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6 StR 405/24 ECLI:DE:BGH:2024:151024B6STR405.24.0 KI-generiert

Supplementation of confiscatory order with joint and several liability for computer fraud proceeds under § 354, § 357 StPO

Geschäftsnummer 6 StR 405/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (6th Criminal Division) amended the lower court's judgment to order the co-defendants to jointly and severally liable for the confiscation of €390,169.81, rejecting the appellant’s remaining revision while affirming the original convictions for professional and gang-based computer fraud. The dispute concerned the omission of a joint and several liability clause in the confiscatory order regarding "value replacement" for proceeds from 71 fraudulent acts, which the appellant challenged on appeal. Relying on § 354(1) StPO in conjunction with § 421 BGB, the court held that because the defendants exercised joint disposal authority over the same proceeds, they were jointly liable; applying § 357 StPO, the correction was extended to the non-revising co-defendant, though a broader extension was denied as the additional offenses involved a third defendant and did not constitute the identical acts required for such an extension.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 4 StPO, § 421 BGB, § 357 StPO, § 354 Abs. 1 StPO; Supplementation of confiscatory order with joint and several liability for computer fraud proceeds under § 354, § 357 StPO: The dispute concerned the omission of a joint and several liability clause in the confiscatory order regarding "value replacement" for proceeds from 71 fraudulent acts, which the appellant challenged on appeal. Relying on § 354(1) StPO in conjunction with § 421 BGB, the court held that because the defendants exercised joint disposal authority over the same proceeds, they were jointly liable; applying § 357 StPO, the correction was extended to the non-revising co-defendant, though a broader extension was denied as the additional offenses involved a third defendant and did not constitute the identical acts required for such an extension.

Schlagwörter

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Solidarhaftung strafrechtliche Einziehung Betrug E-Justice Ertrag Cyber-Verbrechen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 354 Abs. 1 StPO

Cited as the procedural basis for supplementing the confiscation order with a joint and several liability clause.

§ 357 StPO

Cited as the basis for extending the corrected confiscation order to the non-revising co-defendant who suffered from the same legal error.

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Volltext

Auf die Revision des Angeklagten D. wird das Urteil des Landgerichts Bamberg vom 25. März 2024 – auch hinsichtlich des nicht revidierenden Mitangeklagten A. – im Einziehungsausspruch dahin ergänzt, dass beide in Höhe von 390.169,81 Euro als Gesamtschuldner haften.

Die weitergehende Revision des Angeklagten D. wird verworfen.

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels, die insoweit durch das Adhäsionsverfahren entstandenen besonderen Kosten und die den Adhäsionsklägern im Revisionsverfahren erwachsenen notwendigen Auslagen zu tragen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten D. wegen gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs in 71 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt sowie die Einziehung von „Wertersatz“ in Höhe von 390.169,81 Euro angeordnet. Den nicht revidierenden Mitangeklagten A. hat es wegen dieser Taten und weiterer 161 Fälle zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten verurteilt sowie die Einziehung von „Wertersatz“ in Höhe von 1.215.048,28 Euro angeordnet. Die Revision des Angeklagten D. hat lediglich den aus der Entscheidungsformel ersichtlichen geringen Teilerfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Übrigen ist sie unbegründet im Sinne des § 349 Abs. 2 StPO.

1. Der Einziehungsausspruch ist in entsprechender Anwendung von § 354 Abs. 1 StPO um die Anordnung gesamtschuldnerischer Haftung des Angeklagten D. zu ergänzen (vgl. BGH, Beschlüsse vom 28. Januar 2020 – 4 StR 599/19; vom 25. April 2023 – 5 StR 61/23). Nach den Feststellungen besteht eine Gesamtschuld des Angeklagten D. (§ 421 BGB) mit dem vormaligen Mitangeklagten A. , weil beide in Höhe des beim Angeklagten D. eingezogenen Betrages Mitverfügungsgewalt über die Erlöse aus den Betrugstaten hatten.

2. Die Anordnung der gesamtschuldnerischen Haftung in Höhe von 390.169,81 Euro ist nach § 357 StPO auf den Mitangeklagten A. zu erstrecken, denn die Einziehungsentscheidung leidet bei ihm an demselben Rechtsfehler (vgl. BGH, Beschlüsse vom 7. September 2021 – 3 StR 128/21; vom 18. Mai 2022 – 1 StR 510/21). Demgegenüber kommt eine weitergehende Anordnung der gesamtschuldnerischen Haftung bezüglich des Mitangeklagten A. nicht in Betracht. Soweit er gemeinsam mit einem dritten Mitangeklagten Mitverfügungsgewalt über weitere Taterlöse erlangte, ist er nicht wegen derselben Taten wie der Beschwerdeführer verurteilt worden, was aber Voraussetzung für eine Erstreckung gemäß § 357 StPO wäre (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Februar 2024 – 2 StR 525/23).

Bartel Feilcke Wenske

Fritsche von Schmettau