Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1 StR 287/25 ECLI:DE:BGH:2025:070825B1STR287.25.0 KI-generiert

Offsetting Confiscation of Criminal Proceeds Against Forfeited Seized Cash Based on State Payment Claim Extinguishment

Geschäftsnummer 1 StR 287/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (BGH) partially upheld the defendant's revision, ordering a reduction of the confiscation of the value of criminal proceeds to €152,532.36 and dismissing the remainder as unfounded, while imposing the costs of the appeal on the defendant. The dispute concerned the Landgericht Aschaffenburg's original order to confiscate €154,252.81 under §§ 73, 73c StGB, which the defendant challenged on the grounds that he had previously consented to the forfeiture of seized cash (€1,665.12 in local currency and foreign exchange equivalents) upon his arrest. The BGH applied the principle that the same asset benefit may only be confiscated once and determined that the defendant's waiver of the seized cash, accepted by the prosecution by way of performance (§ 364 Abs. 1 BGB), extinguished the state's corresponding payment claim; the court further applied exchange rates from the date of the waiver to calculate the reduction, thereby lowering the total confiscation amount by the value of the voluntarily surrendered funds.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 473 Abs. 4 StPO; Offsetting Confiscation of Criminal Proceeds Against Forfeited Seized Cash Based on State Payment Claim Extinguishment: The dispute concerned the Landgericht Aschaffenburg's original order to confiscate €154,252.81 under §§ 73, 73c StGB, which the defendant challenged on the grounds that he had previously consented to the forfeiture of seized cash (€1,665.12 in local currency and foreign exchange equivalents) upon his arrest. The BGH applied the principle that the same asset benefit may only be confiscated once and determined that the defendant's waiver of the seized cash, accepted by the prosecution by way of performance (§ 364 Abs. 1 BGB), extinguished the state's corresponding payment claim; the court further applied exchange rates from the date of the waiver to calculate the reduction, thereby lowering the total confiscation amount by the value of the voluntarily surrendered funds.

Schlagwörter

KI-generiert
Einziehung von Deliktsvermögen Barzahlung Ertrag Währung Streitwert Teilklage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 473 Abs. 4 StPO

Provision cited for the cost allocation order in the dispositive.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Aschaffenburg vom 27. März 2025 im Ausspruch über die gesamtschuldnerische Einziehung des Wertes von Taterträgen dahin geändert, dass diese lediglich in Höhe von 152.532,36 € angeordnet wird; die weitergehende Einziehungsanordnung entfällt.

2. Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen.

3. Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat bei der – für sich betrachtet rechtsfehlerfreien – Entscheidung über die Einziehung des Wertes von Taterträgen (§ 73 Abs. 1, § 73c StGB) in Höhe von 154.252,81 Euro nicht berücksichtigt, dass sich der Angeklagte in der Hauptverhandlung mit der Einziehung des anlässlich seiner Festnahme am 19. November 2024 sichergestellten Bargelds (1.665,12 Euro, 200 Albanische Lek, 10 Britische Pfund und 40 Schweizer Franken) einverstanden erklärt hat.

Soweit der Angeklagte auf die Herausgabe des sichergestellten Bargelds im Wert von 1.665,12 Euro verzichtet hat, reduziert der Senat den Einziehungsbetrag in dieser Höhe, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das sichergestellte Bargeld den abgeurteilten Taten entstammt. Der gleiche Vermögensvorteil darf nur einmal eingezogen werden (vgl. BGH, Beschlüsse vom 30. Januar 2024 – 4 StR 333/23 Rn. 5 und vom 19. August 2020 – 3 StR 219/20 Rn. 8, jeweils mwN). Durch den Verzicht des Angeklagten ist der staatliche Zahlungsanspruch nach § 73c StGB in Höhe dieses Betrages erloschen und die Einziehung des Wertes des Tatertrags insoweit ausgeschlossen (vgl. nur BGH, Beschluss vom 11. Dezember 2018 – 5 StR 198/18, BGHSt 63, 305 Rn. 33 mwN).

Infolge der durch den Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft erklärten Annahme an Erfüllungs statt (§ 364 Abs. 1 BGB) ist der staatliche Zahlungsanspruch auch insoweit erloschen. Bei der Umrechnung der Fremdwährungsbeträge in Euro stellt der Senat auf den Umrechnungskurs am Tag des Verzichts des Angeklagten auf die Herausgabe ab, da sich der staatliche Zahlungsanspruch zu diesem Zeitpunkt in entsprechender Höhe verringert hat (vgl. BGH, Beschluss vom 18. Dezember 2024 – 1 StR 405/24 Rn. 19 zum Umrechnungszeitpunkt bei außergerichtlichem Einverständnis mit der Einziehung) und lässt die Einziehung in Höhe weiterer 55,33 € entfallen.

Der Kostenentscheidung liegt § 473 Abs. 4 StPO zugrunde.

Jäger Wimmer Bär

Allgayer Welnhofer-Zeitler