Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
B 9 V 20/20 B ECLI:DE:BSG:2020:170820BB9V2020B0 KI-generiert

Mandatory representation requirement bars late-filed complaint and reinstatement request in social court proceedings

Geschäftsnummer B 9 V 20/20 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Social Court (BSG) dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of revision as inadmissible, leaving the Lower Social Court’s denial of victim compensation claims in force. The dispute arose from the plaintiff’s attempt to appeal a decision denying benefits under the Victim Compensation Act, but the complaint was filed by her attorneys on May 12, 2020, after the one-month statutory deadline expired on April 27, 2020. Subsequent personal correspondence from the plaintiff and a request for reinstatement were deemed ineffective because § 73(4) SGG mandates mandatory representation by a lawyer qualified before the BSG for both the complaint and any reinstatement application; since the initial filing was not timely and the subsequent actions were not submitted by a qualified counsel, the BSG rejected the procedural challenge under § 160a(1) and § 169(3) SGG.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 73 Abs 4 SGG, § 73 SGG, § 169 Satz 3 SGG, § 193 SGG; Mandatory representation requirement bars late-filed complaint and reinstatement request in social court proceedings: The dispute arose from the plaintiff’s attempt to appeal a decision denying benefits under the Victim Compensation Act, but the complaint was filed by her attorneys on May 12, 2020, after the one-month statutory deadline expired on April 27, 2020. Subsequent personal correspondence from the plaintiff and a request for reinstatement were deemed ineffective because § 73(4) SGG mandates mandatory representation by a lawyer qualified before the BSG for both the complaint and any reinstatement application; since the initial filing was not timely and the subsequent actions were not submitted by a qualified counsel, the BSG rejected the procedural challenge under § 160a(1) and § 169(3) SGG.

Schlagwörter

KI-generiert
gesetzliche Frist verspätete Eingabe Forderungseingabe Pflichtleistung Prozessvoraussetzung Revision eines Entscheids

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 169 Satz 3 SGG

Procedural basis for dismissing the complaint without the participation of lay judges due to its inadmissibility.

§ 193 SGG

Basis for the decision on costs, applied by analogy to determine that no costs are to be reimbursed between the parties.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde - sozialgerichtliches Verfahren - Wiedereinsetzungsantrag - Vertretungszwang vor dem BSG

[TENOR]

Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Thüringer Landessozialgerichts vom 16. Januar 2020 wird als unzulässig verworfen.

Die Beteiligten haben einander für das Beschwerdeverfahren keine außergerichtlichen Kosten zu erstatten.

[GRUENDE]

Mit dem angefochtenen Urteil vom 16.1.2020 hat das Thüringer LSG einen Anspruch der Klägerin auf Leistungen der Opferentschädigung verneint. Das Urteil wurde den Prozessbevollmächtigten der Klägerin am 25.3.2020 mit ordnungsgemäßer Rechtsbehelfsbelehrung zugestellt. Diese haben am 12.5.2020 beim BSG für die Klägerin Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision in dem genannten Urteil eingelegt. Nach Hinweis des Berichterstatters auf die Verfristung der Beschwerde haben die Bevollmächtigten mit Schreiben vom 6.7.2020 angezeigt, dass sie die Vertretung der Klägerin niedergelegt haben. Die Klägerin hat sich persönlich mit Schreiben vom 9.7.2020 an das BSG gewandt und um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gebeten; sie halte nach einer neuen Vertretung Ausschau.

Die Beschwerde ist unzulässig, da sie nicht innerhalb der am 27.4.2020 abgelaufenen Frist von einem vor dem BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten eingelegt worden ist (§ 160a Abs 1 Satz 2, § 73 Abs 4 SGG). Das Schreiben der Klägerin ändert daran nichts, da es nach Fristablauf eingegangen und vor allem nicht von einem vor dem BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten unterzeichnet ist. Der von ihr darin gestellte Wiedereinsetzungsantrag ist ebenfalls unzulässig. Auch ein solcher Antrag unterliegt dem Vertretungszwang des § 73 Abs 4 SGG und kann deshalb wirksam nur von einem beim BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten gestellt werden (vgl Straßfeld in Roos/Wahrendorf, BeckOGK § 73 SGG RdNr 92 mwN, Stand 1.9.2019).

Die Verwerfung des Rechtsmittels der Klägerin erfolgt entsprechend § 169 Satz 3 SGG ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG).

Die Kostenentscheidung beruht auf entsprechender Anwendung des § 193 SGG.