Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6 StR 521/24 ECLI:DE:BGH:2025:290425B6STR521.24.0 KI-generiert

Retroactive application of the Consumer Cannabis Act as milder law requiring reclassification of cannabis dealing convictions

Geschäftsnummer 6 StR 521/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (6th Criminal Senate) partially granted the defendant's appeal, altering the conviction from drug dealing under the Narcotics Act to dealing and armed dealing with cannabis under the new Consumer Cannabis Act, and vacating the sentencing portion for remand to a different chamber of the Landgericht Potsdam, while rejecting the remainder of the appeal. The dispute concerned a defendant convicted of dealing narcotics in significant quantities and armed dealing, where the primary legal issue was the retroactive application of more favorable legislation: the Consumer Cannabis Act, which entered into force on April 1, 2024, post-dated the trial court's judgment. Relying on Article 2 Paragraph 3 of the Criminal Code, the court held that the new law was milder based on a comparative assessment of the legal provisions, thereby necessitating a change in the guilty plea and a full rehearing of the sentence due to the milder statutory sentencing ranges.

Legislator-Regeste

KI-generiert

§ 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO, § 354 Abs. 1 StPO, § 2 Abs. 3 StGB; Retroactive application of the Consumer Cannabis Act as milder law requiring reclassification of cannabis dealing convictions: The dispute concerned a defendant convicted of dealing narcotics in significant quantities and armed dealing, where the primary legal issue was the retroactive application of more favorable legislation: the Consumer Cannabis Act, which entered into force on April 1, 2024, post-dated the trial court's judgment. Relying on Article 2 Paragraph 3 of the Criminal Code, the court held that the new law was milder based on a comparative assessment of the legal provisions, thereby necessitating a change in the guilty plea and a full rehearing of the sentence due to the milder statutory sentencing ranges.

Schlagwörter

KI-generiert
Betäubungsmittelgesetz Verbraucherrecht Rückwirkung Strafurteil Klagegründe Cannabiskonsum

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
§ 349 Abs. 4 StPO

Cited as the basis for granting a partial success to the revision, allowing the court to modify the judgment rather than simply remanding it.

§ 349 Abs. 2 StPO

Cited to classify the remainder of the appeal as unfounded, leading to its dismissal.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Potsdam vom 18. Januar 2024

a) im Schuldspruch dahin geändert, dass er des Handeltreibens mit Cannabis und des bewaffneten Handeltreibens mit Cannabis schuldig ist;

b) im Strafausspruch aufgehoben, wobei die zugehörigen Feststellungen Bestand haben.

2. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

3. Die weitergehende Revision wird verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge und wegen bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Gegen dieses Urteil wendet sich der Angeklagte mit seiner auf die Rügen der Verletzung formellen und materiellen Rechts gestützten Revision. Während die Verfahrensbeanstandungen aus den Gründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts erfolglos bleiben, hat das Rechtsmittel mit der Sachrüge den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist es unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

1. Der im Zeitpunkt des landgerichtlichen Urteils rechtsfehlerfreie Schuldspruch bedarf in entsprechender Anwendung des § 354 Abs. 1 StPO der Änderung, weil sich die beiden abgeurteilten Taten auf Marihuana bezogen und hierauf das am 1. April 2024 in Kraft getretene Konsumcannabisgesetz (KCanG) Anwendung findet. Die neue Rechtslage erweist sich für beide Taten im Ergebnis des nach § 2 Abs. 3 StGB gebotenen Gesamtvergleichs als milder. Nach nunmehriger Rechtslage erfüllt die unter II.2.a) der Urteilsgründe festgestellte Tat den Straftatbestand des Handeltreibens mit Cannabis gemäß § 34 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 KCanG und die unter II.2.b) der Urteilsgründe festgestellte Tat denjenigen des bewaffneten Handeltreibens mit Cannabis nach § 34 Abs. 4 Nr. 4 KCanG.

2. Die Schuldspruchänderung zieht die Aufhebung des Strafausspruchs nach sich. Mit Blick auf die – gegenüber den vom Landgericht angewandten Strafrahmen des § 29a Abs. 1 BtMG im Fall II.2.a) der Urteilsgründe und des § 30a Abs. 3 BtMG im Fall II.2.b) der Urteilsgründe – milderen Strafrahmen des Konsumcannabisgesetzes sowie die konkreten Strafzumessungserwägungen der Strafkammer kann der Senat nicht ausschließen, dass bei Anwendung des Konsumcannabisgesetzes niedrigere Strafen verhängt worden wären. Die zugehörigen Feststellungen können bestehen bleiben (§ 353 Abs. 2 StPO) und um ihnen nicht widersprechende ergänzt werden.

Tiemann Feilcke Wenske

von Schmettau Arnoldi