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B 14 AS 41/15 B ECLI:DE:BSG:2015:060515BB14AS4115B0 KI-generiert

Statutory date of service on a weekend: Inadmissible complaint due to insufficient substantiation of divergence from Federal Fiscal Court precedent and right to be heard

Geschäftsnummer B 14 AS 41/15 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the plaintiffs' complaints against the non-admission of revision as inadmissible, leaving the Landessozialgericht Sachsen-Anhalt judgment of January 28, 2015, in force, and ordered no costs. The dispute concerned the statutory date of service for an administrative decision, specifically whether a notice posted on August 22, 2012, was deemed received on the subsequent Saturday or Monday, and the plaintiffs had appealed on grounds of divergence from a Federal Fiscal Court ruling and a violation of the right to be heard. The court held the complaints formally insufficient because the divergence argument improperly cited a Federal Fiscal Court decision, which is not a valid basis for a divergence objection under § 160 Abs 2 Nr 2 SGG, and the complaint failed to articulate a general legal question requiring clarification, particularly given prior court findings that the cited tax law precedent does not apply to social administrative proceedings; additionally, the complaint did not adequately demonstrate that the lower court’s assessment that no actual access had been claimed constituted an unexpected legal development violating § 62 SGG.

Legislator-Regeste

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§ 160 Abs 2 Nr 2 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 62 SGG, § 160a Abs 4 Satz 1 iVm § 169 SGG, §§ 183, 193 SGG; Statutory date of service on a weekend: Inadmissible complaint due to insufficient substantiation of divergence from Federal Fiscal Court precedent and right to be heard: The dispute concerned the statutory date of service for an administrative decision, specifically whether a notice posted on August 22, 2012, was deemed received on the subsequent Saturday or Monday, and the plaintiffs had appealed on grounds of divergence from a Federal Fiscal Court ruling and a violation of the right to be heard. The court held the complaints formally insufficient because the divergence argument improperly cited a Federal Fiscal Court decision, which is not a valid basis for a divergence objection under § 160 Abs 2 Nr 2 SGG, and the complaint failed to articulate a general legal question requiring clarification, particularly given prior court findings that the cited tax law precedent does not apply to social administrative proceedings; additionally, the complaint did not adequately demonstrate that the lower court’s assessment that no actual access had been claimed constituted an unexpected legal development violating § 62 SGG.

Schlagwörter

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gesetzliche Voraussetzungen Steuerrecht Vorherige Verwaltungsbeschwerde Anspruch auf rechtliches Gehör Revision eines Entscheids Steuerveranlagungsverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 160a Abs 4 Satz 1 iVm § 169 SGG

The main ground for the operative order dismissing the complaints as inadmissible due to insufficient substantiation of the grounds for admission.

§§ 183, 193 SGG

Basis for the decision regarding the non-recovery of costs in the complaint proceedings.

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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde - fehlende ausreichende Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung - Versäumung der Widerspruchsfrist - Bekanntgabe des schriftlichen Verwaltungsaktes - Zugangsfiktion - Zugang am Samstag - keine Verschiebung auf nächstfolgenden Werktag

[TENOR]

Die Beschwerden der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Sachsen-Anhalt vom 28. Januar 2015 werden als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

[GRUENDE]

Die Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in der angefochtenen Entscheidung sind als unzulässig zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 iVm § 169 Sozialgerichtsgesetz ), weil die zu ihrer Begründung angeführten Zulassungsgründe nicht gemäß § 160a Abs 2 S 3 SGG schlüssig dargelegt sind.

Soweit die Beschwerden die Abweichung der angegriffenen Entscheidung von einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14.10.2003 (IX R 68/98 - BFHE 203, 26) beanstanden, übersehen sie, dass dessen Entscheidungen in dem abschließenden Katalog des § 160 Abs 2 Nr 2 SGG nicht aufgeführt und demgemäß Divergenzrügen (Revisionszulassungsgrund nach § 160 Abs 2 Nr 2 SGG) auf die Abweichung von Rechtsprechung des BFH nicht zu stützen sind. Soweit die gleichwohl als Divergenzrügen erhobenen Beschwerden sinngemäß als Grundsatzrügen (Revisionszulassungsgrund nach § 160 Abs 2 Nr 1 SGG) anzusehen sein könnten (dazu nur Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 160 RdNr 11), fehlt es für ihre formgerechte Darlegung an Ausführungen dazu, inwieweit die angegriffene Entscheidung bzw das Urteil des BFH vom 14.10.2003 Rechtsfragen aufwirft, die - über den Einzelfall hinaus - aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Bundessozialgericht (BSG) bedürftig und fähig sind. Dazu hätte besonderer Anlass indes schon deshalb bestanden, nachdem sich der erkennende Senat mit Urteil vom 6.5.2010 eingehend mit der Entscheidung des BFH vom 14.10.2003 befasst und dargelegt hat, dass und aus welchen Gründen dem dort aufgestellten Rechtssatz für das Sozialverwaltungsverfahren keine Bedeutung zukommt (B 14 AS 12/09 R - SozR 4-1300 § 37 Nr 1 RdNr 15). Erst recht wären weitere Ausführungen dazu notwendig gewesen, weil der BFH zwischenzeitlich seinerseits in Auseinandersetzung mit der Entscheidung des Senats vom 6.5.2010 klargestellt hat, dass seine Rechtsprechung auf das Gebiet des Abgabenverfahrensrechts beschränkt ist (Beschluss vom 5.5.2014 - III B 85/13 - BFH/NV 2014, 1186 RdNr 12). An einer Befassung mit diesen Entscheidungen und ausgehend davon an Ausführungen, inwieweit es einer erneuten Befassung des BSG mit den danach maßgeblichen Fragen bedürfen könnte, fehlt es indes völlig.

Ebenso ist die behauptete Verletzung rechtlichen Gehörs (§ 62 SGG) nicht formgerecht bezeichnet. Dazu wäre darzulegen, dass das Urteil auf Gesichtspunkte gestützt worden ist, die bisher nicht erörtert worden sind, und dass der Rechtsstreit dadurch eine unerwartete Wendung genommen hat (vgl BSG SozR 3-4100 § 103 Nr 4; BSG Beschluss vom 24.9.2003 - B 8 KN 6/02 B - mwN). Inwiefern insoweit die Kläger bei Anwendung der von ihnen zu verlangenden Sorgfalt mit einer als überraschend anzusehenden Auffassung des Gerichts konfrontiert worden sind, erschließt sich dem Beschwerdevorbringen nicht. Überhaupt fehlt dem Vorbringen jede Angabe zum Gegenstand der angegriffenen Entscheidung und den insoweit maßgeblichen Erwägungen des Landessozialgerichts. Den Ausführungen ist nur zu entnehmen, dass auch von Bedeutung war, ob ein am 22.8.2012 zur Post gegebener Bescheid den Klägern nach Maßgabe von § 37 Abs 2 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch - Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz - am Samstag, dem 25.8.2012 oder am Montag, dem 27.8.2012 als bekannt gegeben anzusehen ist. Inwieweit in diesem rechtlichen Zusammenhang die als überraschend beanstandete Wendung "dass ein … abweichender tatsächlicher Zugang auch zu keinem Zeitpunkt behauptet worden sei" von Bedeutung gewesen ist und inwieweit die Kläger mit einer solchen Wertung auch bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt nicht zu rechnen brauchten, kann dem Vorbringen indes nicht so entnommen werden, dass es nur allein anhand der Beschwerdebegründung eine Beurteilung des erhobenen Vorwurfs erlauben würde (zu dieser Darlegungsanforderung vgl nur Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 160a RdNr 13e mwN).

Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung der §§ 183, 193 SGG.