Invalidity of non-admission complaint filed by unadmitted European lawyer without proof of domestic coordination
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Social Court dismissed the plaintiff's complaint for non-admission as procedurally invalid due to a lack of proper representation, thereby leaving the lower court's decision denying the claim for disability pension in force. The dispute arose from a social court judgment rendered to a resident of a foreign EU member state, which the plaintiff, represented by an attorney registered only in that foreign jurisdiction, appealed to the Federal Social Court without the attorney being admitted in Germany and without providing the required proof of coordination with a locally admitted attorney. The Court held that under the German Social Court Act and the Act on the Activity of European Lawyers in Germany, a complaint for non-admission filed by an unadmitted European lawyer is ineffective unless the lawyer simultaneously demonstrates their status as a service-provider acting in agreement with a German attorney at the time of filing; as the plaintiff failed to meet this formal requirement, the complaint was rejected without merit review. However, the Court noted that the incorrect legal remedy instruction in the original judgment, resulting from the cross-border service of process, allowed the plaintiff to re-file a valid complaint within the one-year limitation period.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 73 Abs 4 Satz 1 SGG, § 193 Abs 1 SGG, § 66 Abs 2 SGG, § 87 Abs 1 Satz 2 SGG, § 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG, § 169 Satz 2 und 3 SGG; Invalidity of non-admission complaint filed by unadmitted European lawyer without proof of domestic coordination: The dispute arose from a social court judgment rendered to a resident of a foreign EU member state, which the plaintiff, represented by an attorney registered only in that foreign jurisdiction, appealed to the Federal Social Court without the attorney being admitted in Germany and without providing the required proof of coordination with a locally admitted attorney. The Court held that under the German Social Court Act and the Act on the Activity of European Lawyers in Germany, a complaint for non-admission filed by an unadmitted European lawyer is ineffective unless the lawyer simultaneously demonstrates their status as a service-provider acting in agreement with a German attorney at the time of filing; as the plaintiff failed to meet this formal requirement, the complaint was rejected without merit review. However, the Court noted that the incorrect legal remedy instruction in the original judgment, resulting from the cross-border service of process, allowed the plaintiff to re-file a valid complaint within the one-year limitation period.
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KI-generiertLegal basis cited in the dispositive for the rejection of the complaint due to non-compliance with formal requirements.
Procedural rule cited in the dispositive permitting the decision to be made without the participation of lay judges.
Provision cited as the basis for the costs decision.
Volltext
Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Vertretungszwang vor dem BSG - Vertretungsberechtigung - Prozessbevollmächtigter - europäischer Rechtsanwalt - Zulassung - vorübergehende Dienstleistung - Einvernehmensanwalt - Nachweis des Einvernehmens - Urteilszustellung im Ausland - unzutreffende Rechtsmittelbelehrung - Beschwerdefrist
[LEITSATZ]
Die Einlegung eines Rechtsmittels zum BSG durch einen nicht im Inland zugelassenen europäischen Rechtsanwalt ist ohne die gleichzeitige Vorlage eines Nachweises über das Einvernehmen eines Rechtsanwalts nach deutschem Recht unwirksam.
[TATBESTAND]
Das LSG Berlin-Brandenburg hat im Urteil vom 25.3.2010 einen Anspruch des in Österreich wohnenden Klägers auf Rente wegen Erwerbsminderung verneint.
Das Urteil ist der Prozessbevollmächtigten des Klägers, einer in das Rechtsanwaltsverzeichnis der Tiroler Rechtsanwaltskammer eingetragenen und in Innsbruck niedergelassenen Rechtsanwältin, gegen Empfangsbekenntnis am 22.4.2010 zugestellt worden. Die Rechtsmittelbelehrung des Urteils enthielt die Angabe, eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision sei von einem beim BSG zugelassenen Prozessbevollmächtigten innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils einzulegen und innerhalb von zwei Monaten nach diesem Zeitpunkt schriftlich zu begründen.
Der Kläger hat am 20.5.2010 durch seine Prozessbevollmächtigte, die in der Bundesrepublik Deutschland nicht als Rechtsanwältin zugelassen ist, Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision erhoben, ohne das Einvernehmen mit einem Rechtsanwalt nach deutschem Recht nachzuweisen und ohne einen Zustellungsbevollmächtigten in Deutschland zu benennen. Auf diese Erfordernisse ist sie mit Schreiben des Berichterstatters vom 25.5.2010 hingewiesen worden.
[ENTSCHEIDUNGSGRUENDE]
Die Beschwerde des Klägers ist nicht in der gesetzlichen Form eingelegt worden und somit gemäß § 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 iVm § 169 Satz 2 und 3 SGG ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter zu verwerfen.
Nach § 160a Abs 1 Satz 2 iVm § 73 Abs 4 Satz 1 SGG müssen sich die Beteiligten bei der Einlegung einer Beschwerde zum BSG gegen die Nichtzulassung der Revision durch vor diesem Gericht vertretungsberechtigte Prozessbevollmächtigte vertreten lassen. Vertretungsberechtigt sind grundsätzlich nur Rechtsanwälte, die als solche in der Bundesrepublik Deutschland zugelassen sind. Das trifft auf die in Österreich in das Rechtsanwaltsverzeichnis der Tiroler Rechtsanwaltskammer eingetragene Prozessbevollmächtigte des Klägers nicht zu, denn sie ist nicht zugleich im Sinne von § 2 Abs 1 des Gesetzes über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland (EuRAG - vom 9.3.2000, BGBl I 182 - berichtigt 1349, zuletzt geändert durch Gesetz vom 30.7.2009, BGBl I 2449) in eine deutsche Rechtsanwaltskammer aufgenommen worden.
Die Prozessbevollmächtigte kann allerdings auch ohne eine solche Zulassung vorübergehend als dienstleistende europäische Rechtsanwältin die Tätigkeit einer Rechtsanwältin in Deutschland ausüben (§ 25 Abs 1 iVm §§ 26 ff EuRAG). In gerichtlichen Verfahren mit Anwaltszwang - dh in der Sozialgerichtsbarkeit noch nicht in erster und zweiter Instanz, aber gemäß § 73 Abs 4 Satz 1 SGG vor dem BSG - muss sie jedoch im Einvernehmen mit einem Rechtsanwalt nach deutschem Recht (Einvernehmensanwalt) handeln (§ 28 Abs 1 EuRAG - vgl insoweit übereinstimmend § 5 des österreichischen Bundesgesetzes über den freien Dienstleistungsverkehr und die Niederlassung von europäischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten sowie die Erbringung von Rechtsdienstleistungen durch international tätige Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in Österreich ). Das Einvernehmen ist bereits bei Einlegung der Beschwerde schriftlich nachzuweisen (§ 29 Abs 1 EuRAG); ohne einen solchen Nachweis zum Zeitpunkt der Einlegung der Beschwerde ist diese unwirksam (§ 29 Abs 3 EuRAG - ebenso § 5 Abs 2 Satz 1 und 4 EIRAG). Einen entsprechenden Nachweis hat die Prozessbevollmächtigte des Klägers nicht erbracht (vgl hierzu BFH Beschluss vom 30.12.2004 - II R 2.04 - Juris RdNr 9; BVerwG Beschluss vom 11.1.2006 - 7 B 64/05 - Juris RdNr 2; s auch BSG Beschluss vom 8.4.2009 - B 5 R 46/09 B - Juris RdNr 2; Leitherer in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer, SGG, 9. Aufl 2008, § 73 RdNr 10).
Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung von § 193 Abs 1 SGG.
Im Übrigen wird ergänzend darauf hingewiesen, dass es dem Kläger offen steht, innerhalb der Jahresfrist des § 66 Abs 2 SGG erneut eine formgerechte Beschwerde gegen das Urteil des LSG einzulegen, da dieses im Hinblick auf die Zustellung des Urteils im Ausland (vgl § 87 Abs 1 Satz 2 SGG) eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung enthält (BSGE 40, 40 = SozR 1500 § 160a Nr 4).