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1 BvR 1996/24 ECLI:DE:BVerfG:2024:rk20241028.1bvr199624 KI-generiert

Unacceptability of constitutional complaint submitted by attorney via paper or fax instead of mandatory electronic filing under BVerfGG

Geschäftsnummer 1 BvR 1996/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Constitutional Court (BVerfG) dismissed a constitutional complaint as inadmissible without proceeding to a merits review. The dispute concerned a challenge to a criminal procedural search order and its confirmation on appeal, where the complainant’s legal representative failed to comply with the mandatory e-filing rules effective August 1, 2024, by submitting the application only in paper form and via fax rather than as an electronic document. The Court held that the submission was formally defective because fax is not a "secure transmission path" under § 23a Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 BVerfGG, requiring either a qualified electronic signature or submission via a legislatively enumerated secure channel, and the applicant failed to demonstrate exceptional technical impediments permitting non-electronic submission under § 23c Abs. 1 Sätze 2, 3 BVerfGG.

Legislator-Regeste

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§ 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG, § 23a Abs. 3 Satz 1 BVerfGG, § 23a Abs. 4 BVerfGG, § 23a Abs. 4 Satz 1 BVerfGG, § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG; Unacceptability of constitutional complaint submitted by attorney via paper or fax instead of mandatory electronic filing under BVerfGG: The dispute concerned a challenge to a criminal procedural search order and its confirmation on appeal, where the complainant’s legal representative failed to comply with the mandatory e-filing rules effective August 1, 2024, by submitting the application only in paper form and via fax rather than as an electronic document. The Court held that the submission was formally defective because fax is not a "secure transmission path" under § 23a Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 BVerfGG, requiring either a qualified electronic signature or submission via a legislatively enumerated secure channel, and the applicant failed to demonstrate exceptional technical impediments permitting non-electronic submission under § 23c Abs. 1 Sätze 2, 3 BVerfGG.

Schlagwörter

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Einreichung einer Strafanzeige ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Aktenübermittlung Verfahrensüberprüfung Elektronische Signatur Bewerbung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG

Cited in the dispositive to justify the omission of a detailed reasoning for the non-acceptance decision.

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Volltext

Nichtannahmebeschluss: Formanforderungen an anwaltlich eingereichte Schriftstücke nach Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs beim BVerfG gem § 23c Abs 1 S 1 BVerfGG - hier: Unzulässigkeit einer durch einen Anwalt lediglich in Papierform bzw per Telefax eingereichten Verfassungsbeschwerde - Telefax kein "sicherer Übermittlungsweg" iSd § 23a Abs 3 S 1 BVerfGG

[TENOR]

Die Verfassungsbeschwerde wird nicht zur Entscheidung angenommen.

[GRUENDE]

Die gegen eine strafprozessuale Durchsuchungsanordnung und ihre beschwerdegerichtliche Bestätigung gerichtete Verfassungsbeschwerde war nicht zur Entscheidung anzunehmen. Sie ist unzulässig, da der Bevollmächtigte, ein Rechtsanwalt, diese lediglich in Papierform sowie per Telefax und damit nicht formgerecht eingereicht hat.

1. Nach § 23c Abs. 1 Satz 1 BVerfGG sind seit dem 1. August 2024 schriftlich einzureichende Anträge durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte als elektronische Dokumente zu übermitteln. Die Verfassungsbeschwerde ist gemäß § 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG schriftlich einzureichen, denn sie stellt einen verfahrenseinleitenden Antrag dar.

2. Soweit die Verfassungsbeschwerde in Papierform übersandt worden ist, fehlt es an der erforderlichen Übermittlung als elektronisches Dokument. Auch die Übersendung per Telefax erfolgte nicht formgerecht, denn der Bevollmächtigte hat dieses jedenfalls nicht entsprechend den Anforderungen des § 23a Abs. 3 Satz 1, Abs. 4 Satz 1 BVerfGG eingereicht.

Nach § 23a Abs. 3 Satz 1 BVerfGG muss ein elektronisches Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen oder signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg eingereicht werden. Beides ist vorliegend nicht der Fall. Das vom Prozessbevollmächtigten versandte Telefax war weder mit der nach § 23a Abs. 3 Satz 1 BVerfGG erforderlichen qualifizierten elektronischen Signatur versehen noch wurde es auf einem sicheren Übermittlungsweg im Sinne von § 23a Abs. 4 BVerfGG an das Bundesverfassungsgericht geschickt. Sichere Übermittlungswege sind von dem Gesetzgeber in § 23a Abs. 4 Satz 1 BVerfGG abschließend aufgezählt. Der Versand eines Telefaxes fällt unter keine der dort abschließend aufgezählten Fallgruppen.

3. Die Übermittlung der Verfassungsbeschwerde in Papierform oder per Telefax war auch nicht ausnahmsweise zulässig. Insbesondere hat der Beschwerdeführer nicht nach § 23c Abs. 1 Sätze 2 und 3 BVerfGG glaubhaft gemacht, dass eine Übermittlung als elektronisches Dokument aus technischen Gründen vorübergehend nicht möglich gewesen sein soll.

Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.