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B 5 RS 20/16 B ECLI:DE:BSG:2016:300616BB5RS2016B0 KI-generiert

Admissibility of revision where valuation of bonus payments via judicial estimation conflicts with established precedent on "actually earned income" under the AAÜG

Geschäftsnummer B 5 RS 20/16 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court (BSG) ordered the admission of revision limited to the award of year-end bonuses for the years 1970 to 1979, effectively allowing the defendant’s appeal on this specific scope while the prior instance judgment otherwise stands. The dispute concerned the calculation of earned income under the Transfer and Continuation of Pensions and Benefits Act (AAÜG), specifically whether annual bonuses could be estimated via civil procedure rules when precise records were unavailable, challenged by the defendant via a non-admission complaint. The decisive legal basis was § 160 Abs. 2 Nr. 1 SGG (general significance), as the court found a manifest divergence between the BSG’s established case law permitting such estimation and the contrary recent practices of superior courts and benefit providers, rendering a unified clarification necessary and making specific disclosures on broad impact superfluous due to the obviousness of the issue.

Legislator-Regeste

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§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 162 SGG, § 291 ZPO, § 116 FGO, § 544 ZPO; Admissibility of revision where valuation of bonus payments via judicial estimation conflicts with established precedent on "actually earned income" under the AAÜG: Auf die lediglich die Jahre 1970 bis 1979 betreffende Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten ist die Revision gegen diese Entscheidung in dem geltend gemachten Umfang zuzulassen. Entgegen der Ansicht des Klägers beruft sich die Beklagte hinreichend deutlich auf den Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG). Dieser ist auch - soweit erforderlich - ordnungsgemäß dargelegt worden (§ 160a Abs 2 S 3 SGG) und liegt zudem vor.

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids Einkommensberechnung Zahlung der Leistungen Gehaltsprämie Soziale Transfertleistungen Prozessrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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IV B 35/87
BFHE 153, 378
1 BvR 191/06
Senats vom 4.5.1999 (aaO), wie eine Vielzahl anhängiger Nichtzulassungsbeschwerden belegt (zur grundsätzlichen Berücksichtigungsfähigkeit gerichtskundiger Tatsachen im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde vgl BVerfG Kammerbeschluss vom 6.2.2007 - 1 BvR 191/06 - NJW-RR 2007, 862 = Juris RdNr 15).
V ZR 222/03
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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung - technische Intelligenz - Schätzung der Höhe einer glaubhaft gemachten Jahresendprämie - Klärungsbedürftigkeit - Offenkundigkeit

[TENOR]

Die Revision gegen das Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 16. Februar 2016 - L 5 RS 530/12 - wird zugelassen, soweit dem Kläger Jahresendprämien für die Jahre 1970 bis 1979 zugesprochen werden.

[GRUENDE]

Mit Urteil vom 16.2.2016 hat das Sächsische LSG dem Kläger weitere Arbeitsentgelte aus geschätzten Jahresendprämienzahlungen zugesprochen.

Auf die lediglich die Jahre 1970 bis 1979 betreffende Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten ist die Revision gegen diese Entscheidung in dem geltend gemachten Umfang zuzulassen. Entgegen der Ansicht des Klägers beruft sich die Beklagte hinreichend deutlich auf den Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG). Dieser ist auch - soweit erforderlich - ordnungsgemäß dargelegt worden (§ 160a Abs 2 S 3 SGG) und liegt zudem vor.

Die Beschwerdebegründung zeigt ua auf, es gehe "um das Tatbestandsmerkmal 'tatsächlich erzieltes Arbeitsentgelt' in den Bestimmungen §§ 6 Abs. 1 Satz 1, 8 Abs. 1 Satz 2 des Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetzes (AAÜG)" und um die Frage, "ob einzelne Bestandteile des tatsächlich erzielten Arbeitsentgelts (hier Jahresendprämien) … im Wege der Schätzung nach Maßgabe von § 287 der Zivilprozessordnung (ZPO)" festgestellt werden können. Hierbei handelt es sich um eine abstrakt-generelle Rechtsfrage zur Auslegung von Tatbestandsmerkmalen und zur Anwendbarkeit konkreter Vorschriften des Bundesrechts (§ 162 SGG).

Diese Rechtsfrage beantworten Versorgungsträger und Instanzgerichte offenkundig (§ 202 S 1 SGG iVm § 291 ZPO) uneinheitlich, so dass Darlegungen zur Klärungsbedürftigkeit ausnahmsweise entbehrlich sind (BFH Beschluss vom 9.5.1988 - IV B 35/87 - BFHE 153, 378 = Juris RdNr 11, seither in stRspr; Behn in Peters/Sautter/Wolff, SGG, Stand: Juni 2015, § 160a RdNr 33; Czybulka in Sodan/Ziekow, VwGO, 4. Aufl 2014, § 133 RdNr 57 mwN; Kopp/Schenke, VwGO, 21. Aufl 2015, § 133 RdNr 15; Pietzner/Bier in Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, Stand: Oktober 2015, § 133 RdNr 32; Ratschow in Gräber, FGO, 8. Aufl 2015, § 116 RdNr 32; Werth in Beermann/Gosch, AO/FGO, Stand: Juli 2015, § 116 FGO RdNr 77;

Krüger in MüKo ZPO, 4. Aufl 2013, § 544 ZPO RdNr 14; Eggert, Die Nichtzulassungsbeschwerde, 2002, S 188 mwN; Thebrath, Revisionszulassungsgründe, 2015, S 200 ff mwN). Dem Senat ist nach dem Beschluss vom 11.12.2014 (B 5 RS 11/14 B - BeckRS 2015, 65084) von Amts wegen bekannt geworden, dass sich eine obergerichtliche Rechtsprechung herausgebildet hat, die der Rechtsprechung des BSG (Urteil vom 4.5.1999

- B 4 RA 6/99 R - SozR 3-8570 § 8 Nr 3) widerspricht (vgl nur LSG Mecklenburg-Vorpommern Urteil vom 18.2.2015 - L 7 R 147/11 - Juris; Thüringer LSG Urteil vom 20.5.2015 - L 12 R 1684/12; LSG Sachsen-Anhalt Urteil vom 21.1.2016 - L 1 RS 34/14; LSG Berlin-Brandenburg Urteil vom 29.1.2016 - L 4 R 880/14). Zudem verfahren auch die zuständigen Versorgungsträger im Rahmen von Feststellungsverfahren nach § 8 AAÜG in ständiger Praxis nicht nach den Grundsätzen des Urteils des 4. Senats vom 4.5.1999 (aaO), wie eine Vielzahl anhängiger Nichtzulassungsbeschwerden belegt (zur grundsätzlichen Berücksichtigungsfähigkeit gerichtskundiger Tatsachen im Rahmen einer Nichtzulassungsbeschwerde vgl BVerfG Kammerbeschluss vom 6.2.2007 - 1 BvR 191/06 - NJW-RR 2007, 862 = Juris RdNr 15).

Die Klärungsfähigkeit, dh Entscheidungserheblichkeit, der aufgeworfenen Frage ist dargelegt und gegeben.

Ob die Beschwerdebegründung schlüssige Angaben zur Breitenwirkung enthält, kann dahinstehen. Eine etwaige Mangelhaftigkeit des Vortrags wäre ausnahmsweise unschädlich, weil die fallübergreifende Bedeutung der angestrebten Entscheidung aufgrund der Vielzahl anhängiger Parallelverfahren offenkundig ist (§ 202 S 1 SGG iVm § 291 ZPO) und daher konkrete Darlegungen zu diesem Punkt entbehrlich sind (vgl dazu BVerfG Kammerbeschluss vom 6.2.2007 - 1 BvR 191/06 - NJW-RR 2007, 862 = Juris RdNr 15; BGH Beschluss vom 18.3.2004 - V ZR 222/03 - NJW 2004, 1960 = Juris RdNr 10; BFH Beschluss vom 9.5.1988 - IV B 35/87 - BFHE 153, 378 = Juris RdNr 11 seither in stRspr; Behn, aaO, § 133 RdNr 15; Pietzner/Bier, aaO, § 133 RdNr 32; Ratschow, aaO, § 116 RdNr 32; Werth, aaO, § 116 FGO RdNr 77;

Krüger, aaO, § 544 RdNr 14; Eggert, aaO, S 188 mwN; Thebrath, aaO, S 200 ff mwN).