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4 StR 479/25 ECLI:DE:BGH:2025:021225B4STR479.25.0 KI-generiert

Aggravating weight of sexual recidivism speed and victim inexperience in child abuse sentencing

Geschäftsnummer 4 StR 479/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) rejected the defendant's appeal against the Bielefeld Regional Court's conviction for sexual offenses, upholding the lower court's judgment and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute centered on the appropriateness of specific aggravating factors used by the trial court to increase individual and aggregate sentences, namely the alleged high speed of recidivism involving two sexually inexperienced victims and the close temporal proximity of the offenses. While the BGH noted that the trial court's reasoning was legally questionable—specifically that the unblemished sexual development of a child is the protected legal interest (Schutzgut) of child abuse statutes and thus cannot be treated as an additional aggravating factor, and that temporal proximity was not reliably established—it applied the "conclusive impact" doctrine (§ 337 Abs. 1 StPO) to find that the error did not affect the final sentence, as other valid aggravating factors justified the imposed penalties.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Aggravating weight of sexual recidivism speed and victim inexperience in child abuse sentencing: The dispute centered on the appropriateness of specific aggravating factors used by the trial court to increase individual and aggregate sentences, namely the alleged high speed of recidivism involving two sexually inexperienced victims and the close temporal proximity of the offenses. While the BGH noted that the trial court's reasoning was legally questionable—specifically that the unblemished sexual development of a child is the protected legal interest (Schutzgut) of child abuse statutes and thus cannot be treated as an additional aggravating factor, and that temporal proximity was not reliably established—it applied the "conclusive impact" doctrine (§ 337 Abs. 1 StPO) to find that the error did not affect the final sentence, as other valid aggravating factors justified the imposed penalties.

Schlagwörter

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Sexualdelikten Kindsmisshandlung Gesamtstrafenbildung Rückfall bei Straftaten E-Justice Strafschärfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive as the legal basis for rejecting the appeal as unfounded after a review based on the grounds of appeal revealed no legal error to the detriment of the accused.

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Volltext

Strafschärfung bei Sexualstraftaten

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bielefeld vom 30. April 2025 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Soweit die Strafkammer bei der Zumessung sämtlicher Einzelstrafen zulasten des Angeklagten berücksichtigt hat, dass er „in relativ hoher Rückfallgeschwindigkeit Sexualstraftaten zum Nachteil zweier junger, sexuell zu diesem Zeitpunkt völlig unerfahrener Mädchen begangen“ habe, ist dies in mehrfacher Hinsicht rechtlich bedenklich: Die Erwägung kann auf den ersten der Fälle ersichtlich nicht zutreffen; hinsichtlich der weiteren Fälle zum Nachteil der Geschädigten K. hat das Landgericht genaue Tatzeitpunkte nicht feststellen können und für zwei der drei Taten angenommen, dass sie zwischen August 2022 und Juni 2024 begangen worden seien. Eine besondere zeitliche Nähe dieser Taten untereinander sowie zu den Taten zum Nachteil der weiteren Geschädigten ist somit gerade nicht sicher festgestellt und belegt. Im Übrigen versteht es sich jedenfalls nicht von selbst, dass und weshalb sich eine große zeitliche Nähe der Taten strafschärfend auswirken sollte (vgl. zur strafmildernden Berücksichtigung eines engen zeitlichen Zusammenhangs von Missbrauchstaten demgegenüber BGH, Urteil vom 7. Januar 2015 – 2 StR 259/14 Rn. 11; hinsichtlich der Gesamtstrafenbildung auch BGH, Urteil vom 28. März 2013 – 4 StR 467/12 Rn. 30 mwN). Endlich lässt die Erwähnung der sexuellen Unerfahrenheit der Geschädigten besorgen, dass die Strafkammer verkannt haben könnte, dass die ungestörte sexuelle Entwicklung des Kindes gerade der Strafzweck der Kindesmissbrauchstatbestände ist, der deshalb nicht strafschärfend eingestellt werden darf (vgl. BGH, Beschluss vom 20. August 2003 – 2 StR 285/03 Rn. 3 f.).

Das Urteil beruht auf der bedenklichen Erwägung aber nicht (§ 337 Abs. 1 StPO). Der Senat schließt angesichts der weiteren, vom Landgericht rechtsfehlerfrei herangezogenen Strafschärfungsgründe aus, dass es ohne sie auf geringere Einzelstrafen und infolgedessen auf eine niedrigere Gesamtstrafe erkannt hätte.

Quentin Maatsch Scheuß

Momsen-Pflanz Marks