Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6 StR 157/25 ECLI:DE:BGH:2025:210825B6STR157.25.0 KI-generiert

Robbery and bodily injury: failure to identify prior execution status voids aggregate sentencing and forfeiture

Geschäftsnummer 6 StR 157/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The German Federal Court of Criminal Court (BGH) partially allowed the defendant’s appeal, quashing the total sentence imposed by the Landgericht Hildesheim on December 4, 2024, for robbery and bodily injury, while upholding the underlying factual findings and referring the case back for retrial; the further appeal was rejected. The dispute concerned the legality of forming a new total sentence that incorporated penalties from prior judgments, specifically where the current offense was committed before some of the referenced prior convictions, creating uncertainty about whether a prior aggregate sentencing situation existed. The BGH held that the total sentence could not stand because the lower court failed to specify the execution status and precise dates of the prior convictions, thereby failing to rule out an existing aggregate sentence; consequently, the associated forfeiture orders lost their legal basis. Key legal bases included the prohibition of aggravation on appeal (§ 358 Abs. 2 StPO), the effects of a legally valid forfeiture order transferring title to the state (§ 75 Abs. 1 Satz 1 StGB), and the requirement for a unified forfeiture of the value of proceeds from the incorporated judgments.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 55 Abs. 2 StGB, § 353 Abs. 2 StPO, § 358 Abs. 2 StPO, § 75 Abs. 1 Satz 1 StGB; Robbery and bodily injury: failure to identify prior execution status voids aggregate sentencing and forfeiture: The dispute concerned the legality of forming a new total sentence that incorporated penalties from prior judgments, specifically where the current offense was committed before some of the referenced prior convictions, creating uncertainty about whether a prior aggregate sentencing situation existed. The BGH held that the total sentence could not stand because the lower court failed to specify the execution status and precise dates of the prior convictions, thereby failing to rule out an existing aggregate sentence; consequently, the associated forfeiture orders lost their legal basis. Key legal bases included the prohibition of aggravation on appeal (§ 358 Abs. 2 StPO), the effects of a legally valid forfeiture order transferring title to the state (§ 75 Abs. 1 Satz 1 StGB), and the requirement for a unified forfeiture of the value of proceeds from the incorporated judgments.

Schlagwörter

KI-generiert
Strafzumessung bei Raub Verwirkung Vollzug von Freiheitsstrafen Gesamtstrafe Beschwerdelegitimation Pfändungsbetrug

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
2 StR 513/90
Dezember 1990 – 2 StR 513/90, BGHR StGB § 55 Abs.
6 StR 454/22
Mootness of maintained forfeiture after prior transfer of instrument ownership to the state
6 StR 311/21
August 2021 – 6 StR 311/21, Rn.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 4 StPO

Cited in the grounds to justify the partial success of the appeal, which leads to the operative order to quash the total sentence and remit the case.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the grounds to justify the rejection of the remainder of the appeal, which corresponds to the operative order dismissing the further appeal.

§ 353 Abs. 2 StPO

Cited to determine that the factual findings remain in force and can be supplemented, despite the quashing of the total sentence.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 4. Dezember 2024 im Gesamtstrafenausspruch aufgehoben, jedoch bleiben die zugehörigen Feststellungen aufrechterhalten.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit Körperverletzung unter Auflösung der im Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 6. Februar 2024 gebildeten Gesamtstrafe und Einbeziehung der dort verhängten Einzelstrafen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Ferner hat es die in der früheren Entscheidung getroffene Anordnung der Einziehung des „Wertes des Erlangten“ und von näher bezeichneten Tatmitteln aufrechterhalten. Die auf die Sachrüge gestützte Revision des Angeklagten hat den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO) und ist im Übrigen unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Gesamtstrafenausspruch unterliegt der Aufhebung. Der Senat kann nicht prüfen, ob das Landgericht die Gesamtstrafe zu Recht unter Einbeziehung der durch das Urteil vom 6. Februar 2024 festgesetzten Strafen gebildet hat. Denn die jetzt abgeurteilte Tat beging der Angeklagte am 5. Oktober 2022 und damit vor seinen Verurteilungen durch das Amtsgericht Hannover vom 21. Oktober 2022 und vom 23. März 2023. Mangels Angabe des jeweiligen Vollstreckungsstands und der Tatzeitpunkte kann nicht ausgeschlossen werden, dass jedenfalls hinsichtlich einer dieser Verurteilungen eine Gesamtstrafenlage bestand.

Damit ist der Entscheidung über die Aufrechterhaltung der Einziehungsentscheidung (§ 55 Abs. 2 StGB) die Grundlage entzogen. Die rechtsfehlerfrei getroffenen Feststellungen haben Bestand (§ 353 Abs. 2 StPO) und können um ihnen nicht widersprechende ergänzt werden.

Der Senat weist auf das Folgende hin:

Bei Bildung der neuen Gesamtfreiheitsstrafe wird das Verschlechterungsverbot nach § 358 Abs. 2 StPO zu beachten sein (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 7. Dezember 1990 – 2 StR 513/90, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Fehler 1).

Sollte erneut die Bildung einer Gesamtstrafe mit den Strafen aus dem Urteil vom 6. Februar 2024 in Betracht kommen, wird das neue Tatgericht zu beachten haben, dass mit der Rechtskraft der Einziehungsanordnung das Eigentum an den als Tatmittel eingezogenen Gegenständen bereits auf den Staat übergegangen (§ 75 Abs. 1 Satz 1 StGB) und die Einziehungsanordnung damit erledigt ist (vgl. BGH, Beschluss vom 29. November 2022 – 6 StR 454/22). Ferner ist auf eine einheitliche Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe der Summe der Einziehungsbeträge – hier allein aus dem einbezogenen Urteil – zu erkennen (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 10. August 2021 – 6 StR 311/21, Rn. 5).

Bartel Tiemann Wenske

Fritsche Arnoldi