Constitutional complaint inadmissible due to missed filing deadline caused by late fax transmission and non-compliant email submission
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint as inadmissible, thereby upholding the dismissal of the applicant's challenge. The dispute centered on the timeliness of a constitutional complaint filed to contest a lower court's decision, where the applicant's attorney attempted to fax a 168-page document to the court's occupied fax line less than 90 minutes before the deadline expired, resulting in a "No Answer" error; the court also rejected an earlier email transmission of the complaint. Relying on Section 93 of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the missed deadline was attributable to the applicant's fault because the attorney failed to account for the expected high volume of traffic following Easter holidays, and further determined that electronic mail does not satisfy the statutory form requirements for constitutional complaints.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 93 Abs. 1 BVerfGG, § 222 Abs. 2 ZPO, § 193 BGB, § 93 Abs. 2 Satz 6 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint inadmissible due to missed filing deadline caused by late fax transmission and non-compliant email submission: The dispute centered on the timeliness of a constitutional complaint filed to contest a lower court's decision, where the applicant's attorney attempted to fax a 168-page document to the court's occupied fax line less than 90 minutes before the deadline expired, resulting in a "No Answer" error; the court also rejected an earlier email transmission of the complaint. Relying on Section 93 of the Federal Constitutional Court Act, the Court held that the missed deadline was attributable to the applicant's fault because the attorney failed to account for the expected high volume of traffic following Easter holidays, and further determined that electronic mail does not satisfy the statutory form requirements for constitutional complaints.
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KI-generiertEstablishes the mandatory deadline for filing and substantiating the constitutional complaint, the violation of which rendered the complaint inadmissible.
Procedural basis cited in the dispositive to justify the omission of further reasoning regarding the admissibility.
Volltext
Nichtannahme einer mangels Fristwahrung unzulässigen Verfassungsbeschwerde: Verschulden der Fristversäumung bei Telefaxversand einer umfangreichen Beschwerdeschrift weniger als 90 Minuten vor Fristablauf und besetztem Telefaxanschluss - zudem keine Fristwahrung durch Übermittlung per E-Mail
[GRUENDE]
1. Der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist abzulehnen, weil die Beschwerdeführer nicht hinreichend glaubhaft
gemacht haben, an der Einhaltung der Frist für die Einlegung und Begründung der Verfassungsbeschwerde nach § 93 Abs. 1 BVerfGG
ohne Verschulden verhindert gewesen zu sein (§ 93 Abs. 2 Satz 3 i.V.m. Satz 1 BVerfGG).
Der Bevollmächtigte der Beschwerdeführer trägt vor, er habe am letzten Tag der Einlegungs- und Begründungsfrist den Verfassungsbeschwerdeschriftsatz
gegen 22.30 Uhr ausgedruckt, unterschrieben und sodann die Telefaxübermittlung eingeleitet. Nachdem das akustische Besetztzeichen
zu vernehmen gewesen sei, habe er den Übermittlungsvorgang manuell abgebrochen, die Prozedur diverse Male wiederholt und schließlich
um 23.00 Uhr im Sendebericht in der Ergebnisspalte die Angabe "No Ans" (für "keine Antwort") erhalten.
Damit ist eine unverschuldete Fristversäumnis nicht dargetan. Auf dem in Rede stehenden Telefaxanschluss des Bundesverfassungsgerichts
wurden in der Zeit vom 6. April 2010, 22.08 Uhr bis zum 7. April 2010, 1.41 Uhr vier Faxsendungen von teils großem Umfang
ordnungsgemäß empfangen (ab 22.08 Uhr insgesamt 83 Seiten; ab 23.01 Uhr fünf Seiten; ab 23.04 Uhr 148 Seiten; ab 1.41 Uhr
zwölf Seiten). Eine empfangsseitige technische Störung erscheint daher ausgeschlossen. Unter den hier gegebenen Umständen
konnte der Bevollmächtigte zudem bei einem Beginn des Faxübermittlungsversuchs erst weniger als 90 Minuten vor Mitternacht
nicht von einer ordnungsgemäßen, fristgerechten Übermittlung ausgehen. Seine Verfassungsbeschwerdeschrift hat mit den Anlagen
einen Umfang von 168 Seiten. Der Tag des Fristablaufs war der erste Werktag nach den Osterfeiertagen, so dass die gemäß §
222 Abs. 2 ZPO "verschobenen Fristabläufe" (vgl. auch § 193 BGB; BVerfGE 102, 254 ) von mehreren vorausgegangenen Tagen
zusammenfielen und deshalb mit einer verstärkten Belegung des Empfangsgeräts zu rechnen war. Dies ist den Beschwerdeführern
zuzurechnen (§ 93 Abs. 2 Satz 6 BVerfGG).
2. Danach ist die Verfassungsbeschwerde wegen Versäumung der Frist des § 93 Abs. 1 BVerfGG unzulässig. Die noch innerhalb
der Frist erfolgte Übermittlung der Verfassungsbeschwerde per E-Mail genügt nicht den Anforderungen (vgl. Heusch/Sennekamp,
in: Umbach/Clemens/Dollinger, BVerfGG, 2. Aufl., § 93 Rn. 59).
Von einer weiteren Begründung wird insoweit nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.