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B 14 AS 355/16 B ECLI:DE:BSG:2017:020117BB14AS35516B0 KI-generiert

Non-admission complaints inadmissible for failure to file grounds within extended deadline where attorney’s mandate not expressly limited to complaint filing

Geschäftsnummer B 14 AS 355/16 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the appellants' non-admission complaints as inadmissible and denied their applications for legal aid, leaving the decision of the Regional Social Court of Rhineland-Palatina regarding the denial of revision inadmissibility in force. The dispute concerned procedural compliance in a non-admission complaint, where the appellants had filed the initial complaint and requested an extension of the deadline for providing the mandatory grounds, but failed to submit said grounds by the extended deadline. The court held that because the appointed attorney did not explicitly limit his mandate to the filing of the complaint itself, he remained bound by the statutory deadline for the grounds; consequently, the failure to file the reasons within the extended period rendered the complaints inadmissible under § 160a (2) and (4), and § 169 of the Social Courts Act, and legal aid was refused under § 73a (1) sentence 1 of the Social Courts Act in conjunction with § 114 (1) of the Code of Civil Procedure due to the lack of sufficient prospects of success.

Legislator-Regeste

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§ 169 SGG, § 160a Abs 2 Satz 1 SGG, § 67 SGG, § 73 Abs 6 SGG, § 85 ZPO, § 73a Abs 1 Satz 1 SGG; Non-admission complaints inadmissible for failure to file grounds within extended deadline where attorney’s mandate not expressly limited to complaint filing: The dispute concerned procedural compliance in a non-admission complaint, where the appellants had filed the initial complaint and requested an extension of the deadline for providing the mandatory grounds, but failed to submit said grounds by the extended deadline. The court held that because the appointed attorney did not explicitly limit his mandate to the filing of the complaint itself, he remained bound by the statutory deadline for the grounds; consequently, the failure to file the reasons within the extended period rendered the complaints inadmissible under § 160a (2) and (4), and § 169 of the Social Courts Act, and legal aid was refused under § 73a (1) sentence 1 of the Social Courts Act in conjunction with § 114 (1) of the Code of Civil Procedure due to the lack of sufficient prospects of success.

Schlagwörter

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gesetzliche Verfahrensfrist gesetzliche Voraussetzungen Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege Zivilprozessordnung Revisionsgründe Verspätungsausschluss

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BSGE 11, 158
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 114 Satz 1 ZPO

Legal basis for the rejection of the applications for legal aid due to the lack of sufficient prospects of success.

§ 193 SGG

Basis for the cost allocation decision, applied by analogy as costs are not to be reimbursed.

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Volltext

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Versäumung der Begründungsfrist - Prozessbevollmächtigter - keine Beschränkung der Vertretung auf die Beschwerdeeinlegung

[TENOR]

Die Beschwerden der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz vom 13. September 2016 werden als unzulässig verworfen.

Die Anträge der Kläger, ihnen für das Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde Prozesskostenhilfe unter Beiordnung des Rechtsanwalts S. H. zu bewilligen, werden abgelehnt.

Kosten sind nicht zu erstatten.

[GRUENDE]

I. Die Kläger haben durch ihren Prozessbevollmächtigten mit einem am 21.10.2016 durch Telefax übermittelten Schriftsatz vom gleichen Tag beim BSG Beschwerden gegen die Nichtzulassung der Revision in dem ihnen am 21.9.2016 zugestellten Urteil des LSG Rheinland-Pfalz eingelegt. Mit weiterem Schriftsatz vom 21.11.2016 hat der Prozessbevollmächtigte die Verlängerung der Begründungsfrist bis zum 21.12.2016 beantragt, die ihm auch gewährt wurde. Mit Schreiben vom 1.12.2016 haben die Kläger beantragt, ihnen für das Beschwerdeverfahren PKH unter Beiordnung ihres Prozessbevollmächtigten zu bewilligen. Zuletzt hat der Prozessbevollmächtigte mit Schreiben vom 21.12.2016 mitgeteilt, dass die anwaltliche Vertretung auf die Einlegung der Beschwerde, die Anträge auf Verlängerung der Begründungsfrist und Bewilligung von PKH unter seiner Beiordnung beschränkt sei.

II. Die Beschwerden sind nach § 160a Abs 2 und Abs 4 Satz 1 iVm § 169 SGG ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter als unzulässig zu verwerfen, da sie nicht innerhalb der bis zum 21.12.2016 verlängerten Frist durch einen beim BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten begründet worden sind (§ 160a Abs 2 Satz 1 SGG).

Die Kläger waren nicht gehindert, die Begründung der Beschwerden rechtzeitig einzureichen. Sie waren bereits bei Einlegung der Beschwerden durch einen zugelassenen Prozessbevollmächtigten vertreten. Aus der Beschwerdeschrift ergibt sich keine Einschränkung der anwaltlichen Vertretungsbefugnis. Bringt aber der Prozessbevollmächtigte, nachdem er - wie hier - Beschwerde eingelegt hat, nicht zum Ausdruck, dass er seine Vertretung auf die Einlegung der Beschwerde beschränkt wissen will, so muss er die gesetzliche Frist für die Begründung der Beschwerde beachten und einhalten (vgl BSG SozR Nr 10 zu § 67 SGG und SozR 1500 § 160a Nr 8; Beschluss vom 25.11.1988 - 9 BV 196/88 -, nicht veröffentlicht); anderenfalls treffen die Folgen der Fristversäumnis nach § 73 Abs 6 SGG iVm § 85 ZPO seine Mandanten (vgl BSG aaO und BSGE 11, 158, 160). Dies gilt auch im vorliegenden Fall; der Prozessbevollmächtigte der Kläger hat nicht zum Ausdruck gebracht, dass seine Vertretung mit der Einlegung der Beschwerden ende. Er hat vielmehr in seinem Schriftsatz vom 21.11.2016 um Verlängerung der Beschwerdebegründungsfrist wegen seiner hohen Arbeitsbelastung bis zum 21.12.2016 gebeten und mit weiterem Schreiben vom 1.12.2016 die Bewilligung von PKH unter seiner Beiordnung beantragt. Daran ändert das Schreiben des Prozessbevollmächtigten vom 21.12.2016 nichts.

Die Anträge auf Bewilligung von PKH sind abzulehnen, da die mit den Beschwerden beabsichtigte Rechtsverfolgung aus den oben genannten Gründen keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 73a Abs 1 Satz 1 SGG iVm § 114 Satz 1 ZPO).

Mit der Ablehnung der PKH entfällt zugleich die Beiordnung des Prozessbevollmächtigten im Rahmen der PKH (§ 73a Abs 1 SGG iVm § 121 Abs 1 ZPO).

Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.