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III ZR 139/25 ECLI:DE:BGH:2025:271125BIIIZR139.25.0 KI-generiert

Ex-ante justifiability of regulatory enforcement measures and the admissibility of EU law preliminary reference requests in liability claims

Geschäftsnummer III ZR 139/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The BGH dismissed the plaintiffs' complaint for non-acceptance of revision, thereby upholding the lower court’s refusal to admit the appeal and rejecting the plaintiffs' arguments. The dispute concerned liability for alleged violations of regulatory duties related to the application of the Short Selling Regulation, where the plaintiffs argued that specific EU law questions regarding Article 20 of Regulation (EU) No. 236/2012 required a preliminary ruling. The court determined that the case lacked fundamental legal significance because the assessment of potential duty violations by public officials requires an ex-ante perspective on whether the measures were professionally and legally reasonable at the time, rather than an ex-post legal review; consequently, the challenged EU law questions were not decisive as the contested actions remained justifiable under this standard. The ruling relied on § 543 Abs. 2 ZPO and established doctrines regarding the scope of official inquiry duties and the exclusion of fault for good-faith legal errors.

Legislator-Regeste

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 97 Abs. 1 ZPO, § 100 Abs. 1 ZPO; Ex-ante justifiability of regulatory enforcement measures and the admissibility of EU law preliminary reference requests in liability claims: The dispute concerned liability for alleged violations of regulatory duties related to the application of the Short Selling Regulation, where the plaintiffs argued that specific EU law questions regarding Article 20 of Regulation (EU) No. 236/2012 required a preliminary ruling. The court determined that the case lacked fundamental legal significance because the assessment of potential duty violations by public officials requires an ex-ante perspective on whether the measures were professionally and legally reasonable at the time, rather than an ex-post legal review; consequently, the challenged EU law questions were not decisive as the contested actions remained justifiable under this standard. The ruling relied on § 543 Abs. 2 ZPO and established doctrines regarding the scope of official inquiry duties and the exclusion of fault for good-faith legal errors.

Schlagwörter

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Vorlage zur Vorabentscheidung Enforcement Verantwortlichkeitsklage Urteilsvollstreckung Leerverkauf Revisionsgründe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGHZ 242, 341
Dezember 2024 - III ZR 24/23, BGHZ 242, 341 Rn.
BGHZ 223, 72
August 2019 - III ZR 18/19, BGHZ 223, 72 Rn.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO

Main ground for dismissing the complaint for non-acceptance of revision because neither fundamental legal significance nor the development of law was demonstrated.

§ 97 Abs. 1 ZPO

Procedural rule cited in the dispositive to order the unsuccessful plaintiffs to bear the costs of the complaint proceedings.

§ 100 Abs. 1 ZPO

Procedural rule cited in the dispositive to specify the allocation of costs among the multiple plaintiffs.

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Volltext

Die Beschwerde der Kläger gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des 7. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Köln vom 26. Mai 2025 - 7 U 46/24 - wird zurückgewiesen, weil weder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat noch die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts erfordert (§ 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO).

Insbesondere hat die Beschwerde nicht aufzuzeigen vermocht, dass die als grundsätzlich bezeichneten und ihrer Ansicht nach zu einer Vorlage gem. Art. 267 Abs. 1, 3 AEUV zwingenden Fragen zur Auslegung und Anwendung von Art. 20 der Verordnung (EU) Nr. 236/2012 (LeerverkaufsVO) entscheidungserheblich sind. Für die Frage, ob die Beklagte beziehungsweise ihre Mitarbeiter Pflichten verletzt haben, kommt es darauf an, ob die beanstandete Maßnahme aus einer ex-ante-Perspektive fachlich und rechtlich vertretbar war (vgl. Senat, Beschluss vom 10. Januar 2024 - III ZR 57/23, WM 2024, 206 Rn 14).

Zudem sind bei der Ermittlung der Reichweite der Amtsermittlungspflicht auch die Eilbedürftigkeit und das Gewicht einer drohenden Gefahr, deren Abwendung durch die weitere Sachverhaltsermittlung verzögert würde, einzubeziehen (vgl. Senat, Urteil vom 19. Dezember 2024 - III ZR 24/23, BGHZ 242, 341 Rn. 49). Schließlich lässt sich ein Schuldvorwurf gegen einen Amtsträger nicht herleiten, wenn er sich nach sorgfältiger und gewissenhafter Prüfung aufgrund vernünftiger Überlegungen eine Rechtsmeinung gebildet hat, diese aber später durch die Gerichte missbilligt wird (vgl. Senat, Urteil vom 15.

August 2019 - III ZR 18/19, BGHZ 223, 72 Rn. 49). Danach ist auf der Grundlage des vom Berufungsgericht rechtsfehlerfrei festgestellten Sachverhalts nicht entscheidend, wie die von der Beschwerde angeführten unionsrechtlichen Rechtsfragen, deren Beantwortung sie selbst für zweifelhaft hält, aus der Sicht ex post richtigerweise zu beantworten sind. Auch wenn diese Fragen im Sinne der Beschwerde zu beantworten sein sollten, bleibt die Maßnahme der Beklagten bei der gebotenen ex-ante-Betrachtung vertretbar.

Im Übrigen wird von einer näheren Begründung gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO abgesehen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kläger jeweils zur Hälfte zu tragen (§ 97 Abs. 1, § 100 Abs. 1 ZPO).

Streitwert: bis 50.000 €

Herrmann Kessen