Aiding narcotics trafficking sentencing: loss of particularly serious case model effect due to typed mitigation under § 27 StGB
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) partially granted the defendant’s revision, vacating the individual and aggregate prison sentences imposed by the Aachen Regional Court in the second instance, while dismissing the appeal with respect to the underlying factual findings which remain in force; the case was remanded for new sentencing proceedings. The dispute arose from a criminal prosecution for aiding and abetting the unlawful trafficking of narcotics in significant quantities, where the Regional Court had previously terminated two of four counts under § 154 Abs. 2 StPO and sentenced the defendant to a total of three years’ imprisonment in the second instance. The appellate court found a material legal error in the sentencing calculation for the remaining count, as the lower court failed to consider that the indicative effect of the statutory model case for a particularly serious offense could cease to apply in light of the typed mitigating factor under § 27 Abs. 1 StGB, potentially allowing for a lower sentencing framework under § 34 Abs. 1 KCanG instead of the more severe range under § 34 Abs. 3 KCanG.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 154 Abs. 2 StPO, § 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 4 KCanG, § 27 Abs. 1 StGB, § 34 Abs. 1 KCanG; Aiding narcotics trafficking sentencing: loss of particularly serious case model effect due to typed mitigation under § 27 StGB: The dispute arose from a criminal prosecution for aiding and abetting the unlawful trafficking of narcotics in significant quantities, where the Regional Court had previously terminated two of four counts under § 154 Abs. 2 StPO and sentenced the defendant to a total of three years’ imprisonment in the second instance. The appellate court found a material legal error in the sentencing calculation for the remaining count, as the lower court failed to consider that the indicative effect of the statutory model case for a particularly serious offense could cease to apply in light of the typed mitigating factor under § 27 Abs. 1 StGB, potentially allowing for a lower sentencing framework under § 34 Abs. 1 KCanG instead of the more severe range under § 34 Abs. 3 KCanG.
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KI-generiertStatutory sentencing framework cited in the reasoning for the legal error, which serves as the ground for the dispositive order to vacate the individual and aggregate sentences.
Typified mitigating factor cited as the basis for the legal error justifying the vacatur of the sentencing in the dispositive.
Alternative sentencing framework cited to explain why the error in the dispositive order to remand is not excludable.
Volltext
1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Aachen vom 12. Dezember 2024 aufgehoben; die zugrundeliegenden Feststellungen haben Bestand.
Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
2. Die weitergehende Revision wird verworfen.
[GRUENDE]
Das Landgericht hatte den Angeklagten im ersten Rechtsgang wegen Beihilfe zum „unerlaubten“ Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in vier Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Mit Beschluss vom 15. Mai 2024 – 2 StR 122/24 – hatte der Senat dieses Urteil auf die Revision des Angeklagten unter Verwerfung des Rechtsmittels im Übrigen im Schuldspruch zu Fall II.4 der Urteilsgründe dahin geändert, dass der Angeklagte der Beihilfe zum Handeltreiben mit Cannabis schuldig ist, in den Fällen II.2 und II.3 der Urteilsgründe mit den zugrundeliegenden Feststellungen sowie im Einzelstrafausspruch zu Fall II.4 der Urteilsgründe und im Gesamtstrafenausspruch aufgehoben und die Sache im Umfang der Aufhebung zu neuer Verhandlung und Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.
Nunmehr hat das Landgericht das Verfahren hinsichtlich der Fälle II.2 und II.3 der Urteilsgründe (Fälle 2 und 3 der Anklageschrift) auf Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß § 154 Abs. 2 StPO eingestellt, im Fall II.4 der Urteilsgründe gegen den Angeklagten eine Einzelstrafe von neun Monaten verhängt und ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Die hiergegen gerichtete und auf die Rüge der Verletzung materiellen Rechts gestützte Revision hat den aus der Beschlussformel ersichtlichen Teilerfolg; im Übrigen ist sie unbegründet.
1. Das Landgericht hat die zu Fall II.4 der Urteilsgründe verhängte Einzelstrafe dem Strafrahmen des § 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 4 KCanG entnommen, indes nicht in Betracht gezogen, dass die Indizwirkung des Regelbeispiels für einen besonders schweren Fall unter Berücksichtigung des vertypten Strafmilderungsgrundes des § 27 Abs. 1 StGB entfallen kann (vgl. nur BGH, Beschluss vom 8. April 2025 – 2 StR 317/24, Rn. 5). Angesichts des gegenüber dem von der Strafkammer nach § 27 Abs. 2 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 34 Abs. 3 Satz 1 und 2 Nr. 4 KCanG günstigeren Strafrahmen des § 34 Abs. 1 KCanG kann der Senat hier nicht ausschließen, dass die Strafzumessung auf diesem Rechtsfehler beruht.
2. Das Urteil unterliegt mithin zum Einzelstrafausspruch im Fall II.4 der Urteilsgründe und zum Gesamtstrafenausspruch erneut der Aufhebung. Die im zweiten Rechtsgang getroffenen weiteren Feststellungen, die die im ersten Rechtsgang bindend gewordenen Feststellungen ergänzen, sind von dem Rechtsfehler nicht betroffen und haben Bestand. Insoweit ist die Revision des Angeklagten, mit der er die Aufhebung des Urteils samt den zugrundeliegenden Feststellungen beantragt hat, zu verwerfen.
Menges
Meyberg
Grube
Lutz
Zimmermann