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2 StR 156/24 ECLI:DE:BGH:2025:221025B2STR156.24.0 KI-generiert

Right to be heard in appellate criminal sentencing: failure to independently address formal objections vs. reliance on prosecution arguments

Geschäftsnummer 2 StR 156/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Criminal Second Senate dismissed the convicted defendant’s objection to hearing (Anhörungsrüge) as unfounded, leaving the appellate decision of June 4, 2025, intact, which had partially amended the lower court’s judgment by altering the guilty verdict and allowing one individual sentence to lapse while rejecting the remainder of the appeal. The dispute centered on the defendant’s claim that the appellate panel violated his constitutional right to be heard under Article 103(1) of the Basic Law by allegedly failing to address his formal objections independently, instead merely relying on the General Public Prosecutor’s arguments. The court held that no violation of legal hearing rights occurred, as the panel had thoroughly deliberated the case and had not utilized any procedural material without giving the defendant an opportunity to comment, nor had it ignored relevant arguments; the court further justified the delay between the decision and its notification by the necessity of coordinating seven final judgments in a complex joint trial involving multiple defendants and confiscation proceedings, with the rejection of the objection assigned to the defendant’s costs pursuant to an analogous application of Section 465(1) of the Code of Criminal Procedure.

Legislator-Regeste

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§ 465 Abs. 1 StPO; Right to be heard in appellate criminal sentencing: failure to independently address formal objections vs. reliance on prosecution arguments: The dispute centered on the defendant’s claim that the appellate panel violated his constitutional right to be heard under Article 103(1) of the Basic Law by allegedly failing to address his formal objections independently, instead merely relying on the General Public Prosecutor’s arguments. The court held that no violation of legal hearing rights occurred, as the panel had thoroughly deliberated the case and had not utilized any procedural material without giving the defendant an opportunity to comment, nor had it ignored relevant arguments; the court further justified the delay between the decision and its notification by the necessity of coordinating seven final judgments in a complex joint trial involving multiple defendants and confiscation proceedings, with the rejection of the objection assigned to the defendant’s costs pursuant to an analogous application of Section 465(1) of the Code of Criminal Procedure.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör Strafzumessung Verfahrensrügen Strafprozessordnung ungerechtfertigte Verzögerung der Strafverfolgung Anfechtung von Zwischenentscheiden

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 465 Abs. 1 StPO

Cited in the grounds to justify the order that the costs of the objection to hearing are to be borne by the defendant.

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Volltext

Die Anhörungsrüge des Verurteilten gegen den Senatsbeschluss vom 4. Juni 2025 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

Der Senat hat auf die Revision des Verurteilten durch den beanstandeten Beschluss das Urteil des Landgerichts Erfurt vom 16. Mai 2023, soweit es ihn betrifft, im Schuldspruch abgeändert, einen Einzelstrafausspruch aufgehoben und eine Einzelstrafe entfallen lassen. Die weitergehende Revision des Verurteilten hat er verworfen. Die Entscheidung ist der Verteidigung des Verurteilten am 24. September 2025 zugegangen.

Der Verurteilte wendet sich mit Schriftsatz eines weiteren Verteidigers vom 1. Oktober 2025, beim Bundesgerichtshof eingegangen am selben Tag, gegen diesen Beschluss. Er beanstandet, der Senat habe „es in unzulässiger Weise unterlassen, sich mit eigenen Überlegungen und Erwägungen mit den formellen Rügen auseinanderzusetzen“, da er lediglich ausgeführt habe, dass diese aus den Gründen der Zuschrift des Generalbundesanwalts ohne Erfolg blieben.

Der Rechtsbehelf des Verurteilten ist unbegründet. Der Anspruch des Verurteilten auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1GG) ist nicht verletzt. Der Senat hat bei seiner Entscheidung weder Verfahrensstoff verwertet, zu dem der Verurteilte nicht gehört worden ist, noch hat er zu berücksichtigendes Vorbringen des Verurteilten übergangen oder dessen Anspruch auf rechtliches Gehör in sonstiger Weise verletzt. Der Senat hat über die Revision eingehend und umfassend beraten. Ein Verstoß gegen den Anspruch des Verurteilten auf Gewährung rechtlichen Gehörs lässt sich weder daraus herleiten, dass der Senat die Argumentation der Verteidigung im hiesigen Verfahren nicht für durchgreifend gehalten hat, noch daraus, dass der Senat sich hierzu nicht ausführlicher als geschehen verhalten hat.

Die vom Verurteilten beanstandete Dauer zwischen der Entscheidung des Senats über sein Rechtsmittel und der Bekanntgabe dieser Entscheidung basiert auf dem Umstand, dass in dem Umfangsverfahren im Nachgang zu den Beratungen vom 4. Juni 2025 über die an diesem Tag verhandelten Revisionen der Staatsanwaltschaft sowie die parallel endberatenen Revisionen von fünf Angeklagten und einer Einziehungsbeteiligten insgesamt sieben Erkenntnisse abzusetzen, in der Fassung zu beraten und abschließend zu bearbeiten waren.

Die Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des § 465 Abs. 1 StPO (vgl. BGH, Beschluss vom 8. November 2023 – 4 StR 149/23, Rn. 4).

Menges Zeng Grube

Schmidt Herold