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XIII ZB 6/23 ECLI:DE:BGH:2025:290725BXIIIZB6.23.0 KI-generiert

Detention for deportation: fair hearing violation due to failure to secure counsel prior to the hearing

Geschäftsnummer XIII ZB 6/23
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) reversed the appellate court’s decision and established that the lower court violated the individual’s rights by ordering detention for deportation; consequently, no court fees were imposed in any instance, and the state of Baden-Württemberg was ordered to cover the individual’s necessary legal costs. The dispute concerned a legal complaint against an order of detention for deportation, where the district court conducted a hearing and subsequently issued the detention order despite the individual’s expressed intent to obtain legal representation. The decisive legal basis was the principle of a fair hearing (fair trial), which required the court to defer the hearing and allow further attempts to contact counsel rather than proceeding immediately, potentially only securing short-term provisional custody in the interim.

Legislator-Regeste

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Detention for deportation: fair hearing violation due to failure to secure counsel prior to the hearing: The dispute concerned a legal complaint against an order of detention for deportation, where the district court conducted a hearing and subsequently issued the detention order despite the individual’s expressed intent to obtain legal representation. The decisive legal basis was the principle of a fair hearing (fair trial), which required the court to defer the hearing and allow further attempts to contact counsel rather than proceeding immediately, potentially only securing short-term provisional custody in the interim.

Schlagwörter

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administrative Versorgung Anspruch auf ein faires Verfahren Vorleben Wegweisung im Asylverfahren gesetzliche Vertretung Pflicht zum persönlichen Erscheinen

Zitierte Rechtsprechung

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Volltext

Auf die Rechtsbeschwerde wird der Beschluss des Landgerichts Stuttgart - 2. Zivilkammer - vom 12. Januar 2023 aufgehoben.

Es wird festgestellt, dass der Beschluss des Amtsgerichts Stuttgart vom 13. Dezember 2022 den Betroffenen in seinen Rechten verletzt hat.

Gerichtskosten werden in allen Instanzen nicht erhoben. Die zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendigen Auslagen des Betroffenen in allen Instanzen werden dem Land Baden-Württemberg auferlegt.

Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens beträgt 5.000 €.

[GRUENDE]

Entgegen der Ansicht des Beschwerdegerichts hat das Amtsgericht gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens verstoßen, indem es die Anhörung des Betroffenen am 13. Dezember 2022 durchgeführt und anschließend in der Hauptsache Ausreisegewahrsam angeordnet hat. Wie aus dem Vermerk des Haftrichters vom 19. Dezember 2022 hervorgeht, ist dieser vor der Anhörung selbst davon ausgegangen, dass der Betroffene sich (auch) im Ausreisegewahrsamsverfahren anwaltlich vertreten lassen wollte. Danach sollte dem Betroffenen vor der Anhörung eine telefonische Kontaktaufnahme zu seinem Rechtsanwalt oder seiner Rechtsanwältin ermöglicht werden, die jedoch scheiterte, weil kein Freizeichen ertönte. In dieser Situation hätte das Amtsgericht - gegebenenfalls unter einstweiliger Anordnung eines nur kurzen Gewahrsams - einen neuen Termin anberaumen und dem Betroffenen weitere Versuche der Kontaktaufnahme zu seinem Rechtsanwalt ermöglichen müssen (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Juni 2025 - XIII ZB 7/24, juris Rn. 7 mwN).

Von einer weiteren Begründung wird gemäß § 74 Abs. 7 FamFG abgesehen.

Roloff Tolkmitt Picker

Vogt-Beheim Holzinger