Classification of arson in multi-occupancy building as attempted murder via dangerous means versus individualized homicide and exclusion of statutory withdrawal
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the defendant's appeal, upholding the Landgericht Dortmund's conviction for attempted murder in 49 cases, jointly with serious arson and dangerous bodily injury. The dispute concerned the legal classification of the defendant's act of setting a fire in the basement of a seven-story residential building at approximately 01:10 a.m. to vent frustration over a recent job termination, specifically whether the offense constituted attempted killing with dangerous means or "plain" multiple homicide. While the appellate court noted that the lower court’s failure to explicitly distinguish between these classifications was a legal error, it ruled that this did not affect the outcome because the individualized targeting of the residents still met the criteria for premeditated murder. The decisive legal basis relied on § 349 Abs. 2 StPO, § 211 StGB (Mordmerkmal of Heimtücke and low motives), and § 24 Abs. 1 Satz 1 StGB, establishing that voluntary withdrawal was precluded because the defendant believed the success of the execution was possible after leaving the scene once the fire had already developed.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 24 Abs. 1 Satz 1 StGB, § 349 Abs. 2 StPO; Classification of arson in multi-occupancy building as attempted murder via dangerous means versus individualized homicide and exclusion of statutory withdrawal: The dispute concerned the legal classification of the defendant's act of setting a fire in the basement of a seven-story residential building at approximately 01:10 a.m. to vent frustration over a recent job termination, specifically whether the offense constituted attempted killing with dangerous means or "plain" multiple homicide. While the appellate court noted that the lower court’s failure to explicitly distinguish between these classifications was a legal error, it ruled that this did not affect the outcome because the individualized targeting of the residents still met the criteria for premeditated murder. The decisive legal basis relied on § 349 Abs. 2 StPO, § 211 StGB (Mordmerkmal of Heimtücke and low motives), and § 24 Abs. 1 Satz 1 StGB, establishing that voluntary withdrawal was precluded because the defendant believed the success of the execution was possible after leaving the scene once the fire had already developed.
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KI-generiertThis provision is cited in the dispositive as the basis for dismissing the appeal as unfounded because the review did not reveal any legal error to the disadvantage of the accused.
Volltext
Abgrenzung zwischen schlichter Mehrfachtötung und Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln
[TENOR]
Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Dortmund vom 9. August 2024 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Die Verurteilung des Angeklagten wegen versuchten Mordes in 49 tateinheitlich zusammentreffenden Fällen in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung lässt einen durchgreifenden Rechtsfehler nicht erkennen. Zwar erörtert die Strafkammer nicht, ob es sich bei der Tat des Angeklagten statt um die von ihr jeweils angenommene versuchte Tötung mit gemeingefährlichen Mitteln um den Versuch einer „schlichten“ Mehrfachtötung handelt. Letztere wird vom Mordmerkmal der Tötung mit einem gemeingefährlichen Mittel nicht erfasst und liegt jedenfalls dann vor, wenn sich der Täter mit Tötungsabsicht gegen eine Mehrzahl von ihm individualisierter Opfer richtet und darüber hinaus keine Zufallsopfer in Kauf nimmt (vgl. BGH, Beschluss vom 10. November 2022 – 4 StR 192/22 Rn. 8 mwN). Den Feststellungen – die sich darauf beschränken, dass der Angeklagte den Tod (aller, aber auch nur) der anwesenden Bewohner des siebengeschossigen Wohnhauses billigend in Kauf nahm – ist eine solche Individualisierung indes zu entnehmen. Auf diesem Rechtsfehler beruht das Urteil aber nicht. Zwar hält die Strafkammer dem Angeklagten im Rahmen der Strafzumessung die jeweilige Verwirklichung zweier Mordmerkmale entgegen. Neben dem rechtsfehlerfrei festgestellten Mordmerkmal der Heimtücke ergeben die Feststellungen aber ebenso eindeutig, dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen handelte (§ 211 Abs. 2, 1. Gruppe, letzte Variante StGB), indem er mitten in der Nacht – kurz nach 01:10 Uhr – allein deshalb einen Brand im Keller des siebengeschossigen Wohnhauses legte, um seine Frustration über eine ihm gegenüber wenige Stunden zuvor ausgesprochene fristlose Kündigung seines Arbeitsplatzes abzureagieren.
Soweit das Urteil keine Feststellungen zum Rücktrittshorizont des Angeklagten im Sinne von § 24 Abs. 1 Satz 1 StGB enthält, führt auch dies nicht zur Aufhebung des Urteils. Denn den Urteilsgründen lässt sich jedenfalls nach ihrem Gesamtzusammenhang noch hinlänglich entnehmen, dass der Angeklagte – der den Raum der Brandlegung verließ, als nach einigen Minuten bereits eine größere Anzahl von Gegenständen brannte und sich eine nicht unerhebliche Rauchentwicklung eingestellt hatte – nach Abschluss der letzten Ausführungshandlung den Erfolgseintritt für möglich hielt. Auf dieser Grundlage schied ein strafbefreiender Rücktritt nach § 24 Abs. 1 Satz 1 StGB aus (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 18. Januar 2024 – 4 StR 289/23 Rn. 16 mwN).
Quentin
Maatsch
Ri‘inBGH Dr. Momsen-Pflanzist wegen Urlaubs an derUnterschriftsleistung gehindert.
Quentin
Tschakert
Gödicke