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6 StR 7/25 ECLI:DE:BGH:2025:280425B6STR7.25.0 KI-generiert

Aiding and abetting robbery: sentencing error from inconsistent refusal to find a minor case under § 249 Abs. 2 StGB

Geschäftsnummer 6 StR 7/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) partially allowed the defendant’s appeal, quashing the sentence imposed by the Stendal Regional Court for aiding and abetting robbery, and remanded the case for a new sentencing hearing. The dispute concerned the sentencing phase of a criminal conviction, where the lower court had applied the mitigated statutory range for a principal offender under § 27(2) and § 49(1) StGB but refused to classify the case as a minor offense under § 249(2) StGB. The BGH found the sentencing legally erroneous because the trial court’s rejection of a minor case contradicted its own recognition of individual mitigating factors, such as the defendant’s lack of prior record, substance dependency, and the passage of time since the offense. Relying on the requirement for a holistic assessment of all circumstances, the BGH determined that the trial court might have concluded a minor case existed had it properly weighed these factors, necessitating a new determination of the penalty.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 49 Abs. 1 StGB, § 249 Abs. 1 StGB, § 249 Abs. 2 StGB; Aiding and abetting robbery: sentencing error from inconsistent refusal to find a minor case under § 249 Abs. 2 StGB: The dispute concerned the sentencing phase of a criminal conviction, where the lower court had applied the mitigated statutory range for a principal offender under § 27(2) and § 49(1) StGB but refused to classify the case as a minor offense under § 249(2) StGB. The BGH found the sentencing legally erroneous because the trial court’s rejection of a minor case contradicted its own recognition of individual mitigating factors, such as the defendant’s lack of prior record, substance dependency, and the passage of time since the offense. Relying on the requirement for a holistic assessment of all circumstances, the BGH determined that the trial court might have concluded a minor case existed had it properly weighed these factors, necessitating a new determination of the penalty.

Schlagwörter

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Strafzumessung bei Raub Gehilfenschaft geringfügige Übertretung mildernder Umstand E-Justice gesetzliche Voraussetzung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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2 StR 53/75
März 1975 – 2 StR 53/75, BGHSt 26, 97, 98; vom 12.
BGHSt 26, 97
März 1975 – 2 StR 53/75, BGHSt 26, 97, 98; vom 12.
3 StR 363/99
Januar 2000 – 3 StR 363/99, NStZ 2000, 254; vom 29.
2 StR 276/01
August 2001 – 2 StR 276/01; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 7.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Cited in the dispositive to designate the specific procedural basis for the successful revision and the resulting quashing of the sentence.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited in the dispositive to designate the procedural basis for the dismissal of the further-reaching part of the revision.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Stendal vom 27. September 2024, soweit es ihn betrifft, im Strafausspruch mit den zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

2. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Beihilfe zum Raub zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt und ihn im Übrigen freigesprochen. Gegen die Verurteilung wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Rüge der Verletzung sachlichen Rechts gestützten Revision. Das Rechtsmittel hat in dem aus der Beschlussformel ersichtlichen Umfang Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

Der Schuldspruch hält sachlich-rechtlicher Nachprüfung stand. Demgegenüber erweist sich der Strafausspruch als rechtsfehlerhaft. Das Landgericht ist dabei von dem nach § 27 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 49 Abs. 1 StGB gemilderten Strafrahmen des § 249 Abs. 1 StGB ausgegangen. Einen minder schweren Fall im Sinne des § 249 Abs. 2 StGB hat das Landgericht abgelehnt. Zur Begründung hat es ausgeführt, dass das Bild der Tat einschließlich aller subjektiven Momente und der Persönlichkeit des Angeklagten vom Durchschnitt der Fälle nicht in einem solchen Maße abweiche, dass die Anwendung des Regelstrafrahmens unangemessen erschiene; „sogenannte nicht vertypte Milderungsgründe“ bestünden nach den von der Kammer getroffenen Feststellungen nicht. Dies steht in Widerspruch zu den nachfolgenden Erwägungen der Strafkammer. Denn bei der konkreten Bemessung der Strafe hat sie mehrere zu Gunsten des Angeklagten sprechende allgemeine Umstände angeführt, so etwa seine bisherige Unbestraftheit, seine Betäubungsmittelabhängigkeit und den Zeitablauf nach der Tat.

Der Senat vermag nicht auszuschließen, dass die Strafkammer bei der gebotenen Gesamtbetrachtung aller maßgebliche Umstände (vgl. BGH, Urteile vom 19. März 1975 – 2 StR 53/75, BGHSt 26, 97, 98; vom 12. Januar 2000 – 3 StR 363/99, NStZ 2000, 254; vom 29. August 2001 – 2 StR 276/01; Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 7. Aufl., Rn. 1107 mwN) zu der Annahme eines minder schweren Falles und damit zu einer milderen Strafe gelangt wäre.

Tiemann

RiBGH Dr. Feilcke isterkrankt und deshalban der Unterschriftverhindert.Tiemann

RiBGH Wenske ist imUrlaub und deshalb ander Unterschriftverhindert.Tiemann

Fritsche

Arnoldi