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II ZR 24/24 ECLI:DE:BGH:2025:080725BIIZR24.24.0 KI-generiert

Proportionality of bans on audio/video recording devices at annual general meetings under shareholders' participation rights

Geschäftsnummer II ZR 24/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal on points of law, upholding the appellate court's judgment that a prohibition on shareholders bringing devices capable of audio or video recording to an annual general meeting constituted a disproportionate interference with their right to participate. The dispute centered on whether such a blanket ban by the company violated the shareholders' participation rights under German stock corporation law, with the shareholders prevailing in establishing that the restriction was unlawful. The BGH ruled that while the right to participate under § 118 of the Stock Corporation Act (AktG) includes unhindered access and the ability to exercise membership rights without hindrance, a ban on recording devices may constitute a disproportionate interference depending on specific circumstances; consequently, the court found no grounds for review as the issue did not present a fundamental legal question requiring uniform interpretation, leaving the lower court's finding of illegality in force.

Legislator-Regeste

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§ 118 AktG, § 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO, § 97 ZPO; Proportionality of bans on audio/video recording devices at annual general meetings under shareholders' participation rights: The dispute centered on whether such a blanket ban by the company violated the shareholders' participation rights under German stock corporation law, with the shareholders prevailing in establishing that the restriction was unlawful. The BGH ruled that while the right to participate under § 118 of the Stock Corporation Act (AktG) includes unhindered access and the ability to exercise membership rights without hindrance, a ban on recording devices may constitute a disproportionate interference depending on specific circumstances; consequently, the court found no grounds for review as the issue did not present a fundamental legal question requiring uniform interpretation, leaving the lower court's finding of illegality in force.

Schlagwörter

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Rechte des Gesellschafters Generalversammlung Recht auf Mitgliedschaft einzelne Grundrechte Besuchsrecht E-Justice

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO

Procedural basis for omitting a detailed justification for the dismissal of the non-appeal.

§ 97 ZPO

Basis for ordering the losing party (the defendant) to bear the costs of the appeal proceedings.

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Volltext

Teilnahme von Aktionären an der Hauptversammlung mit zur Ton- und Bildaufzeichnung geeigneten elektronischen Geräten

[TENOR]

Die Nichtzulassungsbeschwerde der Beklagten gegen das Urteil des 14. Zivilsenats des Kammergerichts vom 26. Januar 2024 wird zurückgewiesen, weil keiner der im Gesetz (§ 543 Abs. 2 ZPO) vorgesehenen Gründe vorliegt, nach denen der Senat die Revision zulassen darf.

Insbesondere besteht kein Zulassungsgrund, soweit das Berufungsgericht das Verbot, an der Hauptversammlung der Beklagten am 29. August 2019 mit Geräten teilzunehmen, die zur Fertigung von Bild- oder Tonaufnahmen geeignet sind, als unverhältnismäßigen Eingriff in das Teilnahmerecht der Aktionäre gemäß § 118 AktG gewertet hat. Es entspricht allgemeiner Meinung, dass Ausfluss des aktienrechtlichen Teilnahmerechts aus § 118 AktG grundsätzlich auch der ungehinderte Zugang zu den Versammlungsräumen bzw. deren Zugänglichkeit unter zumutbaren Bedingungen ist (siehe etwa Drinhausen in Hölters/Weber, AktG, 4. Aufl., § 118 Rn. 34; Heidel/Krenek/ Pluata, Aktienrecht und Kapitalmarktrecht, 6. Aufl., § 118 AktG Rn. 12; MünchKommAktG/Kubis, 6. Aufl., § 118 Rn. 69 ff., § 119 Rn. 136; KK-AktG/Tröger, 4. Aufl., § 118 Rn. 116, 169), und die Gesellschaft verpflichtet ist, dem einzelnen Aktionär eine ungehinderte und sachgemäße Wahrnehmung seiner Mitgliedschaftsrechte zu ermöglichen und alles zu unterlassen, was dieses Recht beeinträchtigen könnte (BGH, Urteil vom 19. September 1994 - II ZR 248/92, BGHZ 127, 107, 111).Danach kann auch das Verbot, an der Hauptversammlung nur ohne Mitführung von Geräten, die auch zur Fertigung von Bild- oder Tonaufnahmen geeignet sind, einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Teilnahmerecht aus § 118 AktG darstellen (vgl. BeckOGK AktG/Drescher, Stand 1.2.2025, § 243 Rn. 104; Koch, AktG, 19. Aufl., § 245 Rn. 18; MünchKommAktG/Kubis, 6. Aufl., § 119 Rn. 136; Soergel/Hadding/Riesenhuber, BGB, 14. Aufl., § 32 Rn. 27 [zum Verein]; Kleefass, ZIP 2024, 1769, 1170). Ob dies der Fall ist, hängt von den Umständen des konkreten Einzelfalls ab.

Auch im Übrigen hat der Rechtsstreit der Parteien weder grundsätzliche Bedeutung, noch erfordert er eine Entscheidung des Revisionsgerichts zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung.

Von einer näheren Begründung wird gemäß § 544 Abs. 6 Satz 2, 2. Halbsatz ZPO abgesehen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens (§ 97 ZPO).

Streitwert: 150.000 €

Born B. Grüneberg Sander

von Selle Adams