Unsuccessful revision filed without admission: refusal to reinterpret as complaint against non-admission and denial of legal aid
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Social Court (BSG) dismissed the plaintiff's application for legal aid and rejected the appeal as inadmissible, leaving the underlying ruling of the Bavarian State Social Court in force. The dispute involved a plaintiff who explicitly filed for "Revision" (appeal) against a lower court decision but failed to obtain the required admission of the appeal, mistakenly pursuing this procedural route instead of filing a complaint against non-admission. The court held that the requested legal aid was denied because the underlying appeal lacked a sufficient prospect of success, as it was legally impermissible without prior admission by the lower court or the BSG. Decisive legal bases included the statutory requirements for admitting a Revision in social law proceedings and the principle that a clearly formulated legal instrument, such as an explicit "Revision" filing, cannot be legally interpreted or reinterpreted into a different type of remedy (complaint against non-admission), particularly when the relevant procedural instructions were expressly communicated to the unrepresented party.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 121 Abs 1 ZPO, § 160 Abs 1 SGG, § 160a Abs 1 SGG, § 169 SGG, § 193 Abs 1 SGG, § 73a Abs 1 S 1 SGG iVm § 114 Abs 1 S 1, § 121 Abs 1 ZPO; Unsuccessful revision filed without admission: refusal to reinterpret as complaint against non-admission and denial of legal aid: The dispute involved a plaintiff who explicitly filed for "Revision" (appeal) against a lower court decision but failed to obtain the required admission of the appeal, mistakenly pursuing this procedural route instead of filing a complaint against non-admission. The court held that the requested legal aid was denied because the underlying appeal lacked a sufficient prospect of success, as it was legally impermissible without prior admission by the lower court or the BSG. Decisive legal bases included the statutory requirements for admitting a Revision in social law proceedings and the principle that a clearly formulated legal instrument, such as an explicit "Revision" filing, cannot be legally interpreted or reinterpreted into a different type of remedy (complaint against non-admission), particularly when the relevant procedural instructions were expressly communicated to the unrepresented party.
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KI-generiertLegal basis for the denial of legal aid due to the lack of a sufficient prospect of success for the appeal.
Procedural rule justifying the rejection of the appeal as inadmissible without summoning lay judges.
Basis for the cost allocation decision, applying the general principles of the Code of Civil Procedure.
Volltext
Sozialgerichtliches Verfahren - eindeutig formulierte Rechtsmittelschrift - keine Auslegung oder Umdeutung einer "Revision" in eine Nichtzulassungsbeschwerde
[TENOR]
Der Antrag des Klägers, ihm für das Verfahren der Revision gegen das Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts vom 13. Juli 2016 Prozesskostenhilfe zu bewilligen und einen Rechtsanwalt beizuordnen, wird abgelehnt.
Die Revision des Klägers gegen das vorbezeichnete Urteil wird als unzulässig verworfen.
Die Beteiligten haben einander für das Revisionsverfahren keine Kosten zu erstatten.
[GRUENDE]
Der Kläger hat gegen das Urteil des Bayerischen LSG vom 13.7.2016, das ihm am 4.8.2016 zugestellt worden ist, mit einem von ihm unterzeichneten Schreiben vom 13.8.2016, das am 25.8.2016 beim BSG eingegangen ist, ausdrücklich "Revision" eingelegt und ausgeführt, er "beantrage Armes Recht" und die Vertretung durch einen vom BSG zu benennenden Rechtsanwalt, weil er die Gerichtskosten und Rechtsanwaltskosten nicht bezahlen könne. Der Senat wertet dieses Vorbringen als Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) mit Beiordnung eines Rechtsanwalts.
Dieser Antrag auf PKH und Beiordnung eines Rechtsanwalts ist abzulehnen, weil die explizit eingelegte "Revision" keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (§ 73a Abs 1 S 1 SGG iVm § 114 Abs 1 S 1, § 121 Abs 1 ZPO). Die Revision gegen das Urteil des LSG vom 13.7.2016 ist unstatthaft, weil sie weder vom Berufungsgericht noch durch einen Beschluss des BSG (vgl § 160a Abs 4 S 1 SGG) zugelassen worden ist (§ 160 Abs 1 SGG). Allein die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision (§ 160a Abs 1 SGG) wäre das statthafte Rechtsmittel gewesen, worauf der Kläger in der Rechtsmittelbelehrung des Berufungsurteils sowie nochmals durch Schreiben der Berichterstatterin des Senats vom 13.10.2016 hingewiesen worden ist. Die ausdrücklich angestrebte Rechtsverfolgung bietet somit keine hinreichende Aussicht auf Erfolg.
Auch wenn der Kläger mit seiner Revisionsschrift zu erkennen gibt, dass er sich gegen das Urteil des LSG wenden möchte, so ist eine Auslegung oder Umdeutung seines Schriftsatzes vom 13.8.2016 dahin gehend, dass er das allein zulässige Rechtsmittel der Nichtzulassungsbeschwerde hat einlegen wollen, nicht möglich.
Eine Auslegung kommt nur dann in Betracht, wenn die abgegebene Erklärung mehrdeutig und damit auslegungsfähig ist. Für eine diesbezügliche Auslegung des Schriftsatzes des Klägers ist indes kein Raum, weil ausdrücklich und allein die Einlegung der Revision ausgesprochen wird und damit auch die Bewilligung von PKH allein für die Durchführung des Revisionsverfahrens beantragt worden ist.
Eine Umdeutung der Revisionsschrift in eine statthafte Nichtzulassungsbeschwerde ist ebenfalls nicht möglich. Dies gilt insbesondere, wenn - wie im sozialgerichtlichen Verfahren - das einzulegende Rechtsmittel in der Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich genannt ist. Denn durch diese Belehrung sind Irrtümer oder Verwechslungen bei der Bezeichnung des Rechtsmittels weitgehend ausgeschlossen. Diese Grundsätze gelten unabhängig davon, ob der Rechtsmittelkläger rechtskundig vertreten ist (vgl Senatsbeschluss vom 10.7.2006 - B 5 R 42/06 R - BeckRS 2007, 43492 RdNr 7; BSG SozR 4-1500 § 158 Nr 1), wobei vorliegend erschwerend hinzu kommt, dass der Kläger in der Eingangsbestätigung vom 26.8.2016 auf die genaue Beachtung der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Entscheidung nochmals besonders hingewiesen worden ist.
Mangels Statthaftigkeit der Revision ist diese ohne Zuziehung der ehrenamtlichen Richter als unzulässig zu verwerfen (§ 169 SGG).
Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 Abs 1 SGG.