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1 StR 34/25 ECLI:DE:BGH:2025:040325B1STR34.25.0 KI-generiert

Sufficiency of prognostic assessment for detoxification placement: prohibition of relying solely on therapy motivation while ignoring entrenched addiction.

Geschäftsnummer 1 StR 34/25
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Deutschland (DE)
Entscheiddatum
Ausgang Teilweise gutgeheissen (Partially Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Court of Justice (1st Criminal Senate) partially granted the defendant's appeal, quashing the lower court’s order for placement in a detoxification institution under § 64 StGB and the corresponding partial pre-service of the prison sentence, remanding the issue for re-examination, while upholding the conviction and the four-year, nine-month custodial sentence for dealing with narcotics in significant quantities. The case involved a challenge to the measure of placement, where the defendant had argued that the Landgericht Karlsruhe’s prognosis assessment was legally insufficient. The appellate court found the original ruling deficient because the judge failed to conduct a comprehensive global assessment of the defendant's personality and all relevant prognostic circumstances; specifically, relying solely on the defendant's stated therapy motivation and self-assessment capacity was inadequate, particularly given the unaddressed prognostically unfavorable factor of entrenched heroin addiction, violating the requirements of §§ 64, 67d StGB for a favorable success prognosis.

Legislator-Regeste

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§ 353 Abs. 2 StPO, § 349 Abs. 4 StPO, § 349 Abs. 2 StPO; Sufficiency of prognostic assessment for detoxification placement: prohibition of relying solely on therapy motivation while ignoring entrenched addiction: The case involved a challenge to the measure of placement, where the defendant had argued that the Landgericht Karlsruhe’s prognosis assessment was legally insufficient. The appellate court found the original ruling deficient because the judge failed to conduct a comprehensive global assessment of the defendant's personality and all relevant prognostic circumstances; specifically, relying solely on the defendant's stated therapy motivation and self-assessment capacity was inadequate, particularly given the unaddressed prognostically unfavorable factor of entrenched heroin addiction, violating the requirements of §§ 64, 67d StGB for a favorable success prognosis.

Schlagwörter

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ungünstige Prognose Einweisung zur Entzugsbehandlung Substanzabhängigkeit Freiheitsstrafe Rückfall bei Straftaten Teilentscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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§ 349 Abs. 4 StPO

Grounds the partial success of the revision regarding the measure of placement, allowing the appeal in that specific aspect.

§ 349 Abs. 2 StPO

Grounds the dismissal of the further-reaching part of the revision as unjustified regarding the main conviction.

§ 353 Abs. 2 StPO

Procedural basis for quashing the associated findings of fact to enable the lower court to make new, consistent findings upon remand.

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Volltext

1. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Karlsruhe vom 18. Oktober 2024 im Maßregelausspruch und im Ausspruch über den Vorwegvollzug mit den jeweils zugehörigen Feststellungen aufgehoben.

Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch über die Kosten des Rechtsmit-tels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.

2. Die weitergehende Revision wird als unbegründet verworfen.

[GRUENDE]

Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in sechs Fällen, davon in fünf Fällen in Tateinheit mit Anstiftung zur Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, davon wiederum in vier Fällen in weiterer Tateinheit mit Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Daneben hat das Landgericht die Einziehung des Werts von Taterträgen in Höhe von 10.000 € und die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt (§ 64 StGB) bei einem Vorwegvollzug der Strafe im Umfang von einem Jahr und zwei Monaten angeordnet. Die gegen seine Verurteilung gerichtete Revision des Angeklagten, mit der er die Verletzung sachlichen Rechts beanstandet, hat nur zur Maßregel Erfolg (§ 349 Abs. 4 StPO); im Wesentlichen ist das Rechtsmittel unbegründet (§ 349 Abs. 2 StPO).

Die im Rahmen des § 64 Satz 2, § 67d Abs. 1 Satz 1 oder Satz 3 StGB für die erforderliche Erfolgsaussicht gebotene richterliche Gesamtwürdigung der Täterpersönlichkeit und aller sonstigen maßgeblichen prognosegünstigen und -ungünstigen Umstände (vgl. BT-Drucks. 20/5913 S. 70) erweist sich bereits deswegen als defizitär, weil das Landgericht seine Anordnung allein auf eine Therapiebereitschaft des Angeklagten stützt, der insoweit zu einer „realistischen Selbsteinschätzung in der Lage“ gewesen sei. Diese Erwägung genügt offensichtlich nicht den nach dem Willen des Gesetzgebers an die erforderliche Gesamtabwägung zu stellenden Anforderungen. Auf eine Therapiemotivation allein kann eine Erfolgsprognose nicht gestützt werden (BGH, Beschlüsse vom 6. Februar 2025 – 1 StR 5/25 Rn. 6 und vom 4. Oktober 2023 – 6 StR 405/23 Rn. 7). Vor allem mit der Verfestigung der Heroinsucht als einem prognoseungünstigen Umstand hat sich das Landgericht nicht auseinandergesetzt. Schließlich fehlt es auch an einer genauen Wiedergabe der Angaben des Sachverständigen zur Erfolgsaussicht der Maßregel.

Die Frage der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt bedarf somit erneuter Prüfung und Entscheidung. Dies zieht den Wegfall der Anordnung eines Vorwegvollzugs nach sich. Der Senat hebt die jeweils zugehörigen Feststellungen auf, um dem Tatgericht widerspruchsfreie neue Feststellungen zu ermöglichen (§ 353 Abs. 2 StPO).

Jäger Fischer Wimmer

Leplow Welnhofer-Zeitler