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B 4 AS 4/22 B ECLI:DE:BSG:2022:140422BB4AS422B0 KI-generiert

Insufficiency of non-admission complaint: failure to formulate abstract legal question and prove divergence from binding precedent

Geschäftsnummer B 4 AS 4/22 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the appellants' complaints as inadmissible, leaving the judgment of the Saxon State Social Court from November 22, 2021, in force. The dispute concerned a non-admission complaint in a social security proceeding, where the appellants challenged the lower court's refusal to allow an appeal to revision. The court held that the complaints failed to meet the procedural requirements for granting revision: specifically, the appellants neither formulated a concrete, abstract-general legal question regarding the interpretation or application of a specific norm of federal law, nor demonstrated the requisite clarifying need, ability to be clarified, and breadth of impact necessary to establish the case's fundamental significance. Furthermore, the alleged divergence was insufficient because the appellants did not identify a specific abstract legal principle established by the lower court that contradicted established jurisprudence of the Federal Social Court, the Joint Senate, or the Federal Constitutional Court, as a mere assertion of incorrectness in the individual case is not sufficient. The decision is based on §§ 160, 160a, and 162 of the Social Courts Act (SGG).

Legislator-Regeste

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§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 160 Abs 2 Nr 2 SGG, § 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 169 SGG, § 162 SGG, § 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG; Insufficiency of non-admission complaint: failure to formulate abstract legal question and prove divergence from binding precedent: The dispute concerned a non-admission complaint in a social security proceeding, where the appellants challenged the lower court's refusal to allow an appeal to revision. The court held that the complaints failed to meet the procedural requirements for granting revision: specifically, the appellants neither formulated a concrete, abstract-general legal question regarding the interpretation or application of a specific norm of federal law, nor demonstrated the requisite clarifying need, ability to be clarified, and breadth of impact necessary to establish the case's fundamental significance. Furthermore, the alleged divergence was insufficient because the appellants did not identify a specific abstract legal principle established by the lower court that contradicted established jurisprudence of the Federal Social Court, the Joint Senate, or the Federal Constitutional Court, as a mere assertion of incorrectness in the individual case is not sufficient. The decision is based on §§ 160, 160a, and 162 of the Social Courts Act (SGG).

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids Prozessvoraussetzung allgemeiner Rechtsgrundsatz Sozialstaat ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Auslegung des Rechts

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG

Procedural basis for the dismissal of the complaints as inadmissible without the involvement of lay judges.

§ 169 SGG

Procedural basis applied in conjunction with § 160a SGG to determine the court composition for the decision.

§ 193 Abs 1 Satz 1, Abs 4 SGG

Basis for the costs decision, specifically the rule that out-of-court costs are not reimbursable.

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Volltext

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache - Formulierung einer konkreten Rechtsfrage

[TENOR]

Die Beschwerden der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 22. November 2021 werden als unzulässig verworfen.

Außergerichtliche Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

[GRUENDE]

Die Nichtzulassungsbeschwerden sind unzulässig, weil weder der geltend gemachte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) noch der Zulassungsgrund der Divergenz (§ 160 Abs 2 Nr 2 SGG) in der erforderlichen Weise dargelegt bzw bezeichnet worden ist (§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG). Die Beschwerde ist daher ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG, § 169 SGG).

1. Grundsätzliche Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) hat eine Rechtssache nur, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die über den Einzelfall hinaus aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Die Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung erfordert, dass eine konkrete Rechtsfrage klar formuliert wird. Weiter muss ihre (abstrakte) Klärungsbedürftigkeit, ihre (konkrete) Klärungsfähigkeit im jeweiligen Rechtsstreit (Entscheidungserheblichkeit) sowie die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der angestrebten Entscheidung (sog Breitenwirkung) aufgezeigt werden (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN).

In der Beschwerdebegründung ist aufzuzeigen, welche rechtliche Frage sich zu einer bestimmten Norm des Bundesrechts iS des § 162 SGG stellt (zuletzt BSG vom 20.10.2021 - B 12 R 2/21 B - juris RdNr 16; BSG vom 4.1.2022 - B 11 AL 58/21 B - juris RdNr 3). Die Beschwerdebegründung muss daher eine aus sich heraus verständliche abstrakt-generelle Rechtsfrage zur Auslegung, zum Anwendungsbereich oder zur Vereinbarkeit einer konkreten revisiblen Norm des Bundesrechts mit höherrangigem Recht formulieren (zuletzt BSG vom 12.8.2021 - B 12 R 11/21 B - juris RdNr 8; BSG vom 8.9.2021 - B 11 AL 42/21 B - juris RdNr 3 mwN; BSG vom 18.10.2021 - B 9 V 29/21 B - juris RdNr 7; BSG vom 20.10.2021 - B 5 R 230/21 B - juris RdNr 3; BSG vom 4.1.2022 - B 11 AL 58/21 B - juris RdNr 3).

Daran fehlt es. Die Kläger haben weder eine Rechtsfrage formuliert noch - wenn man eine Rechtsfrage unterstellt - deren Klärungsbedürftigkeit dargelegt.

2. Eine Abweichung (Divergenz) iS von § 160 Abs 2 Nr 2 SGG ist nur dann hinreichend dargelegt, wenn aufgezeigt wird, mit welcher genau bestimmten entscheidungserheblichen rechtlichen Aussage die angegriffene Entscheidung des LSG von welcher ebenfalls genau bezeichneten rechtlichen Aussage des BSG, des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtshöfe des Bundes (GmSOGB) oder des BVerfG abweicht. Eine Abweichung liegt nicht schon vor, wenn die angefochtene Entscheidung nicht den Kriterien entsprechen sollte, die das BSG, der GmSOGB oder das BVerfG aufgestellt haben, weil die Unrichtigkeit einer Entscheidung im Einzelfall nicht die Zulassung einer Revision wegen Abweichung rechtfertigt. Erforderlich ist vielmehr, dass das LSG diesen Kriterien widersprochen und über den Einzelfall hinausgehende andere rechtliche Maßstäbe entwickelt hat. Nicht die - behauptete - Unrichtigkeit der Entscheidung im Einzelfall, sondern die fehlende Übereinstimmung im Grundsätzlichen kann die Zulassung wegen Abweichung begründen (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34; Voelzke in Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGG, 2017, § 160 RdNr 119).

Eine solche Divergenz haben die Kläger schon deswegen nicht aufgezeigt, weil sie keinen vom LSG aufgestellten abstrakten Rechtssatz dargelegt haben. Die bloße Behauptung, das LSG habe - auch gemessen an der Rechtsprechung des BSG - unzutreffend entschieden, reicht nicht aus.

Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 Abs 1 Satz 1, Abs 4 SGG.

Meßling Söhngen Burkiczak