 1 findet das Therapieunterbringungsgesetz nur auf Personen Anwendung, die nicht länger in der Sicherungsverwahrung

untergebracht werden können, weil ein Verbot rückwirkender Verschärfung im Recht der Sicherungsverwahrung zu berücksichtigen

ist. Zu diesem Personenkreis gehört der Beschwerdeführer nicht.

Zwar kann ein Betroffener grundsätzlich auch gegen eine gesetzliche Regelung Verfassungsbeschwerde erheben, deren Adressat

er nicht ist. Das setzt jedoch voraus, dass er vom Anwendungsbereich der Vorschrift unter Verstoß gegen den Gleichheitssatz

ausgenommen ist (BVerfGE 29, 268 ).

Die Verfassungsbeschwerde enthält insoweit jedoch keinen substantiierten Vortrag. Sie begründet weder, weshalb die Begrenzung

des Anwendungsbereichs des Therapieunterbringungsgesetzes auf sogenannte Altfälle gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstoßen soll, noch

lässt sich ihr entnehmen, dass der Beschwerdeführer gegenüber dem Personenkreis, der unter das Therapieunterbringungsgesetz

fällt, dadurch benachteiligt würde. Auch dem Beschwerdeführer sind während der Sicherungsverwahrung im Rahmen eines sinnvollen

Behandlungsvollzugs, der sich von der Freiheitsstrafe abgrenzt, Resozialisierungsangebote, insbesondere Therapie- oder Arbeitsmöglichkeiten

anzubieten (vgl. BVerfGE 109, 133 ).

Soweit die Ausgestaltung seiner Vollzugsbedingungen diesen Anforderungen nicht entsprechen sollte, wofür der Beschwerdeführer

wiederum nichts vorträgt, beruhte dies nicht auf einer Ungleichbehandlung durch das Therapieunterbringungsgesetz, sondern

auf der Art und Weise des Vollzugs. Diese könnte der Beschwerdeführer fachgerichtlich überprüfen lassen.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.