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4 StR 272/24 ECLI:DE:BGH:2024:240924B4STR272.24.0 KI-generiert

Duty to obtain medical evidence on collision lethality for conditional intent to kill and revision substantiation requirements under § 344 StPO.

Geschäftsnummer 4 StR 272/24
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice’s Fourth Criminal Senate dismissed the defendant’s appeal as unfounded, upholding the Landgericht Ulm’s conviction and ordering the defendant to bear the costs of the appellate proceedings and the necessary expenses of the auxiliary plaintiff. The case involved a dispute over whether the trial court violated its duty to investigate under § 244(2) StPO by failing to obtain a medical expert opinion regarding the lethality of a collision involving a passenger car at a speed of 20–30 km/h in the context of alleged conditional intent to kill. The court held that the revision failed to meet the disclosure requirements of § 344(2) sentence 2 StPO because it did not specifically articulate which circumstances should have compelled the trial court to seek the requested evidence; the appellate court found that the trial court’s assessment of conditional intent was legally sufficient based on proven facts indicating the defendant accelerated, deliberately targeted the victim, and continued driving at high speed after striking and tossing the victim onto the hood.

Legislator-Regeste

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§ 349 Abs. 2 StPO; Duty to obtain medical evidence on collision lethality for conditional intent to kill and revision substantiation requirements under § 344 StPO: The case involved a dispute over whether the trial court violated its duty to investigate under § 244(2) StPO by failing to obtain a medical expert opinion regarding the lethality of a collision involving a passenger car at a speed of 20–30 km/h in the context of alleged conditional intent to kill. The court held that the revision failed to meet the disclosure requirements of § 344(2) sentence 2 StPO because it did not specifically articulate which circumstances should have compelled the trial court to seek the requested evidence; the appellate court found that the trial court’s assessment of conditional intent was legally sufficient based on proven facts indicating the defendant accelerated, deliberately targeted the victim, and continued driving at high speed after striking and tossing the victim onto the hood.

Schlagwörter

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medizinische Beweismittel strafrechtlicher Vorsatz Untersuchungsgrundsatz Revision des Strafurteils tödlicher Unfall Sachverständigengutachten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 2 StPO

Serves as the main legal ground for dismissing the appeal as unfounded due to the absence of a legal error to the defendant's detriment.

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Volltext

Anforderungen an Darlegung in Revisionsbegründung zur Einholung eines Sachverständigengutachtens

[TENOR]

Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Ulm vom 20. Februar 2024 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO).

Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die dem Nebenkläger im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen.

Ergänzend bemerkt der Senat:

Die Rüge, das Landgericht habe gegen § 244 Abs. 2 StPO verstoßen, weil es von einem bedingten Tötungsvorsatz des Angeklagten ausgegangen sei, ohne zuvor ein medizinisches Sachverständigengutachten einzuholen, das ergeben hätte, dass das „Erfassen einer Person durch einen Pkw mit einer Kollisionsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h und höchstens 30 km/h nicht lebensbedrohlich ist“, entspricht nicht den Anforderungen des § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO. Denn die Revision legt nicht dar, welche Gesichtspunkte das Landgericht unter den hier gegebenen Umständen zu dem vermissten Sachverständigenbeweis hätten drängen müssen.

Zutreffend ist zwar, dass der Angeklagte mit seinem Pkw BMW 5er Reihe den Geschädigten bei einer Geschwindigkeit von jedenfalls 20 km/h erfasste. Das Landgericht hat bei seiner Bewertung des Tathergangs als für einen bedingten Tötungsvorsatz sprechend aber nicht nur auf den Zeitpunkt der (absichtlich herbeigeführten) Kollision abgestellt. Stattdessen hat es in den Blick genommen, dass der Angeklagte nach den beweiswürdigend belegten Feststellungen sein Fahrzeug zuvor beschleunigt hatte, zielgerichtet auf sein Opfer zugefahren und nach der Kollision weiter stark beschleunigend davon gefahren war. Durch den Zusammenstoß wurde der Geschädigte auf die Motorhaube aufgeladen und über das Fahrzeug geschleudert. Anschließend schlug er mit dem Kopf auf dem Asphalt auf.

Bei dieser Sachlage wäre konkret darzulegen gewesen, welche Umstände das Landgericht dazu drängen mussten, Beweis darüber zu erheben, wie gefährlich das Erfassen einer Person durch einen Pkw mit einer Kollisionsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h und höchstens 30 km/h im Allgemeinen ist.

Quentin Maatsch Marks

Tschakert Gödicke