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III ZR 54/25 ECLI:DE:BGH:2025:271125BIIIZR54.25.0 KI-generiert

Ex ante reasonabness standard bars tort liability for regulatory short-selling measures despite subsequent Union law reinterpretation

Geschäftsnummer III ZR 54/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the plaintiff’s complaint against the non-admission of appeal to the revision court, thereby upholding the Munich Higher Regional Court’s ruling and leaving the earlier judgment in force. The dispute concerned a tort claim against a regulatory authority, challenging specific measures related to short-selling prohibitions under Regulation (EU) No. 236/2012, where the plaintiff argued that Union law questions requiring preliminary reference to the European Court of Justice were decisive. The BGH held that the plaintiff failed to demonstrate that these legal issues were decisive to the outcome because the core legal standard is ex ante reasonabness: liability is excluded if the administrative measure was technically and legally justifiable from the perspective of the time, regardless of subsequent judicial reinterpretation of Union law norms. The court further noted that the scope of the duty to investigate official facts must balance urgency against potential harm, and that officials are not liable for legal errors made after diligent and conscientious deliberation.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO; Ex ante reasonabness standard bars tort liability for regulatory short-selling measures despite subsequent Union law reinterpretation: The dispute concerned a tort claim against a regulatory authority, challenging specific measures related to short-selling prohibitions under Regulation (EU) No. 236/2012, where the plaintiff argued that Union law questions requiring preliminary reference to the European Court of Justice were decisive. The BGH held that the plaintiff failed to demonstrate that these legal issues were decisive to the outcome because the core legal standard is ex ante reasonabness: liability is excluded if the administrative measure was technically and legally justifiable from the perspective of the time, regardless of subsequent judicial reinterpretation of Union law norms. The court further noted that the scope of the duty to investigate official facts must balance urgency against potential harm, and that officials are not liable for legal errors made after diligent and conscientious deliberation.

Schlagwörter

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Haftung aus unerlaubter Handlung Leerverkauf Landesrecht Fragepflicht Vorlage zur Vorabentscheidung Wirtschaftsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGHZ 242, 341
Dezember 2024 - III ZR 24/23, BGHZ 242, 341 Rn 49).
BGHZ 223, 72
August 2019 - III ZR 18/19, BGHZ 223, 72 Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Main ground for dismissing the complaint against the non-admission of the revision because it did not demonstrate fundamental legal significance or need for uniform jurisprudence.

§ 97 Abs. 1 ZPO

Provision applied to order the plaintiff to bear the costs of the complaint proceedings.

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Volltext

Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Oberlandesgerichts München - 1. Zivilsenat - vom 3. April 2025 - 1 U 3076/24 e - wird zurückgewiesen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Insbesondere hat die Beschwerde nicht aufzuzeigen vermocht, dass die als grundsätzlich bezeichneten und ihrer Ansicht nach zu einer Vorlage gem. Art. 267 Abs. 1, 3 AEUV zwingenden Fragen zur Auslegung und Anwendung von Art. 20 der Verordnung (EU) Nr. 236/2012 (LeerverkaufsVO) entscheidungserheblich sind. Für die Frage, ob die Beklagte beziehungsweise ihre Mitarbeiter Pflichten verletzt haben, kommt es darauf an, ob die beanstandete Maßnahme aus einer ex-ante-Perspektive fachlich und rechtlich vertretbar war (vgl. Senat, Beschluss vom 10. Januar 2024 - III ZR 57/23, WM 2024, 206 Rn. 14).

Zudem sind bei der Ermittlung der Reichweite der Amtsermittlungspflicht auch die Eilbedürftigkeit und das Gewicht einer drohenden Gefahr, deren Abwendung durch die weitere Sachverhaltsermittlung verzögert würde, einzubeziehen (vgl. Senat, Urteil vom 19. Dezember 2024 - III ZR 24/23, BGHZ 242, 341 Rn 49). Schließlich lässt sich ein Schuldvorwurf gegen einen Amtsträger nicht herleiten, wenn er sich nach sorgfältiger und gewissenhafter Prüfung aufgrund vernünftiger Überlegungen eine Rechtsmeinung gebildet hat, diese aber später durch die Gerichte missbilligt wird (vgl. Senat, Urteil vom 15.

August 2019 - III ZR 18/19, BGHZ 223, 72 Rn. 49). Danach ist auf der Grundlage des vom Berufungsgericht rechtsfehlerfrei festgestellten Sachverhalts nicht entscheidend, wie die von der Beschwerde angeführten unionsrechtlichen Rechtsfragen, deren Beantwortung sie selbst für zweifelhaft hält, aus der Sicht ex post richtigerweise zu beantworten sind. Auch wenn diese Fragen im Sinne der Beschwerde zu beantworten sein sollten, bleibt die Maßnahme der Beklagten bei der gebotenen ex-ante-Betrachtung vertretbar.

Im Übrigen wird von einer näheren Begründung gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Der Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: bis 45.000 €

Herrmann Kessen