Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2 BvR 2174/10 ECLI:DE:BVerfG:2010:rk20101018.2bvr217410 KI-generiert

Unavailability of federal constitutional review for violations of subjective voting rights in state elections under Art. 28 GG

Geschäftsnummer 2 BvR 2174/10
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court refused to admit the constitutional complaint, finding it inadmissible, and thereby dismissed the petitioners' claim; consequently, the request for interim injunctive relief was rendered moot. The dispute concerned the alleged violation of the subjective right to equal suffrage regarding the electoral system for the Schleswig-Holstein State Parliament. The Court held that Article 38(1) Sentence 1 of the Basic Law applies exclusively to federal elections and cannot be applied by analogy to state-level elections due to the separate constitutional spheres of the federal and state governments. While Article 28(1) Sentence 2 of the Basic Law requires states to uphold democratic principles, it does not confer a subjective right enforceable before the Federal Constitutional Court; states provide exhaustive subjective rights protection for their elections through their own constitutional and legal remedies, such as the two-stage election scrutiny procedure under state law, meaning Article 19(4) does not guarantee federal constitutional court review for these specific matters.

Legislator-Regeste

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Art. 3 Abs. 1 GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG, Art. 38 GG, Art. 28 Abs. 1 GG, Art. 19 Abs. 4 GG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Unavailability of federal constitutional review for violations of subjective voting rights in state elections under Art. 28 GG: The dispute concerned the alleged violation of the subjective right to equal suffrage regarding the electoral system for the Schleswig-Holstein State Parliament. The Court held that Article 38(1) Sentence 1 of the Basic Law applies exclusively to federal elections and cannot be applied by analogy to state-level elections due to the separate constitutional spheres of the federal and state governments. While Article 28(1) Sentence 2 of the Basic Law requires states to uphold democratic principles, it does not confer a subjective right enforceable before the Federal Constitutional Court; states provide exhaustive subjective rights protection for their elections through their own constitutional and legal remedies, such as the two-stage election scrutiny procedure under state law, meaning Article 19(4) does not guarantee federal constitutional court review for these specific matters.

Schlagwörter

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Wahl bei politischen Rechten ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Subjektives Recht Streitgegenstand ersuchender Staat Recht der Staaten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 99, 1
auf den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG aus (vgl. BVerfGE 99, 1 ).
2 BvR 1487/06
Dezember 2006 - 2 BvR 1487/06 -, juris
2 BvR 1223/08
Juli 2008 - 2 BvR 1223/08 -, juris; vom 9.
2 BvR 120/09
März 2009 - 2 BvR 120/09 -, NVwZ 2009, S.
2 BvR 1291/09
2 BvR 511/10
Inadmissibility of constitutional complaint challenging denial of passive municipal electoral right due to lack of subjective protection under Article 28(1) sentence 2 Basic Law
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Cited as the procedural basis for the court's decision to refrain from providing a further legal argumentation.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: mangels rügefähigen Rechts unzulässige Verfassungsbeschwerde, mit der die Verletzung des subjektiven Wahlrechts gerügt worden war - hier: Wahlsystem zum Schleswig-Holsteinischen Landtag

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen, weil sie unzulässig ist.

Die Beschwerdeführer rügen die Verletzung ihres subjektiven Wahlrechts in der Ausprägung des Grundsatzes der Gleichheit der

Wahl aus Art. 38 Abs. 1 Satz 1 GG und aus Art. 3 Abs. 1 GG. Für dieses Vorbringen steht den Beschwerdeführern ein mit der

Verfassungsbeschwerde rügefähiges Recht nicht zur Seite (Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG, § 90 Abs. 1 BVerfGG).

Während bei Bundestagswahlen die Verletzung der Wahlrechtsgrundsätze des Art. 38 Abs. 1 Satz 1 GG im Wege einer Verfassungsbeschwerde

gerügt werden kann, fehlt eine vergleichbare Gewährleistung, wenn es um die Durchsetzung dieser Grundsätze bei allgemeinen

politischen Wahlen und Abstimmungen im Sinne von Art. 20 Abs. 2 Satz 2 GG auf der Ebene der Länder geht (vgl. BVerfGE 99,

1 ; BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 13. Dezember 2006 - 2 BvR 1487/06 -, juris

; vom 8. Juli 2008 - 2 BvR 1223/08 -, juris; vom 9. März 2009 - 2 BvR 120/09 -, NVwZ 2009, S. 776 f.; vom 3. Juli 2009 - 2 BvR

1291/09 -, juris und vom 11. Mai 2010 - 2 BvR 511/10 -, juris).

Art. 38 GG erfasst unmittelbar nur die Wahlen zum Deutschen Bundestag. Eine analoge Anwendung auf Wahlen in den Ländern scheidet

mit Rücksicht auf die selbständigen Verfassungsräume von Bund und Ländern aus. Zwar verlangt Art. 28 Abs. 1 Satz 2 GG, dass

die Grundsätze der allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahl auch bei politischen Wahlen in den Ländern

gelten. Die Länder haben diesem Verfassungsgebot bei der Regelung des Wahlrechts zu ihren Länderparlamenten und auf kommunaler

Ebene zu genügen. Dem Einzelnen vermittelt Art. 28 Abs. 1 Satz 2 GG jedoch keine mit der Verfassungsbeschwerde rügefähige

subjektive Rechtsposition. Im Anwendungsbereich von Art. 28 Abs. 1 Satz 2, Art. 38 Abs. 1 Satz 1 GG scheidet auch ein Rückgriff

auf den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG aus (vgl. BVerfGE 99, 1 ).

Die Länder gewährleisten den subjektivrechtlichen Schutz des Wahlrechts bei politischen Wahlen in ihrem Verfassungsraum allein

und abschließend (vgl. BVerfGE 99, 1 ; BVerfG, Beschlüsse der 3. Kammer des Zweiten Senats vom vom 13. Dezember 2006,

a.a.O.; vom 8. Juli 2008, a.a.O.; vom 9. März 2009, S. 777; vom 3. Juli 2009, a.a.O. und vom 11. Mai 2010, a.a.O.). Den Beschwerdeführern

stand im Hinblick auf die von ihnen geltend gemachte Verletzung des Grundsatzes der Gleichheit der Wahl ein Rechtsweg zur

Verfügung. Das Wahlprüfungsverfahren auf Landesebene ist - den Vorgaben des Homogenitätsprinzips in Art. 28 Abs. 1 GG entsprechend

- gemäß § 43 Abs. 1 und Abs. 2 LWahlG zweistufig ausgestaltet und sieht nach dem Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahl eine

Beschwerde zum Landesverfassungsgericht gegen die Entscheidung des Landtages vor (vgl. BVerfGE 99, 1 ). Ein Mehr ist

von Verfassungs wegen nicht geboten, weil Art. 19 Abs. 4 GG keinen subjektiven verfassungsgerichtlichen Rechtsschutz durch

das Bundesverfassungsgericht verbürgt (vgl. BVerfGE 99, 1 ).

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Durch die Nichtannahme erledigt sich der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.