Retroactive grant of legal aid for completed appeal where application was filed timely but overlooked by lower court
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Federal Court of Justice (BGH) granted legal aid to an adhesion plaintiff in the appellate instance and appointed her counsel, effectively prevailing over the implicit objection that the appeal had already concluded. The dispute concerned a motion for legal aid filed with the lower court during an active civil adhesion claim for pain and suffering within criminal proceedings, which was subsequently overlooked when the criminal appeal was decided. Relying on the principle that a separate decision is required for each procedural stage under § 404 StPO, the court held that a retroactive grant of legal aid to the instance of appeal is permissible under § 119 ZPO if the application was timely submitted but missed by the court due to administrative error. The court ordered the grant of legal aid and the appointment of the applicant's counsel, waiving the requirement to re-examine the prospects of success because the adhesion claim's merits had already been determined.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 404 Abs. 5 Satz 1 StPO, § 119 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 404 Abs. 5 Satz 2 StPO, § 121 Abs. 2 ZPO; Retroactive grant of legal aid for completed appeal where application was filed timely but overlooked by lower court: Im Adhäsionsverfahren ist über den Prozesskostenhilfeantrag für die Revisionsinstanz gesondert zu entscheiden (BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2010 – 5 StR 179/10). Danach ist vom Senat als befasstem Gericht (§ 404 Abs. 5 Satz 3 StPO) der Adhäsionsklägerin Prozesskostenhilfe für die Revisionsinstanz zu bewilligen und ihr Rechtsanwältin S. beizuordnen.
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KI-generiertVolltext
Der Adhäsionsklägerin W. wird im Adhäsionsverfahren für die Revisionsinstanz Prozesskostenhilfe bewilligt und Rechtsanwältin S. aus B. beigeordnet.
[GRUENDE]
Mit Beschluss vom 23. August 2023 hat das Landgericht der Adhäsionsklägerin Prozesskostenhilfe für den ersten Rechtszug bewilligt und ihr Rechtsanwältin S. beigeordnet. Mit Schriftsatz vom 13. Februar 2024 hat Rechtsanwältin S. beantragt, der Adhäsionsklägerin auch für das Revisionsverfahren „Verfahrenskostenhilfe“ unter ihrer Beiordnung zu gewähren.
Im Adhäsionsverfahren ist über den Prozesskostenhilfeantrag für die Revisionsinstanz gesondert zu entscheiden (BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2010 – 5 StR 179/10). Danach ist vom Senat als befasstem Gericht (§ 404 Abs. 5 Satz 3 StPO) der Adhäsionsklägerin Prozesskostenhilfe für die Revisionsinstanz zu bewilligen und ihr Rechtsanwältin S. beizuordnen.
Der Bewilligung von Prozesskostenhilfe steht nicht entgegen, dass das Revisionsverfahren rechtskräftig abgeschlossen ist. Eine auf den Zeitpunkt der Antragstellung rückwirkende Entscheidung kommt ausnahmsweise in Betracht, wenn der Antrag nicht rechtzeitig beschieden worden ist und der Antragsteller mit seinem Antrag bereits alles für die Bewilligung Erforderliche getan hat (BGH, Beschlüsse vom 13. Oktober 2010 – 5 StR 179/10 Rn. 3 mwN; vom 7. März 2018 – 5 StR 587/17). Vorliegend wurde der Antrag nebst erforderlichen Unterlagen (vgl. BGH, Beschluss vom 6. Februar 2018 – 5 StR 347/17 Rn. 1) bereits am 13. Februar 2024 bei dem seinerzeit zuständigen Landgericht eingereicht. Dieser ist in die Aktentasche gelangt und dort auch im Revisionsverfahren übersehen worden.
Die Adhäsionsklägerin war nach ihren persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen weiterhin nicht in der Lage, die Prozesskosten aufzubringen. Die Erfolgsaussichten ihres Schmerzensgeldanspruches waren nicht mehr zu prüfen (§ 404 Abs. 5 Satz 1 StPO iVm § 119 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Ihr war Rechtsanwältin S. beizuordnen (§ 404 Abs. 5 Satz 2 StPO iVm § 121 Abs. 2 ZPO).
Gericke Mosbacher Köhler
von Häfen Werner