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B 11 AL 76/18 B ECLI:DE:BSG:2019:250219BB11AL7618B0 KI-generiert

Partial retirement: admissibility of complaint due to failure to demonstrate fundamental significance of side-activity scope under AltTZG

Geschäftsnummer B 11 AL 76/18 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the plaintiff's complaint as inadmissible, thereby upholding the lower court's decision that denied permission for revision. The dispute concerned whether an employee in a partial-retirement arrangement could invoke the transitional exception under § 5(3) sentence 4 of the Partial Retirement Act (AltTZG) to expand a side activity that had already been performed continuously within the five years prior to the start of the partial retirement, challenging the lower court's refusal to consider this expanded scope. The court ruled that the complaint failed to satisfy the statutory requirements for demonstrating fundamental significance under § 160(2) No. 1 SGG because the appellant did not adequately articulate the legal question or demonstrate that the issue was capable of resolution and had broader legal relevance beyond the individual case. Specifically, the appellant failed to engage with the structural relationship between the general suspension rule and the exception, did not address relevant existing literature or jurisprudence, and did not explain why the Federal Labour Court’s 2013 decision characterizing the provision as a grandfathering clause did not already resolve the matter.

Legislator-Regeste

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§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 169 SGG, § 193 SGG; Partial retirement: admissibility of complaint due to failure to demonstrate fundamental significance of side-activity scope under AltTZG: The dispute concerned whether an employee in a partial-retirement arrangement could invoke the transitional exception under § 5(3) sentence 4 of the Partial Retirement Act (AltTZG) to expand a side activity that had already been performed continuously within the five years prior to the start of the partial retirement, challenging the lower court's refusal to consider this expanded scope. The court ruled that the complaint failed to satisfy the statutory requirements for demonstrating fundamental significance under § 160(2) No. 1 SGG because the appellant did not adequately articulate the legal question or demonstrate that the issue was capable of resolution and had broader legal relevance beyond the individual case. Specifically, the appellant failed to engage with the structural relationship between the general suspension rule and the exception, did not address relevant existing literature or jurisprudence, and did not explain why the Federal Labour Court’s 2013 decision characterizing the provision as a grandfathering clause did not already resolve the matter.

Schlagwörter

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Pensionierung Übergangsvorschriften Teilentscheid Streitgegenstand gesetzliche Voraussetzung sozialversicherungsrechtliches Klageverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 193 SGG

Basis for the decision on costs, which ordered that no costs of the complaint proceedings were to be repaid.

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Volltext

Nichtzulassungsbeschwerde - grundsätzliche Bedeutung - Darlegungserfordernis - Altersteilzeitarbeit - Nebentätigkeit - Nichtberücksichtigung - Umfang

[TENOR]

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 23. Oktober 2018 wird als unzulässig verworfen.

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind nicht zu erstatten.

[GRUENDE]

Die Nichtzulassungsbeschwerde ist unzulässig, weil der allein geltend gemachte Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) nicht in der erforderlichen Weise dargelegt worden ist (§ 160a Abs 2 Satz 3 SGG). Die Beschwerde ist daher ohne Zuziehung ehrenamtlicher Richter zu verwerfen (§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbsatz 2 SGG, § 169 SGG).

Grundsätzliche Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) hat eine Rechtssache nur, wenn sie eine Rechtsfrage aufwirft, die über den Einzelfall hinaus aus Gründen der Rechtseinheit oder der Fortbildung des Rechts einer Klärung durch das Revisionsgericht bedürftig und fähig ist. Die Darlegung einer grundsätzlichen Bedeutung erfordert, dass eine konkrete Rechtsfrage klar formuliert wird. Weiter muss ihre (abstrakte) Klärungsbedürftigkeit, ihre (konkrete) Klärungsfähigkeit im jeweiligen Rechtsstreit (Entscheidungserheblichkeit) sowie die über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung der angestrebten Entscheidung (sog Breitenwirkung) aufgezeigt werden (stRspr; vgl etwa BSG vom 25.9.2002 - B 7 AL 142/02 B - SozR 3-1500 § 160a Nr 34 S 70 mwN). Daran fehlt es.

Der Kläger formuliert zwar als Rechtsfrage, "ob sich ein Altersteilzeitbeschäftigter nicht auf § 5 Abs 3 Satz 4 AltTZG berufen kann, wenn er diese Tätigkeit bereits innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeit ständig ausgeübt hat und dann die Tätigkeit lediglich zeitlich ausweitet". Jedoch wird eine Klärungsbedürftigkeit nicht in der erforderlichen Weise aufgezeigt. Hierzu hätte der Kläger sich zunächst mit der Struktur des § 5 Abs 3 AltTZG, insbesondere dem Verhältnis von § 5 Abs 3 Satz 1 und 4 AltTZG, befassen und darlegen müssen, warum bei der Ausnahmeregelung des § 5 Abs 3 Satz 4 AltTZG ein anderer Umfang der Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit zugrunde gelegt werden sollte, als bei der Vorschrift zum regelmäßigen Ruhen des Anspruchs auf Leistungen nach § 5 Abs 3 Satz 1 AltTZG bei Ausübung von Beschäftigungen und selbstständigen Tätigkeiten neben der Altersteilzeitarbeit. Insbesondere hätte er aber dazu vortragen müssen, ob und wie sich vorhandene Literatur und Rechtsprechung mit der aufgeworfenen Rechtsfrage befasst haben. Es fehlen Aussagen dazu, warum nicht bereits durch die auch vom Berufungsgericht berücksichtigte Entscheidung des BAG vom 15.10.2013, das den Charakter des § 5 Abs 3 Satz 4 AltTZG als Bestandsschutzregelung hervorgehoben hat (9 AZR 256/12 juris, RdNr 18), eine Klärung der aufgeworfenen Rechtsfrage erfolgt ist (vgl zur Klärung auch durch die Rspr anderer Oberster Bundesgerichte Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer/Schmidt, 12. Aufl 2017, § 160 RdNr 8 mwN).

Die Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG.