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1 StR 164/25 ECLI:DE:BGH:2025:150525B1STR164.25.0 KI-generiert

Robbery and theft intent to acquire versus temporary holding as security pledge

Geschäftsnummer 1 StR 164/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Justice (BGH) rejected the appeals of the two defendants against the Landgericht Konstanz’s conviction, leaving the lower court’s judgment in full force and imposing the costs of the appeal on the defendants. The case involved charges of particularly serious robbery and theft, specifically regarding the defendants’ taking of a victim’s handbag and wallet, which contained cash, a voucher, a monthly transit pass, and an EC card; the defendants argued that their intent was merely to use the items as leverage for the return of previously lost money, denying the intent to permanently deprive the victim of the property. The court held that this "security pledge" defense was ineffective because the defendants lacked a legal claim to the items, thereby establishing the requisite intent to acquire (Zueignungsabsicht), and confirmed that the crimes were completed when the defendants took control of the property, citing that the subsequent use or discovery of value by the defendants did not negate the initial unlawful appropriation. The decision relied on the statutory definitions of robbery (§ 253 StGB) and theft (§ 242 StGB), establishing that the intent to divert property into one’s own assets, even if determined later or involving a third party’s use of an EC card, satisfies the elements of the offenses.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO, § 473 Abs. 1 StPO; Robbery and theft intent to acquire versus temporary holding as security pledge: The case involved charges of particularly serious robbery and theft, specifically regarding the defendants’ taking of a victim’s handbag and wallet, which contained cash, a voucher, a monthly transit pass, and an EC card; the defendants argued that their intent was merely to use the items as leverage for the return of previously lost money, denying the intent to permanently deprive the victim of the property. The court held that this "security pledge" defense was ineffective because the defendants lacked a legal claim to the items, thereby establishing the requisite intent to acquire (Zueignungsabsicht), and confirmed that the crimes were completed when the defendants took control of the property, citing that the subsequent use or discovery of value by the defendants did not negate the initial unlawful appropriation. The decision relied on the statutory definitions of robbery (§ 253 StGB) and theft (§ 242 StGB), establishing that the intent to divert property into one’s own assets, even if determined later or involving a third party’s use of an EC card, satisfies the elements of the offenses.

Schlagwörter

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Raub Straftaten gegen das Vermögen Sicherheitsleistung Entwendung zum Gebrauch unrechtmässige Aneignung Rückkehrwille

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Main ground for dismissing the appeals as unfounded.

§ 473 Abs. 1 StPO

Provision imposing the costs of the legal remedy on the appellants.

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Volltext

Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Konstanz vom 22. November 2024 werden als unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO).

Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels zu tragen (§ 473 Abs. 1 StPO).

Zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts ist ergänzend auszuführen:

Der im Anschluss an den vom Landgericht mehrfach durchaus missverständlich verwendeten Begriff „Pfand“ erhobene sachlichrechtliche Einwand des Angeklagten A. , er habe die Gegenstände nur weggenommen, um ein Druckmittel für das Wiedererlangen des abhandengekommenen Bargeldes im Nennwert von 100 € und des Caps zu haben, greift nicht durch. Der Angeklagte A. wollte sich beim Geschädigten I. , der mit der Vorgeschichte nichts zu tun hatte und gegen den er bereits deswegen – wie er wusste – keinen Anspruch hatte, ohne Rechtsgrund schadlos halten. Eine Zueignungsabsicht ist für beide Taten festgestellt (insbesondere UA S. 23: „um diese für sich zu behalten“) und belegt. Zum Zeitpunkt der Wegnahme wollten die Angeklagten zumindest den für wertvoll erachteten Inhalt der Bauchtasche bzw. des Geldbeutels als Entschädigung in ihr Vermögen überführen. Der Aneignungsabsicht steht nicht entgegen, dass sie erst später nach Verlassen der Tatorte bei Durchsuchen von Tasche bzw. Beutel feststellen konnten, welche Gegenstände für sie tatsächlich von Wert waren und welche nicht. Der im ersten Fall begangene besonders schwere Raub ist jedenfalls mit Blick auf das Bargeld, den Einkaufsgutschein und die von der D. AG ausgestellte Monatskarte auch vollendet (vgl. dazu BGH, Beschlüsse vom 21. November 2023 – 2 StR 447/23 Rn. 8; vom 3. Februar 2021 – 2 StR 417/20 Rn. 6; vom 3. April 2019 – 3 StR 530/18 Rn. 6 und vom 26. Juli 2017 – 3 StR 182/17 Rn. 5; jeweils mwN; vgl. im Übrigen auch BGH, Beschlüsse vom 12. November 2024 – 3 StR 301/24 Rn. 14; vom 5. Juli 2017 – 2 StR 512/16 Rn. 7; vom 3. Mai 2018 – 3 StR 148/18 Rn. 11 und vom 13. April 2011 – 3 StR 70/11, BGHR StGB § 253 Abs. 1 Bereicherungsabsicht 19 unter 1.; jeweils mwN), naheliegender Weise auch bezüglich der an einem Zigarettenautomaten eingesetzten EC-Karte (UA S. 45).

Im zweiten Fall werden Zueignungsabsicht und Vollendung des Diebstahls (§ 242 Abs. 1 StGB) jedenfalls durch den dreifachen Einsatz der EC-Karte des Geschädigten S. an einem Zigarettenautomaten (UA S. 51) getragen. Selbst wenn ein Dritter die EC-Karte eingesetzt haben sollte, steht dies der Verurteilung bereits deswegen nicht entgegen, weil eine Drittzueignungsabsicht genügt.

Jäger

RinBGH Wimmerist urlaubsbedingtortsabwesend unddaher gehindertzu unterschreiben.

Leplow

Jäger

Allgayer

Welnhofer-Zeitler