Non-admission of revision: Failure to formulate abstract legal question of general significance in challenge to revocation of basic unemployment benefit for unreported foreign pension
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Social Court dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of the appeal in law and denied her application for legal aid, upholding the Saxon Social Court of Appeals' decision of December 3, 2024, which confirmed the revocation and demand for repayment of basic benefits for the unemployed (ALG II) due to the plaintiff's failure to report receipt of a Russian state old-age pension. The plaintiff argued that the lower court misapplied fundamental rights to existence-securing benefits and committed a procedural error under § 71 SGG regarding her legal capacity due to dementia; however, the court held that she failed to formulate a concrete legal question of general significance as required by § 160(2)(1) SGG and did not substantiate the alleged procedural defect, particularly noting that a valid power of attorney issued while she was legally competent persisted despite any subsequent change in capacity pursuant to §§ 73(6), 74 SGG and § 86 ZPO, while the lower court's assessment of her conduct constituted a factual finding not subject to review under § 160(2)(3) SGG.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2, § 169 SGG, § 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 114 Abs 1 Satz 1 ZPO, § 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 121 Abs 1 ZPO, § 193 Abs 1 Satz 1, Abs 4 SGG; Non-admission of revision: Failure to formulate abstract legal question of general significance in challenge to revocation of basic unemployment benefit for unreported foreign pension: The plaintiff argued that the lower court misapplied fundamental rights to existence-securing benefits and committed a procedural error under § 71 SGG regarding her legal capacity due to dementia; however, the court held that she failed to formulate a concrete legal question of general significance as required by § 160(2)(1) SGG and did not substantiate the alleged procedural defect, particularly noting that a valid power of attorney issued while she was legally competent persisted despite any subsequent change in capacity pursuant to §§ 73(6), 74 SGG and § 86 ZPO, while the lower court's assessment of her conduct constituted a factual finding not subject to review under § 160(2)(3) SGG.
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KI-generiertCited in the dispositive order as the procedural basis for rejecting the complaint against the non-admission of revision due to insufficient specification of grounds.
Cited in the dispositive order to justify the rejection of the complaint by the senatus without involving lay judges.
Cited in the dispositive order to deny legal aid because the intended legal enforcement lacks sufficient prospect of success.
Cited in the dispositive order to reject the appointment of a lawyer as a consequence of the denial of legal aid.
Cited in the dispositive order as the basis for the decision on costs, specifically stating that no reimbursement of out-of-court costs is to be made.
Volltext
(Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache - Formulierung einer konkreten Rechtsfrage)
[TENOR]
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 3. Dezember 2024 wird als unzulässig verworfen.
Der Antrag der Klägerin, ihr zur Durchführung des Verfahrens der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision im bezeichneten Urteil Prozesskostenhilfe zu bewilligen und Rechtsanwalt Obermaier aus Leipzig beizuordnen, wird abgelehnt.
Außergerichtliche Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.
[GRUENDE]
Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil weder der Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung noch ein Verfahrensmangel, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen kann, in der gebotenen Weise dargelegt oder bezeichnet wird (§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG). Die Beschwerde ist daher ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2, § 169 SGG).
1. Grundsätzliche Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) hat eine Rechtssache nur, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die über den Einzelfall hinaus aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Die Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung erfordert, dass eine konkrete Rechtsfrage klar formuliert wird. Weiter muss ihre (abstrakte) Klärungsbedürftigkeit, ihre (konkrete) Klärungsfähigkeit im jeweiligen Rechtsstreit (Entscheidungserheblichkeit) sowie die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der angestrebten Entscheidung (sog Breitenwirkung) aufgezeigt werden (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN).
Diesen Darlegungsanforderungen wird die Beschwerdebegründung nicht gerecht. Die Klägerin, die sich in der Sache gegen die Rücknahme und Erstattung von Alg II wegen des nicht mitgeteilten Bezugs einer Altersrente der Russischen Föderation wendet, formuliert schon keine aus sich heraus verständliche abstrakt-generelle Rechtsfrage zur Auslegung, zum Anwendungsbereich oder zur Vereinbarkeit einer konkreten revisiblen Norm des Bundesrechts mit höherrangigem Recht (vgl zu diesen Anforderungen nur BSG vom 14.4.2022 - B 4 AS 4/22 B - juris RdNr 3 mwN). Eine dem entsprechende Rechtsfrage lässt sich auch nicht dem Vorbringen entnehmen, das LSG und eine von diesem in Bezug genommene Entscheidung des BSG verkenne das Grundrecht auf existenzsichernde Leistungen. Dies wird im Kern nicht abstrakt, sondern mit den besonderen Umständen des Einzelfalls begründet. Indessen vermag die Rechtsanwendung im Einzelfall keine Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zu rechtfertigen (stRspr; vgl nur BSG vom 26.6.1975 - 12 BJ 12/75 - SozR 1500 § 160a Nr 7).
2. Nach § 160 Abs 2 Nr 3 SGG ist die Revision zuzulassen, wenn ein Verfahrensmangel geltend gemacht wird, auf dem die angefochtene Entscheidung beruhen kann. Wer eine Nichtzulassungsbeschwerde auf diesen Zulassungsgrund stützt, muss zu seiner Bezeichnung die diesen Verfahrensmangel des LSG (vermeintlich) begründenden Tatsachen substantiiert dartun, also die Umstände schlüssig darlegen, die den entscheidungserheblichen Mangel ergeben sollen (stRspr; siehe bereits BSG vom 29.9.1975 - 8 BU 64/75 - SozR 1500 § 160a Nr 14; B. Schmidt in Meyer-Ladewig/Keller/Schmidt, SGG, 14. Aufl 2023, § 160a RdNr 16 mwN). Die Beschwerdebegründung macht als Verfahrensmangel eine Verletzung von § 71 Abs 1 SGG (Prozessfähigkeit) geltend, weil die Klägerin an Demenz leidet. Allerdings war die Klägerin nach den Ausführungen in der Beschwerdebegründung schon im Berufungsverfahren anwaltlich vertreten, sodass im Einzelnen hätte dargelegt werden müssen, wann genau die Prozessunfähigkeit eingetreten sein soll und wie sich diese auf die Erteilung der Prozessvollmacht ausgewirkt hat. Denn nach § 73 Abs 6 SGG iVm § 86 ZPO besteht eine wirksam erteilte Prozessvollmacht trotz Veränderung der Prozessfähigkeit fort und es tritt nach § 246 Abs 1 ZPO auch keine Unterbrechung des Verfahrens ein. Soweit die Beschwerde in diesem Zusammenhang die Beurteilung des Verhaltens der Klägerin durch das LSG als grobfahrlässig in Zweifel zieht, gilt auch hier, dass dies die tatrichterliche Würdigung im konkreten Einzelfall betrifft, die nicht die Zulassung der Revision rechtfertigt (BSG vom 4.7.2000 - B 7 AL 4/00 B - juris RdNr 7).
Weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 114 Abs 1 Satz 1 ZPO), ist der Klägerin auch keine Prozesskostenhilfe zu bewilligen. Damit entfällt zugleich die Beiordnung eines Rechtsanwalts (§ 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 121 Abs 1 ZPO).
Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 Abs 1 Satz 1, Abs 4 SGG.