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2 BvR 2550/09 ECLI:DE:BVerfG:2010:rk20100208.2bvr255009 KI-generiert

Constitutional complaint over pretrial detention conditions rejected for failure to exhaust review of restrictive measures under Section 119 StPO

Geschäftsnummer 2 BvR 2550/09
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Constitutional Court declined to accept the constitutional complaint for a decision, leaving the underlying decision of the Federal Court of Justice extending pretrial detention beyond nine months in force. The dispute concerned a detainee’s challenge to restrictive measures in the execution of pretrial detention; however, the court found the complaint inadmissible because the challenged Federal Court of Justice ruling merely ordered the continuation of custody without regulating specific conditions of confinement, and the complainant failed to demonstrate a fundamental rights violation through that specific act. The decisive legal basis for the rejection was the exhaustion of legal remedies requirement, as the complainant had not previously sought a judicial review of the specific restrictive conditions from the responsible judge pursuant to § 119 Abs. 6 StPO, a procedural prerequisite necessary to address complaints about the execution of detention before filing a constitutional complaint.

Legislator-Regeste

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§ 93a Abs. 2 BVerfGG, § 119 Abs. 3 StPO, § 126 StPO, § 119 Abs. 6 StPO, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Constitutional complaint over pretrial detention conditions rejected for failure to exhaust review of restrictive measures under Section 119 StPO: The dispute concerned a detainee’s challenge to restrictive measures in the execution of pretrial detention; however, the court found the complaint inadmissible because the challenged Federal Court of Justice ruling merely ordered the continuation of custody without regulating specific conditions of confinement, and the complainant failed to demonstrate a fundamental rights violation through that specific act. The decisive legal basis for the rejection was the exhaustion of legal remedies requirement, as the complainant had not previously sought a judicial review of the specific restrictive conditions from the responsible judge pursuant to § 119 Abs. 6 StPO, a procedural prerequisite necessary to address complaints about the execution of detention before filing a constitutional complaint.

Schlagwörter

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Haftprüfung Verletzung von Verfahrensrechten verfassungsmässige Anforderung Restriktive Maßnahmen einzelne Grundrechte Demonstrationsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BVerfGE 90, 22
nicht erfüllt (BVerfGE 90, 22 ; 96, 245 ).
BVerfGE 68, 384
(vgl. BVerfGE 68, 384 ). Für die Anordnung von Beschränkungen im Vollzug der Untersuchungshaft (§ 119 Abs. 3 StPO) ist
BVerfGE 34, 384
BVerfGE 34, 384 ; Schultheis, in: Karlsruher
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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Mangels Rechtswegerschöpfung unzulässige Verfassungsbeschwerde zur Überprüfung beschränkender Maßnahmen im Vollzug der Untersuchungshaft

[GRUENDE]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen; die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG sind

nicht erfüllt (BVerfGE 90, 22 ; 96, 245 ).

Die Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, da die Möglichkeit eines die Haftbedingungen betreffenden Grundrechtsverstoßes durch

den angegriffenen Beschluss nicht aufgezeigt ist. Der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 10 . September 2009 ordnet lediglich gemäß §§ 122, 121 StPO die Haftfortdauer über neun Monate hinaus an und enthält keine Regelung

zu den einzelnen Haftbedingungen.

Hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin in der Sache begehrten Überprüfung der beschränkenden Maßnahmen im Vollzug der

Untersuchungshaft hat sie nach ihrem Vortrag den Rechtsweg nicht erschöpft. Vor Einlegung einer Verfassungsbeschwerde muss

der Betroffene alle zumutbaren prozessualen Möglichkeiten ergreifen, um die vermeintliche Grundrechtsverletzung abzuwenden

(vgl. BVerfGE 68, 384 ). Für die Anordnung von Beschränkungen im Vollzug der Untersuchungshaft (§ 119 Abs. 3 StPO) ist

gemäß § 119 Abs. 6 Satz 1, § 126 StPO der Haftrichter zuständig. Da solche Beschränkungen im Vollzug der Untersuchungshaft

weder der formellen noch der materiellen Rechtskraft zugänglich sind (vgl. BVerfGE 34, 384 ; Schultheis, in: Karlsruher

Kommentar zur StPO, 6. Aufl. 2008, § 119 Rn. 93; Hilger in: Löwe-Rosenberg, StPO, 26. Aufl. 2007, § 119 Rn. 159), kann der

zuständige Richter jederzeit auf Antrag oder von Amts wegen über die Beschränkung neu entscheiden. Obwohl die ursprüngliche

Anordnung schon länger zurückliegt und die Beschwerdeführerin mit ihrer Verfassungsbeschwerde besondere Belastungen durch

die lange Dauer der Beschränkungen geltend macht, hat sie, soweit ersichtlich, eine gerichtliche Entscheidung gemäß § 119

Abs. 6 StPO über die beanstandeten Haftbedingungen vor Erhebung der Verfassungsbeschwerde nicht beantragt.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.