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2 StR 555/24 ECLI:DE:BGH:2025:130325B2STR555.24.0 KI-generiert

Extension of prior conviction erasure period by custodial sentence duration precludes application of BZRG prohibition on utilizing erased convictions in subsequent sentencing.

Geschäftsnummer 2 StR 555/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The German Federal Court of Criminal Justice dismissed the defendant's appeal as unfounded, upholding the conviction and sentencing of the Landgericht Marburg and ordering the defendant to bear the costs of the legal remedy. The dispute centered on whether prior convictions from 2009 and earlier, which had since become ripe for erasure under the Federal Reintegration Act (BZRG), could be factored into the sentencing for a new offense without violating the prohibition on utilizing erased convictions. The court held that although erased prior convictions generally cannot be considered in subsequent proceedings due to their binding effect from the first instance, the specific prior conviction had not yet become eligible for erasure at the time of the judgment because the statutory fifteen-year erasure period under § 46 Abs. 1 Nr. 4 BZRG was extended by three and a half years pursuant to § 46 Abs. 3 Satz 1 BZRG due to the duration of the previously imposed custodial sentence. Consequently, the consideration of these prior convictions in the second instance did not violate the data utilization prohibition of § 51 Abs. 1 BZRG.

Legislator-Regeste

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Extension of prior conviction erasure period by custodial sentence duration precludes application of BZRG prohibition on utilizing erased convictions in subsequent sentencing: Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Marburg vom 17. Juni 2024 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Schlagwörter

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Freiheitsstrafe strafbare Handlung Vorbenutzung Ausdehnung des Verfahrens E-Justice Wirkungen des Urteils
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Volltext

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Marburg vom 17. Juni 2024 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Zwar hätte die Bindungswirkung der Feststellung bestehender Vorverurteilungen im ersten Rechtsgang der Berücksichtigung ihrer zwischenzeitlichen Tilgungsreife im zweiten Rechtsgang nicht entgegengestanden (vgl. BGH, Beschluss vom 10. April 2024 – 5 StR 96/24, NStZ-RR 2024, 388). Entgegen der Auffassung der Revision war aber zum Urteilszeitpunkt Tilgungsreife der Vorverurteilung durch das Landgericht Marburg vom 8. Mai 2009 (und damit auch der früheren Vorverurteilungen, § 47 Abs. 3 Satz 1 BZRG) nicht eingetreten, da sich die fünfzehnjährige Tilgungsfrist aus § 46 Abs. 1 Nr. 4 BZRG gemäß § 46 Abs. 3 Satz 1 BZRG um die Dauer der erkannten Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verlängerte. Ihre Berücksichtigung im zweiten Rechtsgang verstieß daher nicht gegen das Verwertungsverbot des § 51 Abs. 1 BZRG.

Menges Meyberg Grube

Schmidt Zimmermann