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B 12 KR 1/16 BH ECLI:DE:BSG:2016:130916BB12KR116BH0 KI-generiert

Legal aid application rejected due to sufficient liquid assets covering estimated attorney fees despite ongoing debt repayment obligations.

Geschäftsnummer B 12 KR 1/16 BH
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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**Operative Outcome:** The Federal Social Court (BSG) rejected the plaintiff's application for legal aid (Prozesskostenhilfe, PKH) and the concomitant appointment of a lawyer for the appeal against the non-admission of revision by the Hessian State Social Court. **Dispute and Facts:** The case concerned a social law dispute where the applicant, who possessed significant liquid assets including savings and checking accounts totaling several thousand euros plus cash, claimed an inability to afford the costs of the subsequent legal proceedings. The court noted that while the applicant claimed various debt obligations, they were only actively servicing one debt through monthly installments and were not making payments on the others. **Legal Basis:** Under § 73a Abs. 1 SGG iVm § 114 ZPO, legal aid is granted only to those who cannot afford court costs. Crucially, pursuant to § 115 Abs. 3 ZPO, a party must utilize their assets to the extent that is reasonable, provided the "savings margin" (Schonvermögen) protected by § 90 SGB XII is not encroached upon. The BSG determined that the applicant's liquid assets, even after accounting for the single active debt repayment and the protected small cash amounts under the relevant implementation ordinance, were sufficient to cover the estimated attorney's fees of approximately 595 euros for the complaint procedure, rendering the application for legal aid unfounded.

Legislator-Regeste

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§ 114 ZPO, § 115 Abs 3 ZPO, § 3 RVG, § 14 Abs 1 RVG, § 90 SGB XII, § 73a Abs 1 SGG; Legal aid application rejected due to sufficient liquid assets covering estimated attorney fees despite ongoing debt repayment obligations: **Dispute and Facts:** The case concerned a social law dispute where the applicant, who possessed significant liquid assets including savings and checking accounts totaling several thousand euros plus cash, claimed an inability to afford the costs of the subsequent legal proceedings. The court noted that while the applicant claimed various debt obligations, they were only actively servicing one debt through monthly installments and were not making payments on the others. **Legal Basis:** Under § 73a Abs. 1 SGG iVm § 114 ZPO, legal aid is granted only to those who cannot afford court costs. Crucially, pursuant to § 115 Abs. 3 ZPO, a party must utilize their assets to the extent that is reasonable, provided the "savings margin" (Schonvermögen) protected by § 90 SGB XII is not encroached upon. The BSG determined that the applicant's liquid assets, even after accounting for the single active debt repayment and the protected small cash amounts under the relevant implementation ordinance, were sufficient to cover the estimated attorney's fees of approximately 595 euros for the complaint procedure, rendering the application for legal aid unfounded.

Schlagwörter

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Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege Schuldentilgung flüssige Mittel Revisionsgesuch Obligationenrecht Barzahlung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 73a Abs 1 SGG iVm § 114 ZPO

Primary legal basis cited in the dispositive for the rejection of the application for legal aid.

§ 73a Abs 1 SGG iVm § 121 Abs 1 ZPO

Legal basis cited in the dispositive for the consequent refusal of the appointment of a lawyer.

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Volltext

Sozialgerichtliches Verfahren - Prozesskostenhilfe - Feststellung des einzusetzenden Vermögens - Berücksichtigung von Zahlungsverpflichtungen - tatsächliche Schuldentilgung

[TENOR]

Der Antrag des Klägers, ihm für das Beschwerdeverfahren gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Hessischen Landessozialgerichts vom 10. Dezember 2015 Prozesskostenhilfe unter Beiordnung eines Rechtsanwalts zu gewähren, wird abgelehnt.

[GRUENDE]

Nach § 73a Abs 1 S 1 SGG iVm § 114 ZPO ist der Partei, die nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen die Kosten der Prozessführung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, Prozesskostenhilfe (PKH) zu bewilligen. Gemäß § 115 Abs 3 ZPO hat die Partei jedoch ihr Vermögen einzusetzen, soweit ihr dies zumutbar ist.

Der Kläger ist in der Lage, die voraussichtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens aus seinem Vermögen aufzubringen. Da Gerichtskosten im vorliegenden Verfahren nicht erhoben werden, beschränken sich die Kosten der Prozessführung im Wesentlichen auf die Gebühren eines Rechtsanwalts. Nach § 3 RVG iVm Nr 3512 VV RVG erhält der Rechtsanwalt im Verfahren über die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision vor dem BSG eine Gebühr, die zwischen 80 und 880 Euro liegt. Innerhalb dieser Rahmengebühr bestimmt der Rechtsanwalt im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Bedeutung der Angelegenheit, des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit sowie der Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Auftraggebers seine Gebühr nach billigem Ermessen (§ 14 Abs 1 RVG). Bei einem Verfahren durchschnittlichen Umfangs und Schwierigkeitsgrades wird im allgemeinen von der "Mittelgebühr" ausgegangen, die im Beschwerdeverfahren einschließlich Auslagen und Umsatzsteuer 595 Euro beträgt. Diese voraussichtlichen Kosten vermag der Kläger aus seinem Vermögen zu decken, ohne dass das so genannte "Schonvermögen" nach § 115 Abs 3 ZPO iVm § 90 SGB XII und der dazu ergangenen Durchführungsverordnung (DV) angegriffen werden muss.

Der Kläger verfügt nach eigenen Angaben über ein Vermögen in Form von Guthaben auf einem Sparkonto von 1. Euro bei der S. H. sowie auf einem Girokonto in Höhe von 4. Euro bei der P. F. Außerdem gibt er sein Barvermögen mit 4. Euro an. Die vom Kläger aufgeführten Zahlungsverpflichtungen sind nur insoweit zu berücksichtigen, wie die aufgeführten Schulden auch getilgt werden (vgl Geimer in Zöller, ZPO, 31. Aufl 2016, § 115 RdNr 37). Der Kläger bedient aber nur eine Schuldenposition mit Ratenzahlungen in Höhe von monatlich 6. Euro, während er auf zwei weitere Zahlungsverpflichtungen keine Leistungen erbringt. Das Vermögen des Klägers übersteigt, auch unter Berücksichtigung der monatlichen Tilgungsrate von 6. Euro auf eine Restschuld von 4. Euro, die nach § 1 Abs 1 S 1 Nr 1 Buchst b DV von der Verwendung für die Prozesskosten freigestellten kleineren Barbeträge bzw sonstigen Geldwerte iS des § 115 Abs 3 ZPO in Höhe von 2600 Euro deutlich.

Der Antrag auf Bewilligung von PKH ist daher abzulehnen. Da der Antrag auf Bewilligung von PKH schon aufgrund des vorhandenen Vermögens abzulehnen war, konnte die Prüfung entfallen, ob dem Kläger wegen der verspäteten Antragstellung Wiedereinsetzung zu gewähren gewesen wäre (vgl auch Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 11. Aufl 2014, § 67 RdNr 2a aE).

Mit der Ablehnung der Bewilligung von PKH entfällt zugleich die Beiordnung eines Rechtsanwalts im Rahmen der PKH (§ 73a Abs 1 SGG iVm § 121 Abs 1 ZPO).