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B 4 AS 27/20 B ECLI:DE:BSG:2020:220520BB4AS2720B0 KI-generiert

§ 7 Abs 4 SGB II benefit exclusion for inmates: admissibility of non-admission complaint on fundamental significance

Geschäftsnummer B 4 AS 27/20 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the defendant’s non-admission complaint as inadmissible, thereby upholding the lower court’s refusal to admit revision and leaving the judgment of the State Social Court of Saxony-Anhalt of May 23, 2019, in force, with the defendant ordered to bear the costs of the complaint proceedings. The dispute concerned the exclusion of basic security benefits for jobseekers (§ 7 Abs 4 SGB II) for individuals residing in a stationary facility, specifically whether the exemption under § 7 Abs 4 Satz 3 Nr 1 SGB II applied to an inmate whose custodial sentence was interrupted by a hospital stay, with the defendant challenging the interpretation of the timing for the requisite prognosis assessment. The complaint was rejected for failing to meet the statutory requirements for demonstrating the fundamental significance of the case; specifically, the defendant did not adequately explain the need for clarification by failing to distinguish the current case from existing BSG precedent and by not providing sufficient methodological arguments to justify an interpretation deviating from the clear wording of the statute, nor did it demonstrate the necessary breadth of impact.

Legislator-Regeste

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§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 169 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 7 Abs 4 Satz 3 Nr 1 SGB II, § 193 SGG, § 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG; § 7 Abs 4 SGB II benefit exclusion for inmates: admissibility of non-admission complaint on fundamental significance: The dispute concerned the exclusion of basic security benefits for jobseekers (§ 7 Abs 4 SGB II) for individuals residing in a stationary facility, specifically whether the exemption under § 7 Abs 4 Satz 3 Nr 1 SGB II applied to an inmate whose custodial sentence was interrupted by a hospital stay, with the defendant challenging the interpretation of the timing for the requisite prognosis assessment. The complaint was rejected for failing to meet the statutory requirements for demonstrating the fundamental significance of the case; specifically, the defendant did not adequately explain the need for clarification by failing to distinguish the current case from existing BSG precedent and by not providing sufficient methodological arguments to justify an interpretation deviating from the clear wording of the statute, nor did it demonstrate the necessary breadth of impact.

Schlagwörter

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Soziale Ausgrenzung sozialversicherungsrechtliches Klageverfahren Auslegung von Urteilen statutarische Leistung Fernhaltemassnahme Sistierung des Verfahrens

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG

Procedural basis for dismissing the complaint without the participation of lay judges due to the defect in the justification of the admissibility ground.

§ 169 SGG

Procedural provision governing the handling of the complaint following the determination of inadmissibility.

§ 193 SGG

Basis for the allocation of procedural costs, applied in a corresponding manner to order the defendant to reimburse the plaintiff.

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Volltext

(Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache - keine ausreichende Darlegung der Klärungsbedürftigkeit - Grundsicherung für Arbeitsuchende - Leistungsausschluss bei Unterbringung in stationärer Einrichtung - Haftunterbrechung durch Krankenhausaufenthalt - Anwendung der Rückausnahme des § 7 Abs 4 S 3 Nr 1 SGB 2)

[TENOR]

Die Beschwerde des Beklagten gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt vom 23. Mai 2019 wird als unzulässig verworfen.

Der Beklagte hat dem Kläger die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu erstatten.

[GRUENDE]

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der Beklagte den von ihm allein geltend gemachten Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung nicht in der gebotenen Weise dargelegt hat (§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG). Die Beschwerde ist daher ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG, § 169 SGG).

Grundsätzliche Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) hat eine Rechtssache nur, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die über den Einzelfall hinaus aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Die Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung erfordert, dass eine konkrete Rechtsfrage klar formuliert wird. Weiter muss ihre (abstrakte) Klärungsbedürftigkeit, ihre (konkrete) Klärungsfähigkeit im jeweiligen Rechtsstreit (Entscheidungserheblichkeit) sowie die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der angestrebten Entscheidung (sog Breitenwirkung) aufgezeigt werden (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN).

Diesen Darlegungsanforderungen wird die Beschwerdebegründung nicht gerecht. Der Beklagte macht geltend, es stelle sich die grundsätzlich bedeutsame Rechtsfrage, ob die Rückausnahme in § 7 Abs 4 Satz 3 Nr 1 SGB II auch für denjenigen gelte, welcher sich zum Zeitpunkt der Krankenhauseinweisung bereits in einer Einrichtung zum Vollzug richterlich angeordneter Freiheitsentziehung befinde; ungeklärt sei, zu welchem Zeitpunkt in diesem Fall die Prognoseentscheidung zu treffen sei.

Es fehlt schon an ausreichenden Darlegungen zur Klärungsbedürftigkeit dieser Fragen. Wenn der Beklagte ausführt, dass sich eine vergleichbare Situation mit einem vom BSG entschiedenen Fall (Hinweis auf BSG vom 12.11.2015 - B 14 AS 6/15 R - SozR 4-4200 § 7 Nr 45) ergebe, hätte es weiterer Ausführungen dazu bedurft, warum die aufgeworfene Rechtsfrage durch diese Entscheidung nicht bereits geklärt ist und eine weitere höchstrichterliche Entscheidung erforderlich sein soll. Der Beklagte weist zudem auf den eindeutigen Wortlaut des § 7 Abs 4 Satz 3 Nr 1 SGB II hin, der vorliegend "gerade nicht … anzuwenden" sei. Vor diesem Hintergrund hätte es weiterer Ausführungen - unter Berücksichtigung etwa der Entstehungsgeschichte sowie dem Sinn und Zweck der Regelung - zu den methodischen Voraussetzungen bedurft, die die Auslegung einer Norm abweichend von deren Wortlaut erlauben.

Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob die vollständig fehlenden Ausführungen des Beklagten zur Breitenwirkung der aufgeworfenen Frage durch den Hinweis auf fachliche Weisungen der BA, die im Wortlaut nicht einmal mitgeteilt werden, ersetzt werden konnten.

Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.