Failure to consider significant temporal lapse between offenses and judgment as determinative sentencing factor
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Criminal Justice (BGH) partially granted the defendant’s revision, vacating the sentencing portion of the Landgericht Bochum’s judgment while upholding the guilty verdict, and remanded the case to a different panel of the Regional Court for re-sentencing. The defendant, convicted in 16 instances of sexual abuse of dependents (with 14 concurrent counts of aggravated sexual abuse of children) resulting in a total sentence of seven years and nine months, challenged the sentencing via a substantive appeal (Sachrüge). The court found that the trial court committed a legal error by failing to explicitly consider and weigh the significant temporal lapse between the offenses (committed between March 2009 and April 2016) and the date of the judgment, particularly given the defendant’s subsequent lack of re-offending. This omission constituted a failure to adequately address a determinative sentencing factor, requiring the partial annulment of the individual and aggregate sentences.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO; Failure to consider significant temporal lapse between offenses and judgment as determinative sentencing factor: The defendant, convicted in 16 instances of sexual abuse of dependents (with 14 concurrent counts of aggravated sexual abuse of children) resulting in a total sentence of seven years and nine months, challenged the sentencing via a substantive appeal (Sachrüge). The court found that the trial court committed a legal error by failing to explicitly consider and weigh the significant temporal lapse between the offenses (committed between March 2009 and April 2016) and the date of the judgment, particularly given the defendant’s subsequent lack of re-offending. This omission constituted a failure to adequately address a determinative sentencing factor, requiring the partial annulment of the individual and aggregate sentences.
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KI-generiertProcedural basis for the partial success of the revision, specifically regarding the reversal of the sentencing and remand of the case for new proceedings.
Basis for dismissing the remainder of the revision as unfounded.
Volltext
Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Bochum vom 22. November 2024 im Strafausspruch aufgehoben.
Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Die weiter gehende Revision wird verworfen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hat den Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 16 Fällen, davon in 14 Fällen tateinheitlich mit schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt. Im Übrigen hat es den Angeklagten freigesprochen. Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO). Im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.
Der Strafausspruch begegnet durchgreifenden rechtlichen Bedenken.
Obwohl der Angeklagte die Taten bereits im Zeitraum März 2009 bis April 2016 beging, hat die Strafkammer bei der Strafzumessung den erheblichen Zeitablauf bis zum Urteil nicht berücksichtigt. Dies stellt einen Erörterungsmangel dar, weil es sich insoweit um einen bestimmenden Strafzumessungsgesichtspunkt handelt (vgl. BGH, Beschluss vom 1. Juni 2022 – 6 StR 191/22, juris Rn. 3; Urteil vom 26. Juni 2018 – 1 StR 476/18, juris Rn. 16; Beschluss vom 12. Juni 2017 – GSSt 2/17, BGHSt 62, 184, 192). Dies gilt vor allem dann, wenn der Angeklagte – wie vorliegend der Fall – seither nicht mehr straffällig geworden ist (vgl. BGH, Beschluss vom 1. Juni 2022 – 6 StR 191/22 mwN).
Der Senat kann nicht ausschließen, dass sich der aufgezeigte Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten auf die Höhe der Einzelstrafen ausgewirkt hat. Die Aufhebung der Einzelstrafen entzieht der Gesamtstrafe die Grundlage. Die zugehörigen Feststellungen können bestehen bleiben, weil sie von dem Rechtsfehler nicht berührt werden. Weitere Feststellungen sind möglich, soweit sie den bisherigen nicht widersprechen.
Quentin Maatsch Scheuß
Momsen-Pflanz Marks