Religious corporation's claim to a right to compel public prosecution under StPO as a constitutional protection measure under Art. 4 GG
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Constitutional Court dismissed the constitutional complaint, meaning the respondent state authorities prevailed and no specific relief was granted. The dispute involved a registered religious corporation that filed a criminal complaint for incitement to hatred against a newspaper article but was dissatisfied when the public prosecutor declined to initiate public prosecution; the complainant challenged this outcome, arguing that its right to compel the filing of public charges under Section 172(1) of the Code of Criminal Procedure was guaranteed by the state’s duty to protect religious communities. The Court held that the complaint did not adequately demonstrate a violation of fundamental rights because the legislative discretion to shape state protection obligations under Article 4(1) and (2) of the Basic Law is broad, and the petitioner failed to substantiate that existing protective measures were entirely absent, obviously insufficient, or that granting a right to compel prosecution was a mandatory consequence of the constitutional protection mandate.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 152 Abs. 2 StPO, § 172 Abs. 1 StPO, § 130 StGB, § 92 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Religious corporation's claim to a right to compel public prosecution under StPO as a constitutional protection measure under Art. 4 GG: The dispute involved a registered religious corporation that filed a criminal complaint for incitement to hatred against a newspaper article but was dissatisfied when the public prosecutor declined to initiate public prosecution; the complainant challenged this outcome, arguing that its right to compel the filing of public charges under Section 172(1) of the Code of Criminal Procedure was guaranteed by the state’s duty to protect religious communities. The Court held that the complaint did not adequately demonstrate a violation of fundamental rights because the legislative discretion to shape state protection obligations under Article 4(1) and (2) of the Basic Law is broad, and the petitioner failed to substantiate that existing protective measures were entirely absent, obviously insufficient, or that granting a right to compel prosecution was a mandatory consequence of the constitutional protection mandate.
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KI-generiertProcedural provision cited in the dispositive to justify the omission of a further detailed reasoning for the decision.
Volltext
Nichtannahmebeschluss: Erfolglose Verfassungsbeschwerde einer Religionsgesellschaft bzgl eines Klageerzwingungsrechts hinsichtlich einer von ihr wegen Volksverhetzung gestellten Strafanzeige - Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung nicht dargelegt
[TENOR]
Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.
[GRUENDE]
Die Beschwerdeführerin ist eine als Religionsgesellschaft anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie stellte wegen einer in einer Tageszeitung veröffentlichten kritischen Meinungsäußerung eine mit einem Strafantrag verbundenen Strafanzeige, der die Staatsanwaltschaft nach § 152 Abs. 2 StPO nicht nachkam.
Die Beschwerdeführerin macht insbesondere geltend, aus der Pflicht des Staates nach Art. 4 Abs. 1 und 2 GG zum Schutz von Religionsgemeinschaften vor Angriffen oder Behinderungen Dritter (vgl. BVerfGE 93, 1 ; 125, 39 ) folge, dass eine Religionsgemeinschaft das Recht habe, einen Antrag nach § 172 Abs. 1 StPO auf Erhebung der öffentlichen Klage gegen eine von ihr wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) angezeigte Person stellen zu können; der Begriff des „Verletzten“ im Sinne dieser Vorschrift müsse entsprechend verfassungskonform ausgelegt werden.
Damit ist die Möglichkeit einer Grundrechtsverletzung nicht hinreichend dargelegt (§ 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG). Die Umsetzung der aus Art. 4 Abs. 1 und 2 GG folgenden Schutzverpflichtung des Staates ist grundsätzlich Sache des Gesetzgebers, dem dabei ein weiter Einschätzungs-, Wertungs- und Gestaltungsspielraum zukommt. Das Bundesverfassungsgericht kann die Verletzung einer solchen Schutzpflicht nur feststellen, wenn Schutzvorkehrungen entweder überhaupt nicht getroffen sind, wenn die getroffenen Regelungen und Maßnahmen offensichtlich ungeeignet oder völlig unzureichend sind, das gebotene Schutzziel zu erreichen, oder wenn sie erheblich hinter dem Schutzziel zurückbleiben (vgl. BVerfGE 125, 39 ). Die Beschwerdeführerin hat weder das Fehlen jeglicher Schutzvorkehrungen substantiiert dargelegt, noch, dass die bestehenden völlig unzureichend sind. Weiter fehlt es an Darlegungen, dass selbst wenn die Voraussetzungen für ein Tätigwerden des Staates zwecks Vermeidung einer Schutzpflichtverletzung vorlägen, dies hier zu der Einräumung eines Klageerzwingungsrechts führen müsse.
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
Diese Entscheidung ist unanfechtbar.