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6 StR 419/24 ECLI:DE:BGH:2024:161024B6STR419.24.0 KI-generiert

Mitigating effect of victim’s age near statutory threshold in sexual abuse sentencing under § 176 StGB

Geschäftsnummer 6 StR 419/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland · Rechtsprechung (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Federal Court of Justice (BGH) dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the Landgericht Potsdam’s conviction and sentencing from March 6, 2024, and ordering the defendant to bear the costs of the appeal and the necessary expenses of the auxiliary claimants. The dispute concerned a sexual abuse case where the defendant challenged the sentencing, arguing that the court was obligated to mitigate the sentence based on the victims' age of 13, which was slightly below the statutory threshold of 14 for aggravated sexual abuse under § 176 Abs. 1 StGB. The BGH ruled that while approaching the statutory age limit can be considered a mitigating factor in favor of the perpetrator, it does not constitute a mandatory mitigating circumstance under § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO that must be weighed in isolation from the specific circumstances of the individual case, particularly where the offenses did not occur immediately before the victims reached the threshold age.

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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Potsdam vom 6. März 2024 wird als unbegründet verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die den Nebenklägern im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend zu der Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der Senat:

Entgegen der Auffassung der Revision war das Landgericht von Rechts wegen nicht verpflichtet, das mit jeweils 13 Jahren knapp unter der Schutzaltersgrenze des § 176 Abs. 1 StGB liegende Alter der Geschädigten strafmildernd zu berücksichtigen.

In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist zwar anerkannt, dass es zugunsten des Täters gewertet werden darf, wenn das Alter des Missbrauchsopfers sich der Schutzaltersgrenze annähert (vgl. BGH, Urteile vom 23. Juni 2009 – 5 StR 189/09, NStZ-RR 2009, 307, 308; vom 12. Dezember 2019 – 3 StR 401/19, Rn. 15; vgl. auch BGH, Urteil vom 4. Mai 2022 ‒ 6 StR 542/21, Rn. 5); um einen bestimmenden Milderungsgrund im Sinne des § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO, der losgelöst von den Umständen des Einzelfalls regelmäßig strafmildernd berücksichtigt werden muss, handelt es sich aber nicht (vgl. auch Schäfer/Sander/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 7. Aufl., Rn. 1610). Ob anderes in Fällen gilt, in denen die Tat wenige Tage vor Erreichen der Schutzaltersgrenze der §§ 176, 176a StGB stattfindet (vgl. BGH, Beschluss vom 9. September 2014 ‒ 5 StR 381/14), bedarf keiner Entscheidung, denn ein solcher Fall liegt hier nicht vor.

Bartel Feilcke Tiemann

Fritsche Arnoldi