Statutory minimum benefits for separated spouses: admissibility of non-admission complaint based on fundamental significance
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Social Court dismissed the plaintiff's non-admission complaint as inadmissible, thereby upholding the lower court's judgment that denied revision leave. The dispute concerned whether separated spouses living in different households form a "needs community" (Bedarfsgemeinschaft) under the Second Book of the German Social Code (SGB II), specifically determining if their standard rate of benefits should be reduced to 90% of the single-person rate or remain at 100%. The court rejected the appeal because the plaintiff failed to adequately demonstrate the fundamental significance of the legal question, particularly the abstract need for clarification, which was insufficient given that the statutory text of § 7 para. 3 No. 3 lit. a SGB II does not require a joint household for married couples and the Federal Social Court had already established jurisprudence on the requirements for "permanently separated" status and exceptions to the reduced benefit rate.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 169 SGG, § 20 Abs 4 SGB II, § 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG; Statutory minimum benefits for separated spouses: admissibility of non-admission complaint based on fundamental significance: The dispute concerned whether separated spouses living in different households form a "needs community" (Bedarfsgemeinschaft) under the Second Book of the German Social Code (SGB II), specifically determining if their standard rate of benefits should be reduced to 90% of the single-person rate or remain at 100%. The court rejected the appeal because the plaintiff failed to adequately demonstrate the fundamental significance of the legal question, particularly the abstract need for clarification, which was insufficient given that the statutory text of § 7 para. 3 No. 3 lit. a SGB II does not require a joint household for married couples and the Federal Social Court had already established jurisprudence on the requirements for "permanently separated" status and exceptions to the reduced benefit rate.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertEstablished the procedural requirement for the adequate substantiation of the non-admission complaint, which the plaintiff failed to meet.
Authorized the court to reject the complaint without the involvement of lay judges due to its inadmissibility.
Cited in the dispositive as the procedural basis for the decision rendered without lay judges.
Volltext
Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung - keine ausreichende Darlegung der Klärungsbedürftigkeit der Rechtsfrage - Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bedarfsgemeinschaft von getrennt lebenden Ehegatten - Regelbedarfsstufe 2
[TENOR]
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 2. Mai 2019 wird als unzulässig verworfen.
Kosten sind nicht zu erstatten.
[GRUENDE]
Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der allein geltend gemachte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) nicht in der erforderlichen Weise dargelegt worden ist (§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG). Die Beschwerde ist daher ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG, § 169 SGG).
Grundsätzliche Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) hat eine Rechtssache nur, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die über den Einzelfall hinaus aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Die Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung erfordert, dass eine konkrete Rechtsfrage klar formuliert wird. Weiter muss ihre (abstrakte) Klärungsbedürftigkeit, ihre (konkrete) Klärungsfähigkeit im jeweiligen Rechtsstreit (Entscheidungserheblichkeit) sowie die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der angestrebten Entscheidung (sog Breitenwirkung) aufgezeigt werden (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN).
Die Klägerin hat die Frage formuliert, "ob Ehegatten, die weder gemeinsam leben noch über einen gemeinsamen Hausstand verfügen noch zusammen wirtschaften über einen Regelleistungssatz im Umfange von 100 % oder nur über einen Regelleistungssatz im Umfange von 90 % verfügen". Sinngemäß ist damit die Frage aufgeworfen, ob auch in verschiedenen Wohnungen lebende Ehegatten eine Bedarfsgemeinschaft bilden und bei ihnen jeweils nur ein Regelbedarf gemäß § 20 Abs 4 SGB II in Verbindung mit der Fortschreibung der Regelbedarfe (hierzu Behrend in Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, 4. Aufl 2015, § 20 RdNr 98, 100) in gegenüber dem Regelbedarf für alleinstehende Leistungsberechtigte reduzierter Höhe zu berücksichtigen ist.
Die Beschwerdebegründung legt indes bereits die Klärungsbedürftigkeit dieser Frage nicht dar. Hierzu hätte die Klägerin unter anderem vortragen müssen, dass und weshalb sich die Frage nicht bereits aus dem Gesetz oder aufgrund der Rechtsprechung des BSG beantworten lässt (vgl Karmanski in Roos/Wahrendorf, SGG, 2014, § 160a RdNr 50 mwN). Denn eine Rechtsfrage ist dann nicht klärungsbedürftig, wenn die Antwort nahezu außer Zweifel steht, sich zB unmittelbar aus dem Gesetz ergibt oder bereits höchstrichterlich geklärt ist (BSG vom 11.9.2019 - B 14 AS 129/18 B - juris RdNr 6; BSG vom 3.12.2019 - B 5 R 132/19 B - juris RdNr 7). Zu entsprechenden Darlegungen hätte vorliegend besonderer Anlass bestanden, weil § 7 Abs 3 Nr 3 Buchst c SGB II für die nichteheliche Verantwortungs- und Einstandsgemeinschaft unter anderem auf das Zusammenleben in einem gemeinsamen Haushalt abstellt, während § 7 Abs 3 Nr 3 Buchst a SGB II für Ehegatten dieses Tatbestandsmerkmal gerade nicht aufführt, sondern es ausreichen lässt, dass die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben, und weil das BSG die Anforderungen an die Annahme des Tatbestandsmerkmals "nicht dauernd getrennt leben" bereits dargelegt (BSG vom 18.2.2010 - B 4 AS 49/09 R - BSGE 105, 291 = SozR 4-4200 § 7 Nr 16, RdNr 13 ff; BSG vom 16.4.2013 - B 14 AS 71/12 R - SozR 4-4200 § 9 Nr 12 RdNr 17 f) und auch entschieden hat, wann von der grundsätzlich gebotenen Anwendung des § 20 Abs 4 SGB II auch bei nicht dauernd getrennt lebenden Ehegatten eine Ausnahme zu machen ist (BSG vom 16.4.2013 - B 14 AS 71/12 R - SozR 4-4200 § 9 Nr 12 RdNr 22; BSG vom 11.2.2015 - B 4 AS 27/14 R - BSGE 118, 82 = SozR 4-4200 § 21 Nr 21, RdNr 16).