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B 1 KR 47/11 B ECLI:DE:BSG:2012:270112BB1KR4711B0 KI-generiert

Admissibility of non-admission complaint: failure to demonstrate need for clarification of limitation suspension by prior proceedings

Geschäftsnummer B 1 KR 47/11 B
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Social Court dismissed the plaintiff's complaint against the non-admission of revision as inadmissible, thereby upholding the prior decision by the Regional Social Court of Rhineland-Palatza which had rejected the plaintiff's claims. The dispute concerned the reimbursement of co-payments and travel expenses for social health insurance services between 1997 and 2001, where the defendant successfully raised the defense of statute of limitations, and the court determined that a parallel proceeding for exemption from co-payments did not suspend the limitation period for the distinct claims at issue. The dismissal was based on procedural grounds under § 160a SGG, as the complaint failed to meet the requirements for granting revision on grounds of fundamental significance under § 160(2) No. 1 SGG; specifically, the appellant did not sufficiently demonstrate that the legal question regarding the scope of suspension of limitations by prior proceedings was capable of clarification or contradicted established case law from the Federal Court of Justice and the Federal Social Court.

Legislator-Regeste

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§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG, § 169 Satz 3 SGG, § 160a Abs 2 Satz 3 SGG, § 160 Abs 2 Nr 1 SGG, § 160a Abs 4 Satz 2 Halbs 2 SGG, § 193 SGG; Admissibility of non-admission complaint: failure to demonstrate need for clarification of limitation suspension by prior proceedings: The dispute concerned the reimbursement of co-payments and travel expenses for social health insurance services between 1997 and 2001, where the defendant successfully raised the defense of statute of limitations, and the court determined that a parallel proceeding for exemption from co-payments did not suspend the limitation period for the distinct claims at issue. The dismissal was based on procedural grounds under § 160a SGG, as the complaint failed to meet the requirements for granting revision on grounds of fundamental significance under § 160(2) No. 1 SGG; specifically, the appellant did not sufficiently demonstrate that the legal question regarding the scope of suspension of limitations by prior proceedings was capable of clarification or contradicted established case law from the Federal Court of Justice and the Federal Social Court.

Schlagwörter

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Fristen Sozialversicherungsverfahren Revisionsverfahren Prozessvoraussetzung Zahlungseinstellung Vorherige Verwaltungsbeschwerde

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGHZ 132, 240
BGHZ 104, 268
BSGE 86, 182
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG

This provision is cited as the basis for dismissing the complaint as inadmissible because the justification did not meet the legal requirements.

§ 169 Satz 3 SGG

This provision is cited in conjunction with § 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG to provide the procedural basis for the dismissal of the inadmissible complaint.

§ 160a Abs 4 Satz 2 Halbs 2 SGG

This provision is cited to justify the court's decision to forgo a further detailed reasoning on the matter.

§ 193 SGG

This provision is cited as the basis for the decision regarding the waiver of costs.

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Volltext

Sozialgerichtliches Verfahren - Nichtzulassungsbeschwerde - Zulässigkeit der Revision - Klärungsbedürftigkeit einer Rechtsfrage

[TENOR]

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision im Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz vom 7. April 2011 wird als unzulässig verworfen.

Kosten sind nicht zu erstatten.

[GRUENDE]

I. Der bei der beklagten Ersatzkasse versicherte Kläger ist mit seinem Begehren auf Erstattung der Zuzahlungen und Fahrkosten für die Jahre 1997 bis 2001 in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben. Das LSG hat unter Bezug auf die Ausführungen des SG ua ausgeführt, der Kläger könne keine Erstattung verlangen, weil die Beklagte wegen Ablaufs der Verjährungsfrist wirksam die Einrede der Verjährung erhoben habe. Selbst für das Jahr 2001 sei die Frist am 31.12.2005 abgelaufen. Eine Hemmung nach den Grundsätzen zur Verjährungshemmung (BGHZ 132, 240, 243 RdNr 18) sei durch das seit 1999 bis 2002 laufende gerichtliche Verfahren wegen der Befreiung von Zuzahlungen für 1994 (SG Koblenz - S 11 KR 39/99 -; LSG Rheinland-Pfalz - L 5 KR 43/01 -; BSG - B 1 KR 54/01 B -) nicht eingetreten (Urteil vom 7.4.2011).

II. Die Beschwerde des Klägers ist unzulässig und daher gemäß § 160a Abs 4 Satz 1 Halbs 2 SGG iVm § 169 Satz 3 SGG zu verwerfen. Ihre Begründung entspricht nicht den aus § 160a Abs 2 Satz 3 SGG abzuleitenden Anforderungen an die Darlegung des geltend gemachten Revisionszulassungsgrundes der grundsätzlichen Bedeutung (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG).

1. Wer sich auf den Zulassungsgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 160 Abs 2 Nr 1 SGG) beruft, muss eine Rechtsfrage klar formulieren und ausführen, inwiefern diese Frage im angestrebten Revisionsverfahren entscheidungserheblich sowie klärungsbedürftig und über den Einzelfall hinaus von Bedeutung ist (vgl zB BSG SozR 3-1500 § 160a Nr 21 S 37 f; BSG SozR 3-4100 § 111 Nr 1 S 2 f; BSG SozR 3-2500 § 240 Nr 33 S 151 f mwN). Der Kläger richtet sein Vorbringen hieran nicht aus.

Die Beschwerdebegründung formuliert schon keine über den Einzelfall hinaus bedeutsame Rechtsfrage, soweit sie darauf abhebt, "ob die von dem Kläger geltend gemachten Ansprüche verjährt sind oder insbesondere durch das zuvor geführte Gerichtsverfahren eine verjährungshemmende Wirkung erfahren haben". Für die weitere von ihr formulierte Rechtsfrage, unter welchen Voraussetzungen sich die verjährungshemmende Wirkung auch auf weitere über den eigentlichen Klagegegenstand hinausgehende Ansprüche erstreckt, zeigt sie einen Klärungsbedarf nicht auf. Das Bedürfnis für die Klärung einer Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren fehlt nämlich, wenn ihre Beantwortung nach der dazu ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung keinem vernünftigen Zweifel unterliegt, die Frage also "geklärt ist" (vgl zB BSG Beschluss vom 21.10.2010 - B 1 KR 96/10 B - RdNr 7 mwN). Eine Rechtsfrage, über die bereits höchstrichterlich entschieden worden ist, kann dennoch klärungsbedürftig sein, wenn der Rechtsprechung in nicht geringfügigem Umfang widersprochen wird und gegen sie nicht von vornherein abwegige Einwendungen vorgebracht werden (vgl zB BSG SozR 1500 § 160a Nr 13 S 19 mwN), was im Rahmen der Beschwerdebegründung ebenfalls darzulegen ist (vgl zB BSG Beschluss vom 22.12.2010 - B 1 KR 100/10 B - RdNr 7). Daran fehlt es. Der Kläger legt nicht dar, dass trotz der von ihm und den Vorinstanzen zitierten Rechtsprechung des BGH, wonach als weitere Voraussetzung der Verjährungsunterbrechung hinzukommen muss, dass der zur Begründung des jetzigen Anspruchs vorgetragene Lebenssachverhalt in seinem Kern bereits Gegenstand der früheren Klage gewesen ist (BGHZ 104, 268, 274 f; BGHZ 132, 240, 244), weiterer Klärungsbedarf besteht. Auch hätte sich die Beschwerdebegründung mit der Rechtsprechung des BSG beschäftigen müssen, die bei zeitabschnittweise beantragten Sozialleistungen ebenfalls besondere Anforderungen an die Unterbrechung bzw (nach der Schuldrechtsreform) Hemmung der Verjährung von Folgeansprüchen stellt (vgl BSGE 86, 182, 184 ff = SozR 3-1200 § 45 Nr 9 S 34 ff). Dies ist nicht geschehen.

Soweit der Kläger darüber hinaus die Auffassung der Vorinstanz als unzutreffend beanstandet, rügt er die Unrichtigkeit der Entscheidung im Einzelfall. Diese ist nicht Gegenstand der Nichtzulassungsbeschwerde (BSG SozR 1500 § 160a Nr 67).

2. Von einer weiteren Begründung sieht der Senat ab (

§ 160a Abs 4 Satz 2 Halbs 2 SGG

).

3. Die Kostenentscheidung beruht auf einer entsprechenden Anwendung des § 193 SGG.