Criminal revision on sentencing error from post-dated prior conviction and validation of auxiliary plaintiff’s procedural standing
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe German Federal Court of Justice (4th Criminal Senate) dismissed the appeals of all defendants against the verdict of the Landgericht Bochum of October 16, 2023, finding no legal error to their detriment; consequently, the lower court’s conviction and sentencing remain in force, with the adult defendants ordered to bear the costs of their unsuccessful appeals and the necessary expenses of the auxiliary plaintiff, while the juvenile defendants are exempted from personal court costs under § 74 JGG but remain liable for the auxiliary plaintiff's expenses. The dispute arose from a criminal trial where the appellate court noted a technical error in the sentencing for one defendant, who was erroneously penalized for a prior conviction that postdated the current offense, though this did not alter the outcome as the factor was deemed insignificant; the court also validated the auxiliary plaintiff’s standing via a counsel’s filing from March 20, 2023, despite the initial attachment failing electronic transmission requirements. The decisive legal bases include § 349 Abs. 2 StPO for the dismissal of unfounded revisions, § 74 JGG for cost exemption of juveniles, § 473 Abs. 1 StPO for liability to pay auxiliary plaintiff’s costs, and §§ 396, 32d StPO regarding the formal requirements for valid attachments in criminal proceedings.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 349 Abs. 2 StPO, § 473 Abs. 1 Satz 2 StPO, § 74 JGG; Criminal revision on sentencing error from post-dated prior conviction and validation of auxiliary plaintiff’s procedural standing: The dispute arose from a criminal trial where the appellate court noted a technical error in the sentencing for one defendant, who was erroneously penalized for a prior conviction that postdated the current offense, though this did not alter the outcome as the factor was deemed insignificant; the court also validated the auxiliary plaintiff’s standing via a counsel’s filing from March 20, 2023, despite the initial attachment failing electronic transmission requirements. The decisive legal bases include § 349 Abs. 2 StPO for the dismissal of unfounded revisions, § 74 JGG for cost exemption of juveniles, § 473 Abs. 1 StPO for liability to pay auxiliary plaintiff’s costs, and §§ 396, 32d StPO regarding the formal requirements for valid attachments in criminal proceedings.
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KI-generiertMain ground for dismissing the revisions as unfounded.
Basis for exempting the juvenile defendants from bearing the costs and expenses of their unsuccessful legal remedy.
Volltext
Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Bochum vom 16. Oktober 2023 werden als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigungen keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).
Die Angeklagten S. und R. P. haben die Kosten ihres Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen; bei den Angeklagten A. und F. P. wird von der Auferlegung von Kosten und Auslagen im Revisionsverfahren abgesehen (§ 74 JGG); jedoch haben auch sie die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.
Ergänzend bemerkt der Senat:
Der Strafausspruch hinsichtlich der Angeklagten R. P. hat Bestand. Zwar hat das Landgericht bei der Strafzumessung zu ihren Lasten rechtsfehlerhaft berücksichtigt, dass sie vorbestraft sei, obgleich der gegen sie ergangene Strafbefehl wegen „Duldens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis in Tateinheit mit Dulden des Fahrens ohne Versicherungsschutz“ am 24. November 2022 und damit nach der in Rede stehenden Tat (Tatzeit: 24. Oktober 2022) erlassen wurde. Der Senat kann aber ausschließen, dass das Landgericht bei Nichtberücksichtigung der (vermeintlichen) Vorstrafe auf eine geringere Freiheitsstrafe erkannt hätte. Denn es hat die „Vorstrafe“ ausdrücklich nur „in geringem Umfang, da letztlich nicht erheblich und nicht einschlägig“ berücksichtigt. Auch belastet es die Angeklagte nicht, dass die Jugendkammer den Schwerpunkt ihres Verhaltens in einem Unterlassen und nicht in einem aktiven Tun gesehen hat (vgl. BGH, Beschluss vom 19. Dezember 2018 – 1 StR 597/18).
Die Angeklagten haben die notwendigen Auslagen des Nebenklägers im Revisionsverfahren gemäß § 473 Abs. 1 Satz 2 StPO, § 74 JGG zu tragen. Zwar liegt eine wirksame Anschlusserklärung des Geschädigten nicht in der Erklärung vom 8. Januar 2023, da diese nicht als elektronisches Dokument übermittelt wurde (§ 396 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 32d Satz 1 und 2 StPO). Der Senat vermag eine solche aber in dem formwirksam übermittelten Schriftsatz von Rechtsanwalt K. vom 20. März 2023 zu sehen, mit dem er seine Bestellung zum Beistand des Nebenklägers beantragt hat (vgl. BGH, Beschluss vom 5. November 2013 – 4 StR 423/13). Unter den festgestellten tat- und täterbezogenen Umständen ist es angezeigt, auch die jugendlichen Angeklagten mit den dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu belasten (vgl. BGH, Beschluss vom 8. November 2023 – 4 StR 363/23).
Quentin Maatsch Scheuß
Marks Tschakert