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I ZR 170/24 ECLI:DE:BGH:2025:250925BIZR170.24.0 KI-generiert

Hearing complaint dismissed: Admissibility of advertising hyaluronic acid nose correction as operative plastic-surgical intervention under HWG

Geschäftsnummer I ZR 170/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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**Final Operative Outcome:** The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's hearing complaint (Anhörungsrüge) and ordered the defendant to bear the costs of the proceedings, thereby upholding the First Civil Senate's prior judgment dated July 31, 2025. **Dispute and Material Facts:** The dispute concerned whether advertising for hyaluronic acid nose correction constituted prohibited comparative advertising for "operative plastic-surgical interventions" under German advertising law. The defendant argued that the court failed to consider that hyaluronic acid injections are low-risk procedures comparable to everyday cosmetic measures like piercings or tattoos, rather than invasive surgeries, and that the advertising was not misleading regarding risks. **Decisive Legal Basis:** The court ruled that the hearing complaint was inadmissible as it did not demonstrate a violation of the right to be heard under Article 103 Paragraph 1 of the Basic Law. The court held that the lower court’s assessment that the procedure fell under the prohibitions of § 1 Paragraph 1 No. 2 letter c of the Act Against Unfair Competition (HWG) was legally sound, as the risks associated with the injections (such as pain, swelling, and rare complications) were sufficient to classify it within the scope of the ban on suggestive and misleading advertising for medically unnecessary operative plastic-surgical interventions, with the prohibition deemed proportionate to protect public health.

Legislator-Regeste

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§ 97 Abs. 1 ZPO; Hearing complaint dismissed: Admissibility of advertising hyaluronic acid nose correction as operative plastic-surgical intervention under HWG: **Dispute and Material Facts:** The dispute concerned whether advertising for hyaluronic acid nose correction constituted prohibited comparative advertising for "operative plastic-surgical interventions" under German advertising law. The defendant argued that the court failed to consider that hyaluronic acid injections are low-risk procedures comparable to everyday cosmetic measures like piercings or tattoos, rather than invasive surgeries, and that the advertising was not misleading regarding risks. **Decisive Legal Basis:** The court ruled that the hearing complaint was inadmissible as it did not demonstrate a violation of the right to be heard under Article 103 Paragraph 1 of the Basic Law. The court held that the lower court’s assessment that the procedure fell under the prohibitions of § 1 Paragraph 1 No. 2 letter c of the Act Against Unfair Competition (HWG) was legally sound, as the risks associated with the injections (such as pain, swelling, and rare complications) were sufficient to classify it within the scope of the ban on suggestive and misleading advertising for medically unnecessary operative plastic-surgical interventions, with the prohibition deemed proportionate to protect public health.

Schlagwörter

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Anspruch auf rechtliches Gehör vergleichende Werbung Zivilrechtsstreitigkeit gesundheitliche Risiken irreführende Werbung Recht auf Gesundheit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 97 Abs. 1 ZPO

Cited in the dispositive section II as the legal basis for the decision on the allocation of costs.

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Volltext

Die Anhörungsrüge gegen das Senatsurteil vom 31. Juli 2025 wird auf Kosten der Beklagten zurückgewiesen.

[GRUENDE]

I. Die Anhörungsrüge gemäß § 321a ZPO ist zulässig, aber nicht begründet. Der Senat hat den Anspruch der Beklagten auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) nicht verletzt.

1. Die Anhörungsrüge macht ohne Erfolg geltend, der Senat habe bei der Überprüfung der Entscheidung des Berufungsgerichts nicht berücksichtigt, dass dieses - neben anderem - auch auf ein Urteil des Landgerichts Berlin Bezug genommen habe, in dem von Auswirkungen der Hyaluronunterspritzung im Augenbereich auf die Sehkraft die Rede sei, obwohl dieses Urteil nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen sei.

Damit zeigt die Anhörungsrüge keine entscheidungserhebliche Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten auf. Der Senat hat das Vorbringen der Beklagten umfassend gewürdigt und im Rahmen der Nachprüfung der Subsumtion unter den Begriff des operativen plastisch-chirurgischen Eingriffs im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c HWG ausgeführt, die tatgerichtliche Würdigung des Berufungsgerichts sei mit Blick auf die von der Beklagten selbst angegebenen Nebenwirkungen wie Schmerzen, Schwellungen, blaue Flecken oder Rötungen sowie in enorm seltenen Fällen Infektionen, allergische Reaktionen oder Embolien beanstandungsfrei (Senatsurteil vom 31. Juli 2025, GRUR 2025, 1422 [juris Rn. 27] = WRP 2025, 1293 - Hyaluron-Nasenkorrektur). Auf die von der Beklagten in Abrede gestellte Auswirkung auf die Sehkraft kam es hierbei nicht entscheidungserheblich an.

2. Ohne Erfolg wendet sich die Anhörungsrüge gegen die Beurteilung des Senats, auf die von der Beklagten unter das Angebot des Sachverständigenbeweises gestellte Frage, ob die Unterspritzung mit Hyaluron mit Blick auf die damit verbundenen Gesundheitsgefahren gleichzusetzen sei mit dem Stechen von Ohrlöchern, Piercen oder Tätowieren, komme es nicht entscheidungserheblich an, weil diese Maßnahmen keine operativen plastisch-chirurgischen Eingriffe darstellten.

Mit ihrem Vorbringen, die Beklagte hätte zeigen wollen, dass diese Behandlungen erheblich weniger riskant seien als "klassische" Eingriffe der plastischen Chirurgie und vielmehr ein Risikoprofil aufwiesen, das demjenigen entspreche, das alltägliche Maßnahmen aufwiesen, die nicht von dem Verbot der vergleichenden Werbung erfasst seien, greift die Anhörungsrüge den vom Senat zugrunde gelegten rechtlichen Maßstab an, ohne eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beklagten darzulegen.

3. Die Anhörungsrüge macht schließlich vergeblich geltend, der Senat habe bei seiner Prüfung des Verbots am Maßstab der Grundrechte das Recht der Patienten auf Informationsfreiheit ignoriert.

Der Senat hat ausgeführt, dass die im Streitfall anwendbaren Verbotsvorschriften bezwecken, suggestive und irreführende Werbung für medizinisch nicht notwendige operative plastisch-chirurgische Eingriffe zu verbieten und zu vermeiden, dass sich Personen unnötigerweise den mit solchen Operationen verbundenen Risiken erheblicher Gesundheitsschäden aussetzen (Senatsurteil, GRUR 2025, 1422 [juris Rn. 19 und 24] - Hyaluron-Nasenkorrektur). Im Rahmen der Grundrechtsprüfung hat der Senat weiter ausgeführt, dass angesichts des betroffenen Schutzguts der Gesundheit mit dem Verbot verbundene Grundrechtseinschränkungen verhältnismäßig sind (Senatsurteil, GRUR 2025, 1422 [juris Rn. 30 bis 32] - Hyaluron-Nasenkorrektur). Bei dieser Beurteilung standen dem Senat nicht nur die Grundrechte der Beklagten, sondern auch Dritter - etwa der Patienten - vor Augen.

II. Die Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO in entsprechender Anwendung.

Koch Löffler Feddersen

Schmaltz Wille